Seewaldrodung: Das sind die Stimmen im Netz

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Seit Wochen hängt ein Transparent an der Bundesstraße durch den Seewald, das auf die geplante Rodung hinweist. (Foto: archiv: Ralf Schäfer)

Ein Bericht zur Unterschriftensammlung für den Erhalt des Seewalds hat im Netz die Nutzer bewegt. Das dokumentieren knapp 50 Kommentare auf der Facebookseite "Schwäbische Bodensee" und mehr als ein Dutzend Kommentare auf "schwäbische.de". 

Anstoß der Debatten ist der Zusammenschluss von Greenpeace, Nabu und BUND zu einer Unterschriftenaktion, um gemeinsam gegen die Rodung des Seewaldes zu kämpfen. Die beiden Firmen Liebherr Aerospace und die ATT GmbH wollen erweitern, weshalb 3,5 Hektar des Seewaldes gerodet werden sollen.

"Arbeitsplätze werden gegen Lebensräume für Pflanzen und Tiere aufgewogen. Was ist eigentlich so schwer daran zu verstehen, dass der Mensch die Natur nicht 'besiegen' kann", fragt eine Nutzerin auf Facebook angesichts des Vorhabens. Eine andere Nutzerin will das Stück Seewald noch nicht verloren geben: "Ich hoffe nur, dass genügend Unterschriften zusammen kommen." 

Es gibt aber auch andere Ansichten. "Höchste Zeit zum Bauen für 500 Arbeitsplätze. Werdet ihr von den paar Bäumen wirklich satt? Das ist schon seit Jahren kein richtiger Wald mehr", schreibt ein Kommentator auf Facebook. Während dort die Stimmung vor allem zugunsten des Waldes tendiert, wird auf schwäbische.de von den Nutzern vor allem für die Arbeitsplätze argumentiert: "Schutz für ein paar Hektar Wald ist wieder wichtiger als der Mensch. Wenn Liebherr den Platz nicht bekommt den sie brauchen, gehen die mit ihrer Luftfahrttechnik eben irgendwo anders hin. Aber was sind schon ein paar Hundert Arbeitsplätze gegen ein paar Bäume?" fragt hier ein Nutzer und bekommt Zuspruch. Aber auch Widerrede, denn der Seewald sei "im Sommer oft der einzige Rückzugsort als Häfler, wenn die Touristen die Stadt überrennen."

Nach Auskunft von Michael Wlaka von Greenpeace sind nach Erscheinen des Artikels am Samstag noch einmal 300 Unterschriften zur Liste dazugekommen. Damit belaufe sich die Zahl der Unterzeichner auf 1300 Personen.

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