Bei der ersten „Bewohnerversammlung“ im Allmannsweiler Bürgerhaus Brennnessel diskutieren die Besucher über das neue Quartiersma
Bei der ersten „Bewohnerversammlung“ im Allmannsweiler Bürgerhaus Brennnessel diskutieren die Besucher über das neue Quartiersmanagement Ramin Moin und Katharina Binzler (recht) vom städtischen Amt für Jugend, Familie und Soziales führen durch den Abend. (Foto: wgh)
Wilfried Geiselhart

Es war zweifellos ein Novum: Zum ersten Mal hatte die Stadtverwaltung die Allmannsweiler zur „Bewohnerversammlung“ ins Bürgerhaus Brennnessel eingeladen. Rund 20 interessierte Bürger kamen, allerdings war das allgemeine Stirnrunzeln zunächst recht groß.

„Wird hier nicht doppelt gemoppelt?“, so eine erste besorgte Frage – angesichts der Tatsache, dass das „Bürgerforum Allmannsweiler“ seit vielen Jahren gute Arbeit leistet, zu regelmäßigen Versammlungen einlädt und die Interessen der Allmannsweiler auch an das Rathaus weiterleitet. „Nein, man wolle keine Doppelstrukturen schaffen“, erklärte der neue „Quartiersmanager“ Ramin Moin vom städtischen Amt für Soziales, Familie und Jugend, der zusammen mit seiner Kollegin Katharina Binzler den Informationsabend gestaltete.

Stelle bekommt neuen Zuschnitt

Während das Bürgerforum die Allmannsweiler vor allem auf politischer Ebene vertrete, gehe es dem Quartiersmanagement darum, Anlaufstelle für alle Anwohner zu sein, die allgemeinen Bedürfnisse abzufragen und aufzugreifen, auch bürgernahe Aktionen und Veranstaltungen anzubieten, so Ramin Moin. Es sei aber leider davon auszugehen, dass die koordinierende Funktion von Alexandra Eberhard, die vonseiten der Stadt die regelmäßigen Versammlungen des Bürgerforums bisher begleitete, auf mittelfristige Sicht wegfalle, so die Befürchtung des Bürgerforumsvorsitzenden Georg Behrendt.

Dass die Koordinierungsstelle von Alexandra Eberhard wohl einen „anderen Zuschnitt“ erhalten werden, wurde von Gemeinderätin Regine Ankermann bestätigt. „Es tut sich was“, sagte sie zu diesem Thema.

Um den von ihm gewünschten „Input“ musste Ramin Moin indes nicht lange bitten. Warum es in Alt-Allmannsweiler immer noch keine „Dog Station“ – zur umweltgerechten Entsorgung des Hundekots – gebe, wollte eine Anwohnerin wissen und schlug die Bushaltestation in der Allmannsweilerstraße als dafür geeigneten Ort vor. Auch der Weg zum Kindergarten entlang des Sportplatzes sei immer wieder mit Hundehäufchen übersät, so eine andere Wortmeldung. Man habe dieses Anliegen schon längst in der Stadtverwaltung vorgebracht. Es sei aber immer „freundlich abgelehnt“ worden, so der Einwurf von Georg Behrendt. Ein Ärger sind für viele Allmannsweiler auch die „Autorennen“ entlang der Messestraße – und das offenbar nicht nur während der Tuning World oder anderer Messen. „Auch dieses Problem ist in der Stadt bekannt“, betonte Udo Piram.

Weiter Verbesserungsvorschläge aus dem Kreis der Versammlung gab es reichlich: Wie wäre es mit „Straßenfesten“? Oder mit Yoga- und Zumba-Kursen, oder auch einem „Männer-Abend“ in der Brennnessel? Und bräuchte Allmannsweiler nicht auch einen eigenen Jugendtreff? Davon ist Anwohner Günter Stordel eher nicht begeistert. „Es gibt Sportvereine in der Nähe, auch zum Jugendhaus Molke ist es nicht weit. In Friedrichshafen gibt es alles – es muss nicht alles stadtteilbezogen sein“, ist seine Meinung. Außerdem sei es für viele genannte Überlegungen derzeit noch zu früh. Man müsse erst die Entwicklung im Rahmen der demnächst beginnenden Bebauung rund um die Eintrachtstraße abwarten und die Interessen der künftigen Bewohner miteinbeziehen, sagte er.

„Ich sehe das Quartiersmanagement in Allmannsweiler als eine Chance. Dadurch können sich viele Türen öffnen“, so das Fazit von Georg Behrendt an dem Abend.

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