„Rock your life!“ – Bildungsinitiative der Zeppelin-Universität geht in eine neue Runde

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Das Leben wird gerockt: Achtklässler der Ludwig-Dürr-Schule und ZU-Studenten freuen sich auf eine glückende zweijährige Mentoren
Das Leben wird gerockt: Achtklässler der Ludwig-Dürr-Schule und ZU-Studenten freuen sich auf eine glückende zweijährige Mentoren-Beziehung. Bild: Geiselhart (Foto: Brigitte Geiselhart)
Brigitte Geiselhart

Shaimaa ist fast 15 Jahre alt. Sie kam vor drei Jahren aus Syrien nach Deutschland, besucht jetzt die achte Klasse der Ludwig-Dürr-Schule und spricht bereits perfekt Deutsch. Josefine Mainka hat es aus dem Emsland an den Bodensee verschlagen. Sie studiert „Politik, Verwaltungswissenschaften und Internationale Beziehungen“ an der Zeppelin-Universität. Was die beiden gemeinsam haben? Vielleicht mehr als man zunächst denken mag. Die Achtklässlerin und die Studentin sind jedenfalls Teil der Bildungsinitiative „Rock your life“, die von Studierenden der ZU vor etwa zehn Jahren ins Leben gerufen wurde – und mittlerweile mehr und mehr Früchte trägt. Um was geht’s bei „Rock your life“? Darum, dass sich Schüler der achten Klasse aufgrund von Fragebögen und Kennenlernspielen jeweils einen zu ihnen passenden Studenten oder eine Studentin finden – und damit der Grundstein für eine zweijährige, möglichst harmonierende Mentoren-Beziehung gelegt wird. Um Missverständnissen vorzubeugen: „Wir sind kein privater Nachhilfeverein“, stellt Janne Piper als Vorsitzende des Vereins „Rock your life Friedrichshafen“ klar. „Schulische Bereiche stehen eher nicht im Vordergrund“, sagt sie. Es gehe mehr um eine „großer Bruder / große Schwester“-Beziehung, um den Schülerinnen und Schülern neue Perspektiven und auch den Blick über den eigenen Tellerrand zu ermöglichen. Beim gestrigen „Matching Day“ in der Ludwig-Dürr-Schule ging’s zunächst einmal ums gegenseitige Beschnuppern. Elf Mädels und drei Jungs hatten sich in diesem Jahr gemeldet, um mit dabei zu sein. „Wer treibt gerne Sport?“, „Wer ist ein Morgenmuffel?“, „Wie sieht es mit dem Musikgeschmack aus?“. Mit solchen und ähnlichen Fragen versucht man, eventuelle Gemeinsamkeiten auszuloten.

Die Erwartungen waren naturgemäß durchaus unterschiedlich. „Ich will mit meinem Mentor Spaß haben. Natürlich will ich auch meine Sprache verbessern und ich erhoffe mir auch Hilfe für spätere Bewerbungsgespräche“, sagt zum Beispiel die 14-jährige Zahra, die ursprünglich auch aus Syrien stammt. „Ich freue mich darauf, die Schüler in ihrem Alltag unterstützen zu können. Dabei ist der verlässliche persönliche Kontakt natürlich ganz wichtig“, betont Karl Schmid. Der Häfler hat seinen Masterstudiengang in „Corporate Management & Economics“ begonnen und hat durch sein Engagement in der Christlichen Jugendgemeinschaft Friedrichshafen (CJG) schon Erfahrungen in punkto Jugendarbeit.

Gute Erfahrungen als Mentoren haben auch Moritz Helbich und Miriam Ehrlinspiel, die beide zum Vorstandsteam des gleichnamigen Vereins gehören, gemacht. „Bei mir läuft viel über Sport und meine Liebe zu Basketball. Ich habe mit meiner Schülerin aber auch schon zusammen in meiner WG gekocht. Oder wir gehen mal ins Kino oder Eis essen“, erzählt etwa Miriam Ehrlinspiel. „Auch in meinem Fall ist eine große Vertrauensbasis entstanden“, bestätigt Janne Piper.

Jetzt werden jeweils sechsköpfige Gruppen gebildet. Die Schülerinnen Kassandra, Sham und Hala und die Studentinnen Alena, Josefine und Franziska haben sich gefunden. Es gibt viel zu besprechen. „Habt ihr auch Schwierigkeiten mit der schwäbischen Aussprache? Ich kann Plattdeutsch viel besser“, verrät Josefine lachend.

Schnell werden erste Telefonnummern und E-Mail-Kontakte ausgetauscht. Und am Ende des Tages war man bei der Mentoren-Findung garantiert einen Schritt weiter. Das neue „Rock-your-life“-Jahr verspricht jedenfalls viel Spannung.

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