Spätbarocker Jubel huldigt dem Messias
Christel Voith

Das traditionelle Konzert für Mitarbeiter der Firmen Cassidian und Tognum im Graf-Zeppelin-Haus hat diesmal ausnahmsweise einen Tag vor Heiligabend stattgefunden. Der musikalische Leiter Uli Vollmer hat die Gelegenheit genutzt, mit dem Chor der Musikfreunde Markdorf und dem BSG Dornier Chor Händels Oratorium „Der Messias“ aufzuführen. Der Zeitpunkt legte nahe, den Schwerpunkt auf den ersten Teil des hymnischen Oratoriums zu legen, der die Verheißung des Messias und die Geburt Jesu zum Inhalt hat, während die Trauer der Passion weitgehend ausgeklammert blieb, um den triumphierenden Herrn, den Weltenherrscher gebührend zu feiern.

Händels unvergleichliches Chor-Oratorium erzählt nicht einfach die Geschichte Jesu auf Erden von der Geburt bis zur Auferstehung, sondern hat von Anfang an den Messias, der das Heil bringt, im Blick und preist auch in der Passion bereits die Erlösungstat. Wie berührend ist da die Sopran-Arie: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“

Um dem großen Werk Raum zu geben, ist, wie Jens Nielsen, Standortleiter Cassidian Friedrichshafen, in seiner Begrüßung anmerkte, diesmal der Auftakt mit dem Bläserensemble der MTU Friedrichshafen ausgefallen. Nielsen dankte der Firma Astrium und den Mercedes-Benz-Niederlassungen Ravensburg, Wangen, Leutkirch und Lindau als Mitsponsoren.

Dankbare Aufgaben erwarteten die Sängerinnen und Sänger von der Freude der Verkündigung bis zum dynamischen Jubel des „Halleluja“. Klang der rund 60-köpfige Chor mit überraschend hohem Männeranteil anfangs noch verhalten, strahlte er im schönen Wechselspiel der Stimmen immer mehr die Freude aus. In mächtigem Ruf pries er den starken Helden und Friedensfürsten, vielstimmig rief er vor dem großen Amen dem König der Ehren sein jubelndes Halleluja zu.

Schon die einleitende majestätische Sinfonia huldigt dem göttlichen Messias. Ausdrucksvoll begleitete die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben das sinnenfrohe spätbarocke Werk, ob die Violinen in der „Pifa“ dem Neugeborenen ein zartes Wiegenlied sangen oder die Trompeten hoch oben von der Galerie das „Ehre sei Gott in der Höhe“ unterstrichen. Und wie spannend war das Miteinander des Basses und des Trompeters Hermann Ulmschneider, als beide die Tromba des Jüngsten Gerichts erschallen ließen.

Kraftvoll verlieh Bassist Eric Fergusson Jehovah seine Stimme, während Tenor Johannes Gaubitz zu viel Nervosität mitbrachte und in seiner Emotionalität nahe an Larmoyanz geriet. Ungewohnt matt blieb Ulrike Köberle, deren warmer Ton so schön zu ihren Arien passte, während die Sopranistin Doksuk Jeon-Raber in kultivierten Koloraturen die frohe Botschaft besang. Noch einmal sang der Chor zum Dank für den herzlichen Applaus das Halleluja – wie sympathisch, dass sich hier die Solisten unter die Chorsänger mischten.

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