Das Heeresmusikkorps Ulm präsentiert ein abwechslungsreiches Programm: Hier liefern Reinhard Knopp (Alt-Sax) und Frank Gutewort
Das Heeresmusikkorps Ulm präsentiert ein abwechslungsreiches Programm: Hier liefern Reinhard Knopp (Alt-Sax) und Frank Gutewort (Klarinette) grandiose Solis zu Sambarhythmen. (Foto: Lydia Schäfer)
Lydia Schäfer

Profimusiker in Uniform: Das Heeresmusikkorps Ulm gastierte im Graf-Zeppelin-Haus und hat mit schmissigen Melodien, ungewöhnlichen Arrangements und lockeren Titelansagen seitens des musikalischen Leiters Matthias Prock den Zuhörern einen unterhaltsamen und kurzweiligen Abend geschenkt. Die Eintrittsgelder kommen der Deutschen Kriegsgräberfürsorge zugute.

Martin Lunitz, Geschäftsführer des Volksbunds Baden-Württemberg, begrüßte die Gäste und erklärte eindrücklich die Bedeutung der Kriegsgräberfürsorge. Es gehe dabei sowohl um das Gedenken derer, die in den Diensten des Landes gestorben seien, aber insbesondere dienten die Gräber auch als Mahnmal. „Man könnte sagen: Die Kriegsgräber zweier Weltkriege auf unserem Kontinent machen uns deutlich, warum es die europäische Union gibt“, sagte Lunitz und warnte vor der Gefahr eines Rückfalls in nationalen Egoismus und Nationalismus.

Nach der Eröffnungsrede zeigte das Heeresmusikkorps Ulm wie international die Bundeswehr unterwegs ist. Ballettsuiten aus England, Walzer aus Frankreich, schmissige Melodien aus amerikanischer Feder und 40er-Jahre Sounds aus Deutschland, heiße Sambarhythmen aus Südamerika oder auch ein gekonnter Mix aus alten Kinderliedern – die Musiker hatten was zu bieten.

Verspielte Arrangements

Dynamische Steigerungen und verspielte Arrangements bestimmten den Abend. Der Marsch Herzog von Braunschweig machte den Auftakt. Bei der Intensität des französischen Walzers „Valse vanité“ konnte der Besucher die Balletteusen schon fast über die Bühne tanzen sehen und bei dem gekonnten und witzigen Arrangement von Rudy Wiedoefts „Sax-O-Phun“ brillierte Silvia Bleicher als Solistin mit ihrem Saxofon. Insbesondere Widhoefts ungewöhnliche Methoden dem Saxophon zusätzliche Klappen- und Schmatzgeräusche während des Spiels zu entlocken, beeindruckte die Zuhörer. Auszüge aus der „schönen Galathée“ vom österreichischen Operettenkönig Franz von Suppé und „Wild Nights“ von Frank Tichelli standen sich musikalisch wie Gegensätze gegenüber und erforderten das Können der Musiker, die das mit Leichtigkeit meisterten.

Stabsfeldwebel Frank Gutewort, angekündigt als „Charming Frankie“, beherrschte nicht nur die Klarinette, sondern auch den Gesang. Er „brach die Herzen der stolzesten Frauen“ mit viel Witz und Entertainment. Selbst vor einem Kniefall für die Damen der ersten Reihe scheute er nicht zurück. Zusammen mit Reinhard Knopp (Alt-Saxofon) lieferten die beiden ein unterhaltsames „Duell“, bei denen sie sich heiße Sambarhythmen zuspielten.

Ebenso eindrucksvoll: Das Kinderlieder-Medley, bei denen sich der Jägersmann an der klapperten Mühle am rauschenden Bach mit drei Chinesen auf dem Kontrabass wieder traf. Es waren unterschiedliche Kinderlieder, die ineinander verwoben mit unterschiedlichen Stilmitteln zu einem einzigen Arrangement zusammengeführt wurden: Da jazzten die Chinesen und der Jägersmann blies gekonnt zum „Halali“ auf. Ein wirklich eindrucksvolles Arrangement, das die Klasse des Orchesters forderte. Die Soldatinnen und Soldaten haben ihr Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

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