SPD will Mitmachpartei werden

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Der Kreisvorstand der SPD freut sich auf neue Ideen der Mitglieder: Rainer Röver (von links), Dieter Stauber, Werner Nuber, Sigl
Der Kreisvorstand der SPD freut sich auf neue Ideen der Mitglieder: Rainer Röver (von links), Dieter Stauber, Werner Nuber, Siglinde Roman, Andreas Kämmer, Christian Gospodarek, Britta Wagner, Stephan Seidel, Detlev Pape. (Foto: Renate Habermaas)
Schwäbische Zeitung
Renate Habermaas

Die Kreisdelegierten der SPD haben sich am Freitagabend in der Festhalle getroffen, um in der jährlichen Versammlung Rückblick auf das vergangene Jahr zu halten. Neben dem formalen Teil mit der Wahl des neuen Medienreferenten Stephan Seidel und des Beisitzer Rainer Röver, stand der Erneuerungsprozess der Sozialdemokraten im Mittelpunkt.

Beim Rückblick sagte der Fraktionsvorsitzende des Gemeinderats Dieter Stauber: „Es war ein Jahr guter Zusammenarbeit in schwierigen Zeiten.“ Nach der Bundestagswahl kamen die Jamaica-Verhandlungen, die bekanntlich scheiterten, dann die Sondierungsgespräche und die Koalitionsgespräche zur Groko. „Das alles hat uns viel Kraft und Nerven gekostet“, sagte Stauber, blickte dennoch positiv auf den Mitgliederentscheid und den gesamten Entscheidungsprozess zurück. Erfreulich sei die steigende Anzahl der Neumitglieder, die zum Großteil auch nach der Groko-Entscheidung in der Partei geblieben sind. Das bedeute 80 Neumitglieder und insgesamt ungefähr 650 Mitglieder im Kreisverband, laut dem Bericht von Andreas Kämmer. Auf dem Programm stünden nun die Vorbereitung der Kommunalwahl mit den Vertretern der Ortsvereine im Mittelpunkt. „Gemeinsam wollen wir das beste Ergebnis für die SPD erzielen“, spornte Dieter Stauber die Parteimitglieder an.

Organisatorische und eine inhaltliche Erneuerung

Themen im Bildungsbereich wie der Antrag auf einheitliche Standards in der Grundschulbetreuung oder der Bereich Verkehr, mit der Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn und deren Ausbau als Kernpunkte der SPD, so Norbert Zeller. Im Bereich Verkehr verlange die SPD weiterhin eine Stelle für sinnvolles Mobilitätsmanagement und außerdem solle das Thema Familie zentral bleiben.

Bei den Finanzen lobte Kassier Christian Gospodarek die Spendenbereitschaft der Mitglieder, die dazu führte, dass die Kreis-SPD der Bodenseeregion beim Spendenaufkommen auf Platz drei von allen Wahlkreisen in Baden-Württemberg landete. Trotz Bundestagswahljahr mit vielen Wahlkampfveranstaltungen sei die Kasse stabil geblieben. Der Bericht der Jungsozialisten (Jusos) von Luca Baumann zeigte, dass auch sie im vergangenen Jahr aktiv waren.

Großes Thema war dabei die Vernetzung mit jungen Menschen, um diese für die politische Arbeit zu gewinnen und die Gestaltung einer sozialen Gesellschaft. Wie der Prozess der Erneuerung die Partei weiterhin strukturieren soll, skizzierte Dieter Stauber. Unter dem Motto „SPD als Mitmachpartei“ wolle sich die Partei erneuern, so Stauber. Es ginge um eine organisatorische und eine inhaltliche Erneuerung, bei der man in Online-Themenforen den Mitgliedern Gelegenheit zur Diskussion geben will.

Auch Online-Konferenzen zu aktuellen Themen seien im Gespräch, um die Menschen so besser einzubinden. An diesem Abend durften die Parteimitglieder in Workshops selbst ausprobieren, was Mitmachen und seine Meinung äußern bedeutet, indem sie Themen sammelten und in Gruppen diskutierten.

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