SPD setzt im Wahlkampf auf Mobilität, bezahlbares Wohnen und kostenfreie Kitas

Lesedauer: 4 Min
 Im Rathaus mitreden möchten möglichst viele vom Team der SPD Friedrichshafen. Einige Listenkandidaten gaben nun Auskunft über d
Im Rathaus mitreden möchten möglichst viele vom Team der SPD Friedrichshafen. Einige Listenkandidaten gaben nun Auskunft über das Wahlprogramm. (Foto: Silja Meyer-Zurwelle)
Silja Meyer-Zurwelle

„Klare Werte, starke Ziele, konkrete Visionen“: So lautet der Slogan der SPD zur Kommunalwahl. Und auf diese drei Säulen wollen die 22 Kreistags- und 40 Gemeinderatskandidaten ihr Wahlprogramm aufbauen. „Wir hätten auch über die 40 hinaus noch welche in petto gehabt. Unserem Anspruch konnten wir gerecht werden: Wir sind breit verankert“, sagt Werner Nuber, Vorsitzender der SPD Friedrichshafen.

Bildung und Kultur, Mobilität sowie Wohnen für jeden Geldbeutel sind die großen Themen, bei denen die SPD in ihrem Wahlprogramm Schwerpunkte setzt. „Friedrichshafen hat einen großen Zuzug“, geht Ortschaftsrat Dr. Wolfgang Sigg auf den schwierigen Wohnungsmarkt ein. Es sei deshalb wichtig, dass das Arbeiten und Wohnen im Fallenbrunnen und in Friedrichshafen – möglichst zentral – forciert werde, um zum einen qualifizierte Kräfte zu binden und zum anderen nicht noch mehr Pendlerverkehr auszulösen, ergänzt Heinz Tautkus, Fraktionsvorsitzender im Ortschaftsrat Ailingen. Um bezahlbare Wohnungen zu schaffen, will die SPD sich außerdem für mehr geförderten Wohnungsbau einsetzen. Kooperationen sollen zusätzlich geschaffen werden: „Wenn Stadt und Firmen zusammenarbeiten, kann bedarfsgerechter Wohnraum für Auszubildende und Studierende angeboten werden“, betont der Kreisvorsitzende der Jungsozialisten Luca Baumann. Für eine weitere Kooperation biete sich zudem das alte Zollamt an: „Hier könnten Wohnungen, Büros, Gastronomie und Einzelhandel innerhalb eines Neubaus hervorragend verbunden werden“, erläutert Stadtrat Karl Heinz Mommertz den Gedanken aus dem Wahlprogramm.

Doch wie kommen die Pendler, von denen es ja trotzdem etliche gibt, in die Stadt? Die Antwort auf diese Frage lautet bei der SPD vor allem: per Fahrrad und Zug. „Die Gürtelbahn muss kommen. So wie wir uns für die B 31 engagiert haben, so müssen wir das auch für die Gürtelbahn tun. Und wir möchten uns für das 365-Euro-Jahresticket stark machen“, erklärt Bernd Caesar. Die SPD will zur Bündelung der verkehrstechnischen Aufgaben den Mobilitätsmanager schaffen, also jemanden, der als Kommunikator zwischen den Beteiligten fungiert.

SPD-Mitglied Jasmina Brancazio will sich indes mit ihrer Partei für gebührenfreie Kitas einsetzen. „Es ist jedoch nicht gemeint, dass damit eine schlechtere Bezahlung der Betreuungskräfte einhergeht“, macht sie deutlich. „Das Land sollte die Erzieher zur Verfügung stellen, die Stadt die Gebäude“, erklärt Dr. Wolfgang Sigg das Vorhaben.

„Eltern sollen unabhängig von ihrem Einkommen wählen können. Die Bildung ist ein Grundstein der Demokratie und die Sozialkompetenz bildet sich im frühen Alter bei den Kindern aus“, sagt Jasmina Brancazio. Friedrichshafen sei eine Stadt, die zusammenhält, meint Dr. Wolfgang Sigg abschließend. „Als SPD wollen wir all die dazugehörigen Aspekte unterstützen und mittragen, weil das die Voraussetzung einer funktionierenden Gemeinschaft ist“, sagt er.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen