Die Kostüme der Theatergruppe Rampenlicht sind eher schlicht.
Die Kostüme der Theatergruppe Rampenlicht sind eher schlicht. (Foto: hmar)

Das Stück ist im Theater Atrium im Fallenbrunnenzu sehen am: Samstag, 15. September, 20 Uhr, Sonntag, 16. September, 19 Uhr, Samstag, 29. September, 20 Uhr und am Sonntag, 30. September, um 19 Uhr. Karten kosten zwischen 12 und 9 Euro und können unter Telefon 07541 / 317 26 reserviert werden.

Am Mittwochabend hat im Theater Atrium in der Kaserne die letzte Probe für die diesjährige Aufführung der „Theatergruppe Rampenlicht“ stattgefunden. Mit Georg Büchners „Leonce und Lena“ hat die Spielleiterin ein Stück ausgesucht, das auf Laienbühnen kaum zu finden ist.

Als das Schauspiel 1836 fertig gestellt wurde, gärte es überall in deutschen Landen revolutionär, und Büchner wurde in Deutschland bereits steckbrieflich gesucht. Das Stück mit seiner satirischen Darstellung des dekadenten Adels war Zündstoff. Diese Bissigkeit des Stückes ist heute einem Publikum ohne Vorinformation über den historischen Zusammenhand nur schwer zu vermitteln. Fast ebenso schwer ist der Witz des Stückes in seiner bildhaften Theatersprache herauszubringen wenn man keine Ausbildung in gebundener Sprache hat.

Von beidem ließ sich Gabi Gerdau nicht abschrecken und entschied sich für „Leonce und Lena“. Die Theaterpädagogin leitet nicht nur die Theatergruppe Rampenlicht, sondern arbeitet an mehreren Schulen im Friedrichshafener Raum. Für dieses Schauspiel hat sie sich entschieden, weil sie selbst Büchner sehr mag und ihre Gruppe gerne lustige Stücke aufführt.

Die Arbeit an dem anspruchsvollen Projekt begann bereits im Januar. Dass die Darsteller seither viel Arbeit hineinsteckten, sieht man dem Schauspiel an. Die Abläufe auf der Bühne sind deutlich überlegt und klar strukturiert. Dasselbe gilt allgemein für die Bewegungen und Gestiken aller Darsteller. Insgesamt wird der körperlichen Darstellung viel mehr Raum eingeräumt als es bei Laientheatern gewöhnlich der Fall ist. Keinerlei Aufwand hat man dagegen auf die Kulissen verwandt und das kommt dem Stück sehr zugute. Auf der kleinen Atriums-Bühne wäre für viele Kulissen nicht nur kein Platz gewesen, sie würden eher stören und von den sehr präsenten Schauspielern ablenken. Nur die goldene Sanduhr sticht hier bedeutungsvoll heraus.

Bei den Kostümen ging man einen ebenso schlichten Weg wie bei den Kulissen. So steckt der König in einem Gewand der Sternsinger, dem man seine Herkunft von Vorhängen durchaus ansehen kann. Doch auch das unterstützt die Spielweise und passt weitaus besser in die Inszenierung als ein opulentes ablenkendes Kleiderspektakel.

Bei der Sprache kommen die Darsteller allerdings an ihre Grenzen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn Büchners Formulierung und Metaphern haben es in sich. So kommen die Mehrdeutigkeiten und Sprachbilder nicht alle zum Ausdruck und die eine oder andere Passage ist doch etwas lang geraten. Die Leistung der Laiendarsteller ist dabei dennoch beeindruckend. Die Sprache von Leonce und Lena überhaupt hinzubekommen, ohne, dass der Sinn verloren geht, das ist ohne Textausbildung eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Diese meistern die Rampenlichter durchaus.

So entspannt sich auf der Bühne die Geschichte von Prinz Leonce und Prinzessin Lena, die vor Langeweile nur noch romantisierten Blödsinn im Kopf haben und vor ihrer erzwungenen Hochzeit Reißaus nehmen. Da bricht am Königshof die blanke Verwirrung aus, denn der Monarch ist im Kopf genauso verschwurbelt und folgt schließlich einfach seiner eigenen Anordnung zum Frohsinn. Kein Wunder, dass sich auch die Hofbeamten hoffnungslos überfordert in die Erfüllung sinnloser Pflichten stürzen.

Wer das Schauspiel genau kennt, muss sich auf ein paar Überraschungen gefasst machen, denn ganz genau hat sich die Truppe nicht an die Vorlage gehalten und einige Änderungen vorgenommen. Mit ihrer vielen Arbeit haben sich die Schauspieler einige erfolgreiche Aufführungen verdient.

Das Stück ist im Theater Atrium im Fallenbrunnenzu sehen am: Samstag, 15. September, 20 Uhr, Sonntag, 16. September, 19 Uhr, Samstag, 29. September, 20 Uhr und am Sonntag, 30. September, um 19 Uhr. Karten kosten zwischen 12 und 9 Euro und können unter Telefon 07541 / 317 26 reserviert werden.

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