So startet das Team vom Bodensee ins Finale der Segel-Champions-League

Lesedauer: 5 Min
 Für den Württembergischen Yacht-Club werden Dennis Mehlig, Marvin Frisch, Lukas Ammon (von links) sowie Conrad Rebholz beim Fin
Für den Württembergischen Yacht-Club werden Dennis Mehlig, Marvin Frisch, Lukas Ammon (von links) sowie Conrad Rebholz beim Finale der Sailing Champions League in St. Moritz starten. (Foto: DSBL/Lars Wehrmann)
Schwäbische Zeitung

Das Finale der Sailing Champions League (SCL) vom 15. bis 18. August im schweizerischen St. Moritz rückt näher. Für den Württembergischen Yacht-Club werden Steuermann Dennis Mehlig, Marvin Frisch als Taktiker sowie Lukas Ammon und Conrad Rebholz an Vorschot und Vorschiff ins Rennen gehen. „Ein Platz unter den ersten Fünf ist möglich“, wird Team-Manager Klaus Diesch in einer Pressemitteilung zitiert.

Mit Rückenwind wird das WYC-Team an den St. Moritzersee reisen. Denn Dennis Mehlig und Lukas Ammon haben vor kurzem erst das Bundesliga-Event in Travemünde gewonnen. „Die haben gerade das nötige Selbstbewusstsein“, sagt Diesch. Conrad Rebholz war zwar dieses Jahr noch nicht im Liga-Einsatz (in Konstanz war er einer der beiden Wettfahrtleiter), hat jedoch bei den Bodensee-Battles in der gleichen Bootsklasse wertvolle Beiträge geleistet. „Marvin kann den Wind gut sehen“, sagt Diesch über den Taktiker. Und das kann auf dem kleinen Gebirgssee bei St. Moritz sehr wichtig sein.

Nachrücker für finnisches Team

Auf rund 1800 Meter über dem Meeresspiegel liegt der See bei St. Moritz, ist mit 1,6 mal 0,6 Kilometern Ausdehnung der kleinste der vier Engadiner Seen. Bei schönem Wetter weht ein Thermikwind vom Maloja-Massiv über den See – „das ist dann wie Gardasee in klein“, so Diesch. Doch ohne Thermik könnte eher König Zufall regieren. „Das Team muss mit allen Bedingungen dort zurecht kommen. Über vier Tage sind konstant gute Ergebnisse das wichtigste“, so Diesch weiter, „und darin sind Dennis und das Team stark.“

Gesegelt wird bei der Champions League in St. Moritz wie in der Bundesliga mit Booten vom Typ J70. Acht Boote segeln in einem kurzen Rennen, dann wird gewechselt. 24 Teams aus ganz Europa und Australien haben sich für das Finale in drei Ausscheidungs-Events qualifiziert, nachdem sie im Vorjahr in ihren nationalen Ligen an die Spitze gesegelt waren. Der WYC war 2018 Dritter der Bundesliga. Beim „Qualifier“ Anfang Mai 2019 in Palma de Mallorca verpasste das WYC-Team um 1,15 Punkte den qualifizierenden achten Rang. Doch nachdem ein finnischer Verein seinen Platz im Finale zurückgegeben hat, rückte der WYC nach.

Mit dem Meister NRV aus Hamburg, dem WV Hemelingen aus Bremen, dem Bayerischen Yacht-Club und dem VSaW aus Berlin ist Deutschland mit starken Vereinen in St. Moritz vertreten. Dazu kommt das Nachwuchs-Team des Bodensee Yacht-Clubs Überlingen (mit einer Wild Card), das schon zweimal die Junioren-Champions-League gewonnen hat. „Titelverteidiger Bari ist da, die Dänen vom KDY sind immer stark und der NRV wird auch vorne mitmischen“, skizziert Klaus Diesch die Favoriten der „erheblichen Konkurrenz“. Er steuerte 2014 beim Premieren-Event der Champions League selbst in Kopenhagen. Auch Marvin Frisch war damals mit dabei. Bei den Gegnern sitzen zahlreiche ehemalige Olympioniken und Weltmeister im Boot.

Das WYC-Team wird sich noch auf dem heimischen Bodensee vorbereiten, dann einen Tag vor dem Event in St. Moritz trainieren. Mit in die Schweiz fahren wird Coach Jochen Frik. „Jochen ist eine große Stütze des Teams. Er ist Garant für Kontinuität“, schätzt Diesch Friks Erfahrung.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen