Segler vom württembergischen Ufer erringen Gesamtsiege

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Drei 45er Kreuzer kurven bei der Bodenseewoche auf der Regattabahn vor Konstanz.
Drei 45er Kreuzer kurven bei der Bodenseewoche auf der Regattabahn vor Konstanz. (Foto: Nico Krauss/Internationale Bodenseewoche)
Volker Göbner

Gleich zwei Gesamtsiege bei der Internationalen Bodenseewoche in Konstanz gingen an Boote vom württembergischen Ufer. Der Pokal für die klassischen Yachten ging an Christian Severens vom Württembergischen Yacht-Club (WYC) auf dem 45qm Nationalen Kreuzer „Schuft V“. Den Pokal in den modernen Klassen erhielt Dieter Kurz vom Yacht-Club Langenargen mit der „Shooting Star“ (ORC 1).

Mit 19 Booten am Start waren die 45er Nationalen Kreuzer die größte Klasse unter den insgesamt 158 Yachten bei der diesjährigen Bodenseewoche. Bei sehr leichten Windbedingungen von Freitag bis Sonntag war es recht schwierig, aus den insgesamt fünf Bahnen die Wettfahrten überhaupt auszutragen. Doch die Kreuzer schafften zwei Rennen am Freitag und nochmal zwei am Sonntag. Mit einem ersten Platz im ersten Rennen zeigte die Crew des „Schuft“, dass der Umbau des Schiffes erfolgreich war. Denn der 1921 gebaute 45er war eineinhalb Jahre in der Werft und erhielt ein neues Deck, ein neues Achterschiff, einen neuen Mast und ein neues Großsegel – wurde also fast runderneuert. Erst zwei Tage vor dem Start war das Schiff fertig.

Doch mit dem Auftaktsieg war klar: Mit dem „Schuft“ ist wieder zu rechnen. Im zweiten Rennen war es ein enger Kampf mit Markus Glas, einem Bootsbauer vom Starnberger See, auf dessen Neubau „Naseweis“, bei dem Severens schließlich knapp Zweiter wurde.

Im dritten Rennen kam der „Schuft“ als Dritter ins Ziel. Und nach einem schlechten Start im vierten und abschließenden Lauf stand ein Platz im Mittelfeld auf der Ergebnisliste. Da bei vier Wettfahrten die schlechteste gestrichen wird, gewannen Severens und sein Team (Silvio Schobinger, Annemarie Rainer, Beate Becker, Rupert Diesch jun.) die Gruppenwertung der 45er Kreuzer.

Dass – aufgrund der vergleichsweise vielen auf die Plätze verwiesenen Boote – auch der Pokal in der Gesamtwertung der Klassiker verbunden war, bekam Severens zunächst gar nicht mit. Denn er war mit den anderen 45ern des WYC schon im Schlepp zurück in den Heimathafen, ehe ihn diese Nachricht zu Hause erreichte. „Ich bin total überrascht“, reagierte Severens. „Die Leistungsdichte im 45er ist enorm angestiegen. Kein Vergleich mehr mit vor zehn Jahren“, beschreibt er die Entwicklung der Klasse.

Die 45er Kreuzer sind am Bodensee auf einem Höhenflug, auch am Starnberger See kommen jährlich Neubauten hinzu. Im August wird der WYC erstmals für diese seit über 100 Jahren existierende Bootsklasse einen „Europa-Pokal“ ausrichten.

Eine einzige Wettfahrt zum Sieg

Bei den modernen Rennyachten der Klassen ORC 1 und 2 war es ein langes Geduldsspiel, bis sie endlich am dritten Tag eine einzige Wettfahrt ins Ziel bekamen. Die Bahn der schnellen Rennschiffe lag am weitesten vor dem Konstanzer Trichter.

Als erstes Boot war zwar nach gut 31 Minuten die „Wild Lady“ von Wolfgang Palm (YCL) im Ziel. Doch nach Berücksichtigung der Ausgleichsfaktoren lag die „Shooting Star“ von Dieter Kurz mit dem Lindauer Taktiker Veit Hemmeter vorne – mit einem Vorsprung von sechs Sekunden.

In der Gruppe ORC 2 gewann der Bregenzer Max Trippolt vor dem Team von Johannes Scheffold (WYC) auf einer Dynamic 35.

Und in der Gruppe der Sportboote segelte Clemens Wiedemann vom Lindauer Segler-Club mit einer Esse 850 auf den zweiten Platz

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