Ruth Maria Schwamborn

Zur Kinderuniversität Friedrichshafen sind am Samstagmorgen viele kleine und größere Studierende in die Räume der DHBW im Fallenbrunnen gekommen. Die Dozenten machten ihnen für eineinhalb Stunden Lust auf die Wissenschaft. So konnten die Kleinen in der Altersgruppe der Fünf- bis Sechsjährigen ungehindert ihrem Forscherdrang nachgehen.

Dozentin Alexandra Krause hatte viele interessante Experimente dabei und regte die Kleinsten zum Nachdenken an. Wer weiß auf Anhieb schon, was ein Rosinenlift ist, geschweige denn wie er funktioniert? Die Kinder waren mit Eifer dabei und erfuhren so, dass sich Rosinen in Kohlensäure einem Aufzug ähnlich von unten nach oben bewegen können. Da staunte auch der fünfjährige Niklas nicht schlecht, der ursprünglich der Meinung gewesen war: „Rosinen kann man nur essen und sonst nichts.“

Die Sechs- bis Siebenjährigen erhielten konkrete Tipps in Sachen Erste Hilfe. Was ist zu tun, wenn sich mein Freund verbrannt oder die Freundin einen Asthmaanfall hat? Ganz praktisch simulierte Dozentin Selma Koc auch einen Notruf, um die Kinder für die fünf wichtigsten Fragen in einem Notfall zu sensibilisieren. Den größten Spaß hatten sie aber, als sie sich mit roter Farbe eine Verletzung aufmalen ließen, um somit das Verbinden einer Wunde zu praktizieren. Sogar die stabile Seitenlage erklärte und übte die Dozentin mit den Kindern. Ziel der Einheit war es, bei den Kindern frühzeitig die Bereitschaft zum Helfen zu fördern, sodass sie später als Erwachsene das Helfen als selbstverständlich ansehen und durchführen werden.

Einen Raum weiter konnten die Sieben- bis Achtjährigen bei Thomas Bailey viel Wissenswertes über das Thema Erfindungen erfahren. In dieser Gruppe war es auffallend ruhig, so konzentriert waren die Beteiligten bei der Sache. Besonders interessierten sie sich für die Erfindungen aus ihrer unmittelbaren Umgebung, wie zum Beispiel den Zeppelin oder die Spätzlepresse, aber auch die Erfindungen von Kindern fanden sie spannend. Dies regte die jungen Seminarteilnehmer nun selbst an, und so war sich die siebenjährige Sophia sicher, dass sie einmal einen Aufräumroboter erfindet. „Ich möchte, dass kein Kind mehr aufräumen muss, denn das ist so langweilig.“

Die Junioren (neun Jahre aufwärts) belegten den Kurs „Coaching für Kids“ mit dem Dozenten Michael Pross. Denn gerade im Zeitalter von Mobbing sei es wichtig, die Kinder mit ihren Potenzialen vertraut zu machen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Nach einer Selbsteinschätzung ermunterte Pross die Kinder, auf ihre Stärken zu vertrauen und sich immer wieder vor Augen zu führen, was sie gut können und wer sie sind. Genauso wichtig war es dem Dozenten, dass man als starke Persönlichkeit auch in der Zusammenarbeit im Team profitieren und gemeinsam an Aufgaben wachsen kann. Er führte dies den Teilnehmern mit einer praktischen Übung eindrücklich vor Augen. Die zu Beginn aus dominierenden Individualisten bestehende Gruppe wurde zum Team, das miteinander beratschlagte und die Meinung anderer akzeptierte. Bei der anschließenden Reflektion beäugten sie sich selbstkritisch und ein Junge stellte überraschend fest: „Im Team ist der Sieg viel toller, weil wir uns alle freuen können.“ Besser hätte es Dozent Pross auch nicht auf den Punkt bringen können.

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