Rolls-Royce liefert Antriebssystem für Schiffe auf der Nord- und Ostsee

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Das Unternehmen Rolls-Royce mit Sitz in Friedrichshafen hat eigenen Angaben nach jahrzehntelange Erfahrung bei mittelschnelllauf
Das Unternehmen Rolls-Royce mit Sitz in Friedrichshafen hat eigenen Angaben nach jahrzehntelange Erfahrung bei mittelschnelllaufenden Gasmotoren. Diese kommen auch an der Nord- und Ostsee zum Einsatz. (Foto: RRPS)
Schwäbische Zeitung

Rolls-Royce liefert für zwei neue Mehrzweckschiffe den gasgeschützten Antrieb, der diese auch unter schwierigen Bedingungen einsatzfähig hält. Die 95 Meter langen Spezialschiffe werden künftig auf der Nord- und Ostsee unter anderem zu Unfällen auf See, zu Bränden oder bei Manövrierunfähigkeit von Schiffen gerufen. Dies berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Die Schiffe werden von der Abeking und Rasmussen Schiffs- und Yachtwerft im niedersächsischen Lemwerder für die deutsche Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung gebaut und sollen die Mehrzweckschiffe „Scharhörn“ und „Mellum“ ablösen, die bereits 46, beziehungsweise 36 Jahre lang im Einsatz sind. Mit der Planung, Konzeption, Ausschreibung und nunmehr Bauabwicklung wurde die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW), Referat Schiffstechnik, beauftragt.

Die beiden Schiffe werden angetrieben von einem gas-elektrischen Antriebssystem mit jeweils vier 3600 Kilowatt starken mittelschnelllaufenden Bergen-Gasmotoren von Rolls-Royce. Das Unternehmen liefert dabei nicht nur die Motoren und Generatoren, sondern bietet ein speziell entwickeltes Gasschutzsystem. Damit sind die Motoren laut Rolls Royce auch dann noch betriebsfähig, wenn beispielsweise bei einer Havarie eines Gastankers die Umgebungsluft mit explosiven Gasen kontaminiert ist.

„Die Motoren verbrennen zwar Gas, doch wenn dies über die Ansaugluft unkontrolliert in den Brennraum gerät, ist der Motor nicht mehr regelbar“, erläutert Rolls-Royce-Projektleiter Christian Prinz. Bei dem selbst entwickelten System wird die Leistung des Motors in Relation zur Gasmenge in der Ansaugluft angepasst.

Kurz: Je mehr Gas sich in der Ansaugluft des Motors befindet, desto weniger Gastreibstoff wird dem Motor über die Gasregelventile zugeführt. Ist die Gasmenge zu hoch, schließen spezielle Schnellschlussklappen die Gas- und Luftzufuhr, und der Motor stoppt.

Rolls-Royce ist eigenen Angaben nach der einzige Hersteller weltweit, der solch leistungsstarke Motoren gasgeschützt und entsprechend zertifiziert liefern kann. Diese haben sich schon in Seenotrettungskreuzern, Schadstoffunfall-Bekämpfungsschiffen und zuletzt im Nordsee-Notschlepper „Nordic“ bewährt. Mittelschnelllaufende Gasmotoren liefert Rolls-Royce schon seit mehr als 20 Jahren.

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