Wenn sich die ersten Sockenkollektionen gut verkaufen, soll das Angebot von „European Laurel“ erweitert werden.
Wenn sich die ersten Sockenkollektionen gut verkaufen, soll das Angebot von „European Laurel“ erweitert werden. (Foto: Fotos: European Laurel)
Vivien Götz

Elias Barth und Mayra Wagner wollen mit Socken für ein besseres Europa kämpfen. „European Laurel“ heißt das junge Modelabel der beiden Studierenden und Socken sollen nur der Anfang sein. Alltagstauglich, nicht zu aufdringlich, aber trotzdem eindeutig pro europäisch – so beschreibt Mayra Wagner das Design-Konzept von „European Laurel“. Vor allem junge Europäer sollen mit der Kleidung die Möglichkeit bekommen, ein modisches Statement pro Europa zu setzen.

„Wenn man sich die Umfragen mal so anschaut, dann ist die Zustimmung für die Europäische Union in den einzelnen Ländern oft höher als viele denken. Das geht nur zwischen den ganzen negativen Nachrichten und den Problemen unter – wir wollen diese Zustimmung für Europa sichtbarer machen, indem wir den Menschen die Möglichkeit geben, sie mit ihrer Kleidung auszudrücken“, erklärt Elias Barth die Idee hinter „European Laurel“.

In der Geschichte des Start-ups steckt fast genauso viel Europa, wie in der Idee selbst: Elias Barth wurde, wie er selbst sagt, durch die Brexit-Abstimmung zum EU-Enthusiasten. Nach dem Abitur war für ihn klar: Dieses Europa von dem er so begeistert ist, will er sich genauer anschauen. In einem Hostel in Neapel traf Elias schließlich Mayra, die von einer Freundin überzeugt worden war, das Reisejahr nach dem Abi doch auf dem Heimatkontinent statt in Australien zu verbringen. „Ich habe schon lange nach jemandem gesucht, mit dem ich die Idee eines pro-europäischen Modelabels umsetzen kann“, sagt der Student. In Mayra habe er die ideale Geschäftspartnerin gefunden. Die 21-Jährige, die inzwischen an der Uni Mannheim VWL studiert, hat an ihrer Schule das Design der Schulkleidung organisiert, war Schülersprecherin und hat Erfahrung im Bereich Event-Organisation. „Ich wollte von Anfang an mit jemandem zusammenarbeiten, der nach der Schule nicht nur zu Hause saß, sondern etwas bewegt hat – und mit Mayra hat das einfach gepasst“, sagt der 21-Jährige.

Erzählt hat er Mayra von seiner Idee aber erst in letzter Minute. „Elias hat mich in Neapel zum Bahnhof gebracht und auf dem Weg dahin dann richtig vollgequatscht, im Prinzip bis zu der Minute, als ich in den Zug gestiegen bin“, erinnert sich Mayra Wagner. Konkret wurde die Geschäftsidee erst später, die beiden haben viel geskypt und telefoniert. Inzwischen studiert Elias in Friedrichshafen und Mayra in Mannheim – das Start-up muss nach wie vor über Distanz organisiert werden.

Seit dem 15. September läuft die Crowdfunding-Kampagne für die erste Sockenkollektion von „European Laurel“. Wenn die beiden Gründer ihr Ziel erreichen, soll das Sortiment Schritt für Schritt um Jeansjacken und T-Shirts erweitert werden. Mit ihrem Mode-Label wollen sie aber nicht nur symbolisch die europäische Idee fördern, sondern auch Verantwortung übernehmen. Die Socken werden komplett in Deutschland produziert und sollen in Zukunft zu 100 Prozent aus biologischen Materialien bestehen. Jeans und T-Shirts wollen die beiden in Portugal fertigen lassen. Fair und europäisch sollen die Kleidungsstücke sein, nicht nur dem Namen nach, betonen Mayra Wagner und Elias Barth. Mit einem Teil des Gewinns wollen die beiden außerdem pro-europäische Projekte oder Hilfsorganisationen unterstützen, die sich für die europäische Idee und für politische Teilnahmen engagieren.

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