Wie kommen die Informationen in die Zeitung? (Foto: Marcus Fey)

175 Jahre Lokalzeitung in Friedrichshafen, das sind auch 175 Jahre Informationsfluss, der von der Zeitung an die Leser gelenkt wird. Wie aber bekommen eine Tageszeitung und deren Macher die Informationen, die am anderen Tag in der Zeitung stehen oder schon nach wenigen Minuten im Internet verfügbar sind?

Grundsätzlich gibt es da zwei Wege. Auf dem einen werden Informationen an uns geliefert, weil die, die der Redaktion etwas mitteilen, ein Interesse daran haben, dass diese Information veröffentlicht wird. Zum anderen machen wir uns auf den Weg, sind neugierig, fragen nach und ordnen Informationen ein, damit sich am Ende ein Bild ergibt, aus dem dann letztlich die Geschichte wird, die Sie später lesen können.

Wir schützen unsere Informanten

Diejenigen, die ein Interesse haben, uns mit Informationen zu versorgen, tun das, um beispielsweise eine Veranstaltung anzukündigen. Manchmal aber gibt es auch Interessen, die andere Hintergründe haben. Man informiert uns also über etwas, ohne dass bekannt werden darf, von wem wir diese Informationen haben.

Dafür gibt es einen verfassungsrechtlichen Schutz für die Informanten. Zum einen haben Mitarbeiter von Presse und Rundfunk das Zeugnisverweigerungsrecht, sie sind zur Wahrung der institutionellen Presse- und Rundfunkfreiheit grundsätzlich nicht verpflichtet, ihre Informanten, deren Informationen oder auch redaktionell selbst erarbeitete Erkenntnisse zu offenbaren.

Darüber hinaus spricht man zum anderen vom Informantenschutz, der zwar im Presserecht selbst keine eigene Grundlage hat, sich aber aus dem Zeugnisverweigerungsrecht herleiten lässt.

Auch das Verbot der Beschlagnahme von Dokumenten und Materialien durch staatliche Behörden, das in der Strafprozessordnung geregelt ist, gewährleistet diesen Schutz von Informanten. Sowohl in Prozessen vor Gericht als auch gegenüber anderen Personen gilt dieses Zeugnisverweigerungsrecht und wird auch stets angewandt.

Täte die Presse und damit auch die Schwäbische Zeitung das nicht, wäre schon bald die Grundlage der Informationsbeschaffung versiegt und wir würden lediglich noch Verlautbarungen abdrucken können.

„Der freie Fluss der Informationen, der für die Aufgabe der Presse und damit für den Alltag einer Demokratie unverzichtbar ist, bleibt nur wirklich ,frei’, wenn Journalisten ihrer Quenlle glaubwürdig zusichern, sie könne im Verborgenen fließen“, schreibt Rudolf Gerhardt in dem Buch „Kleiner Knigge des Presserechts“, Frankfurt 1997.

Überprüfung der Quellen ist uns wichtig

Bei der Beschaffung von Informationen ist es aber stets auch eine Pflicht der Redakteure, diese zu überprüfen. Das heißt, weitere potenzielle Quellen zu befragen, in einer Auseinandersetzung alle Seiten anzuhören und diese Informatonen dann gegenüber zu stellen. Das nennt man Recherche.

Die Schwäbische Zeitung legt gerade auf diese sorgfältige Recherche großen Wert. Während nun auf der einen Seite Informanten geschützt werden, müssen wir stets die offiziellen Quellen nennen, damit die Nachricht auch überprüfbar bleibt. Das unterscheidet die seriöse Presse von den immer mehr um sich greifenden Organen, die im Internet angebliche Nachrichten, die sogenannten Fake-News, oder Verschwörungstheorien verbreiten.

Zurück zur Frage, woher die Schwäbische Zeitung ihre Informationen bekommt – das geschieht durch jegliche Form der Kommunikation, durch die beruflich bedingte Neugier der Kollegen, das Vertrauen der Menschen in die Mitarbeiter der Schwäbischen Zeitung und durch unser großes Interesse an allem, was in dieser Stadt geschieht, was hier diskutiert wird und worüber die Menschen sich unterhalten. Alles das treibt uns, Informationen zu beschaffen. Und Sie, werte Leser, können dabei stets mithelfen.

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