Stadt streicht Parkplätze in der Dornierstraße

Lesedauer: 6 Min

Um eine übersichtlichere und damit sicherere Verkehrslage zu schaffen, fallen in der Dornierstraße drei Parkplätze weg
Um eine übersichtlichere und damit sicherere Verkehrslage zu schaffen, fallen in der Dornierstraße drei Parkplätze weg (Foto: Harald Ruppert)
Schwäbische Zeitung

Tempo 30 auf der Dornierstraße ist einstweilen nicht in Sicht. Trotzdem geht die Stadtverwaltung auf 150 Familien zu, die sich für ihre Kinder mehr Sicherheit im Verkehr wünschen. Deshalb werden einige Parkplätze gestrichen, Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt und das Überholen von haltenden Bussen verboten.

Nachdem in der Dornierstraße im März ein sechsjähriges Kind angefahren wurde und mehrere Knochenbrüche erlitt, fand am Freitag eine Ortsbegehung mit der Stadtverwaltung statt. Anwohner hatten bereits am 26. März im Rahmen eines Pressetermins die Einführung einer Tempo 30-Zone gefordert sowie die Abschaffung von Parkplätzen auf der Fahrbahn, die zu einer Gefährdung von Kindern wegen erschwerter Sichtbedingungen führen.

Ärger über Raser

Seitens der Stadt nahmen an der Begehung Hans-Jörg Schraitle, Leiter des Amts für Bürgerservice, Umwelt und Sicherheit, sowie Franziska Bosch, Sachgebietsleiterin Verkehr, teil. Als Vertreter des Gemeinderats war Eberhard Ortlieb anwesend, ferner ein Vertreter der Polizei sowie fünf Anwohner. Sie übergaben Schraitle eine Liste mit Forderungen, die der Schwäbischen Zeitung vorliegt. Darin bezeichnen die Anwohner die Dornierstraße als „Verkehrsbrennpunkt“ und „Gefahrenstelle für mehrere hundert Kindergarten- und Schulkinder“. Von ortskundigen Pendlern werde die Dornierstraße oft als Ausweichstrecke benutzt, „teils mit erhöhter Geschwindigkeit und aggressiver Fahrweise“. Verfasst ist das Schreiben im Namen von 150 Anwohnerfamilien. „Es besteht eine akute Gefahrenlage, die dringend behoben werden muss“, heißt es darin.

Zu den Maßnahmen, die sich die Anwohner wünschen, zählt auch die Einrichtung von Bedarfsampeln –insbesondere am Zebrastreifen am Lausbüchelweg. Durch die Parkplätze und die Steigung der Straße würden Kinder hier übersehen, so die Anwohner. In diesem Kernpunkt geht die Stadt auf die Anwohner zu: „Um die Sicherheit für Fußgänger zu erhöhen und die Sicht auf den Zebrastreifen für Verkehrsteilnehmer zu erhöhen, werden vor dem Zebrastreifen auf Höhe Lausbüchelweg in südlicher Fahrtrichtung drei Parkplätze entfernt“, teilt die Pressestelle auf Anfrage mit.

Ob weitere Parkplätze auf der Dornierstraße entfernt werden, wird sich zeigen. Auf große Zustimmung stößt die Abschaffung von Parkplätzen bei der Verwaltung nicht. Bereits nach dem Pressetermin am 26. März plädierte sie für die „grundsätzliche“ Aufrechterhaltung von Parkpätzen, wegen des „vorherrschenden Parkdrucks“. Diese Sichtweise lassen die Anwohner nicht gelten. So argumentieren, der Parkdruck bestehe nur, weil die Stadt es versäumt habe, in den neuen Siedlungen genügend Parkplätze auszuweisen. Die bestehenden 1,2 Parkplätze pro Familie etwa im Wohngebiet Buchschach seinen „unrealistisch“. Zur Lösung des Problems schlagen sie die Einrichtung zusätzlichen Parkraums auf einem städtischen Grundstück im Gebiet Buchschach II vor.

Außerdem wird die Verlegung von Zebrastreifen gefordert. Um die Dornierstraße auf einem Zebrastreifen zu überqueren, müssten die Kinder auf ihren Schul- und Kindergartenwegen Umwege in Kauf nehmen, kritisieren die Anwohner. Folglich liegen die Zebrastreifen an den falschen Stellen. Überdies erwarten die Eltern eine Verbreiterung der Gehwege in der Dornierstraße. An vielen Stellen seien sie zu schmal, um mit einem Kinderwagen und einem Kind an der Hand benutzt zu werden. Auch für kleinere Kinder seien die Gehwege zu schmal, um mit dem Fahrrad befahren zu werden.

Stadt will prüfen lassen

Die Stadt will die Situation nun unter die Lupe nehmen. Mit Tempomessungen soll in den nächsten Wochen überprüft werden, wie häufig die vorgeschriebenen 50 Stundenkilometer überschritten werden, teilt die Pressestelle mit. Zusätzlich will die Stadt zeitweise an verschiedenen Stellen in der Dornierstraße einen „Smiley“ aufstellen. Auch zusätzliche Geschwindigkeitskontrollen wurden vereinbart. Linien- und Schulbusse werden an Haltestellen künftig verpflichtet sein, die Warnblinkanlage einzuschalten. Das soll verhindern, dass Autofahrer an den Bussen vorbeifahren und querende Kinder gefährden. Auch dies hatten die Eltern gefordert. Zudem darf der Gegenverkehr beim Halten eines Busses den Bereich nur in Schrittgeschwindigkeit befahren.

Ferner will das Amt für Bürgerservice, Sicherheit und Umwelt feststellen, wie die Fußgängerströme verlaufen: Wie sind die Wege insbesondere der Schulkinder? Wie oft wird die Dornierstraße überquert? „Wenn diese Zahlen ausgewertet sind, kann entschieden werden, ob weitere Maßnahmen in diesem Abschnitt notwendig und möglich sind“, heißt es seitens der Stadt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen