Florian Mayer (links) erklärt dem Landtagsabgeordneten Martin Hahn, wie die Pflanzenaufzucht in Kokosfasertöpfen funktioniert.
Florian Mayer (links) erklärt dem Landtagsabgeordneten Martin Hahn, wie die Pflanzenaufzucht in Kokosfasertöpfen funktioniert. (Foto: Vivien Götz)
Vivien Götz

Florian Mayer leitet das Blumenhaus Mayer in der vierten Generation. Sein Ziel: Der Betrieb soll nachhaltiger werden. „Ich muss der Vorreiter für die großen Konzerne sein“, sagt der gelernte Florist und Friedhofsgärtner. „Die Großkonzerne schauen natürlich zuerst auf die Bilanz und müssen Aktionäre zufrieden stellen, ich kann mich dagegen auch fragen, an welchen moralischen und ökologischen Gesichtspunkten ich mein Geschäft orientieren will“, sagt er. Kleine Betriebe, wie die Familiengärtnerei, hätten da einfach mehr Spielraum, erklärt er Martin Hahn. Der Landtagsabgeordnete der Grünen informierte sich am Dienstag im Rahmen seiner Sommertour über die nachhaltigen Ideen des Blumenhauses.

Inzwischen verzichtet Mayer in seinem Betrieb weitestgehend auf chemische Pflanzenschutzmittel. Zur Schädlingsbekämpfung und zur Bestäubung der Pflanzen werden sogenannte Nützlinge eingesetzt: Wespen und Marienkäfer fressen Fliegen und Blattläuse, und elf Bienenvölker sind auf dem Gelände der Gärtnerei für die Bestäubung zuständig. Ähnlich hält es Mayer mit seinen Schnittblumen: Was nicht lokal bezogen werden kann, soll immerhin Fair Trade sein. Welche Spritzmittel die Betriebe verwenden und ob generell darauf geachtet wird, schädliche Umwelteinflüsse zu reduzieren - all das sei ihm bei der Auswahl seiner Lieferanten extrem wichtig, sagt Mayer.

Seit diesem Jahr werden die Pflanzen in den eigenen Gewächshäusern außerdem in Kokosfasertöpfen gezogen. Mayer spart so um die 30 000 Plastiktöpfe im Jahr, auch wenn die Töpfe aus Kokos viermal so teuer sind. „Das ist einfach eine Entscheidung, die ich als Unternehmer treffe und wo ich mir überlege, was mir wichtig ist“, sagt er. Die Töpfe aus Kokosfasern sind nicht nur kompostierbar, sondern verwachsen mit der Zeit auch mit dem Wurzelballen der Pflanzen, so dass für den Kunden am Ende höchstens Kompostmüll anfalle, erklärt Mayer.

Auch bei den kleinen Plastikpaletten, in denen mehrere Pflanzen sitzen, gibt es inzwischen ein Pfandsystem. „Das benutzen nur ganz wenige, aber der Betrieb, von dem wir 80 Prozent unserer Pflanzen beziehen, gehört eben dazu“, sagt Mayer.

Der Weg in die Nachhaltigkeit ist nicht einfach. Florian Mayer hat in seiner Branche bisher nur wenige Mitstreiter und war auf vielen Fachmessen unterwegs, bevor er auf die Kokosfasertöpfe aufmerksam wurde. Es gebe immer noch viele Punkte, an denen er nachbessern müsse. „Ich sehe das Ganze aber als Prozess. Die Gärtnerei muss nicht von jetzt auf gleich perfekt nachhaltig sein. Ich habe den Betrieb erst vor zweieinhalb Jahren übernommen und bin zuversichtlich, dass sich in den nächsten Jahren noch einiges tun wird“, sagt er mit Blick in die Zukunft.

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