Sänger und Philharmoniker vereint in inniger Zweisamkeit

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Festliche Krönungsmusik bringen der Philharmonische Chor Friedrichshafen und die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben in die
Festliche Krönungsmusik bringen der Philharmonische Chor Friedrichshafen und die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben in die Kirche St. Magnus. Es singt die Sopranistin Jasmin Maria Hörner. (Foto: Helmut Voith)
Schwäbische Zeitung
Christel Voith

Mit festlicher „Krönungsmusik“ hat der Philharmonische Chor am Sonntagabend die Zuhörer in der voll besetzten St. Magnuskirche in Fischbach in seinen Bann gezogen. Vom alttestamentlichen König Salomo bis zur Krönung Kaiser Leopolds II. zum böhmischen König in Prag im Jahre 1791 reichte der musikalische Bogen. Begleitet von der Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben, erklangen neben Mozarts jubelnder Motette „Exsultate, jubilate“ und der nicht minder beliebten „Krönungsmesse“ drei Krönungshymnen von Georg Friedrich Händel.

Vier Hymnen schrieb Händel zur Krönung von George II. und seiner Gemahlin Caroline im Oktober 1727. Auch ohne die damaligen 160 Musiker war in Fischbach der festliche barocke Glanz dieser pompösen „Staatsmusik“ zu erleben, wobei Musikdirektor Joachim Trost sorgsam die Balance hielt zu dem mächtigen Chor. Wenn hier von Salomo gesungen wurde, der zum König gesalbt wird, wusste jeder, dass das „God save the King, long live the King, may the King live for ever“ dem englischen König galt. Schon die instrumentale Einleitung ließ aufhorchen mit ihrem Nebeneinander gebrochener Streicherakkorde und ausgehaltenen Bläserstimmen, ehe ein siebenstimmiger Lobpreis mit Macht die Kirche erfüllte. Ein strahlendes Halleluja erinnerte an den Messias. Eher lieblich als majestätisch begann die zweite Hymne.

In schöner Balance

Frei sang der Chor, folgte mit großer Dynamik Trosts Spiel von Crescendi und Decrescendi, und das Orchester stimmte mit Schwung ein. Mahnend wurden Gerechtigkeit und gesundes Urteil, Gnade und Wahrheit eingefordert, ehe im dritten Hymnus das ausgewogene Solistenquartett mit eingebunden war. Lebendigem Wogen im Gesamtchor standen exponierte Stimmgruppen gegenüber, in schöner Balance mit dem Orchester endete die Hymne erneut mit strahlendem Halleluja, unterstrichen von Pauken und der barocken Pracht der Trompeten.

Als Überleitung zur Krönungsmesse sang die junge Sopranistin Jasmin Maria Hörner Mozarts „Exsultate, jubilate“ mit kristallklaren Koloraturen, wobei ihr die anrührende Innigkeit noch etwas fehlte.

Schön differenziert setzte der Chor nach kurzem Vorspiel mit dem Kyrie ein, innig sangen die Oboen zum lyrischen Duett der Sopranistin mit Tenor Roman Payer. Nur selten hatte Mozart Soli eingesetzt, meist steht das ganze Solistenquartett wie im „Gloria“ dem Chor gegenüber. Harmonisch ergänzten die Mezzosopranistin Martina Gmeinder und Bariton Martin Danes das Quartett.

Plastisch hob Trost im Credo die Glaubenswahrheiten hervor: das Staunen über die Geburt, das trauernde Betrachten der Passion, das freudige „Resurrexit“. Strahlend sang der Chor das „Sanctus“, mit sanft wiegenden Streichern und warmem Hörnerklang leiteten die Musiker das gelöste „Benedictus“ ein, in dem der Chor den „Engelschor“ der Solisten aufnimmt. Ein inniges Orchestervorspiel leitete über zum „Agnus Dei“ mit dem verinnerlichten Sopransolo, das Mozart später der Gräfin in „Le nozze de Figaro“ in den Mund legte. Bewegend war der Abschluss mit der Friedensbitte aller Beteiligten: „Dona nobis pacem.“

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