„Spiel des Lebens“: VfB Friedrichshafen vereint Ehrgeiz und Spaß

 Sindelfingen und Friedrichshafen hatten am „Spiel des Lebens“ sichtlich Freude.
Sindelfingen und Friedrichshafen hatten am „Spiel des Lebens“ sichtlich Freude. (Foto: Andi Wagner/VfB Friedrichshafen)
Sportredakteur

„Begeisterte Zuschauer und tolle Ballwechsel“ – so beschreibt der VfB Friedrichshafen seinen Dienstagabend beim „Spiel des Lebens“ in Sindelfingen. Und damit ist klar, dass das Ereignis ganz nach den Vorstellungen des Volleyball-Bundesligisten lief. Die Häfler wurden ihrer Favoritenrolle beim Regionalligisten VfL Sindelfingen klar gerecht und siegten vor den Augen von 400 Zuschauern, inklusive des kompletten Vorstands des baden-württembergischen Volleyballverbands, gegen tapfer aufspielende Gastgeber mit 3:0 (25:13, 25:18, 25:14). Und: „Es war eine tolle Stimmung und man hat gesehen, dass die Sindelfinger große Volleyballfans sind“, wird VfB-Cheftrainer Mark Lebedew in der Vereinsmitteilung zitiert. „Ich habe gesehen, dass es auch unseren Jungs großen Spaß gemacht hat.“

Spaß: Darum ging es am Dienstagabend in erster Linie. Den sollten am besten auch alle haben, weshalb die Häfler Volleyballer nicht ganz ernst machten. „Wir haben gelegentlich mit angezogener Handbremse gespielt“, ließ sich der verhinderte VfB-Geschäftsführer Thilo Späth-Westerholt berichten. Das bedeutet nicht, dass Friedrichshafen absichtlich Fehler eingestreut hat. Nein, sie haben lediglich das eine oder andere Mal zurückgezogen.

Sindelfinger Punkte sorgen für großen Jubel

Entsprechend hat der Regionalligist sogar ganz passable Satzergebnisse erzielt, und im zweiten Satz sogar 18 Punkte gemacht. Dem VfL gelang sogar das erste Ass des Abends: Roman Scherer sorgte für großen Jubel in der Halle. Noch lauter wurde es, als Scherer im Block gegen VfB-Zugang Ziga Stern abräumte und sein Team im zweiten Satz zwischenzeitlich auf drei Punkte heranbrachte (14:17).

Auf der Tribüne durften sich Eddie Bok und Nils Fock daran erfreuen, dass der VfL streckenweise mit den Profis mithalten konnte. Beide standen vor 38 Jahren beim legendären Aufstiegsspiel von Sindelfingen gegen die VSG Bodensee auf dem Feld und waren am Dienstag zwei der begeisterten Zuschauer. „Wir durften damals auf keinen Fall verlieren und wir waren brutal enttäuscht, dass am Ende Friedrichshafen aufgestiegen ist“, erinnert sich Fock an den dreieinhalbstündigen Krimi. „Heute konnten wir das einfach nur genießen und haben uns sehr über die Einladung gefreut.“

Die Revanche scheiterte erwartungsgemäß: Damals wie heute siegten die Volleyballer vom Bodensee. Somit ist der VfL auch kein Pokalsiegerbesieger geworden, aber das war am Dienstag nicht so wichtig. Sindelfingen sicherte sich in einem Wettbewerb bei Instagram das vom deutschen Rekordmeister und dem Häfler Ausrüstungspartner Erima initiierte „Spiel des Lebens“ gegen den VfB. Dafür gab es neue Erima-Trikots und ein besonderes Spiel vor guter Kulisse, was den Amateuren sicher noch lange im Gedächtnis bleibt. Abgerundet wurde der Abend durch eine Autogrammstunde, bei der die Volleyballanhänger mit den Spielern in den Austausch treten durften.

„Die Aktion ist geglückt“, sagte Späth-Westerholt im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“. Das lag auch am Gewinner VfL Sindelfingen, der es geschafft hat, die Partie innerhalb eines Monats zu organisieren. „Für teilnehmende Vereine ist das mit großem Aufwand verbunden“, meinte Späth-Westerholt anerkennend. Eine Wiederholung des „Spiel des Lebens“ im kommenden Jahr – dann natürlich mit einem anderen Gegner – ist durchaus möglich. „Grundsätzlich stehen wir solchen Aktionen positiv gegenüber“, so der VfB-Geschäftsführer. Nach einer langen Zeit mit Corona-Einschränkungen würden sie helfen, die Leute „zurück zum Sport und zu uns zu bringen“.

Häfler Volleyballer reisen nach Frankreich

Sein VfB-Debüt in Sindelfingen gab der slowenische WM-Teilnehmer Ziga Stern. Er war sehr motiviert: Laut VfB-Mitteilung donnerte er gleich seinen ersten Angriff aus dem Hinterfeld auf die Sindelfinger Seite. Insgesamt gingen fünf der ersten neun Punkte auf sein Konto. Er hatte sichtlich Freude wie auch das gesamte Häfler Team. Nach einem kurzen Stopp in der Heimat nimmt die Vorbereitung mit einem Turnier in Nizza weiter Fahrt auf. Am Donnerstag begibt sich der VfB auf die Reise nach Frankreich. Dort treffen die Häfler am Freitag und Samstag auf Narbonne Volley und die Gastgeber Nice Volley-Ball.

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