Ein Straßenkünstler macht einen Handstand. Um ihn herum stehen Menschen
Straßenkünstler spielen mit dem Publikum. (Foto: Lydia Schäfer)
Lydia Schäfer

Das 35. Kulturufer ist ein Festival der Rekorde: 130 000 Besucher, zehn Kindertheater, davon neun ausverkauft, 37 Veranstaltungen mit Eintritt, davon 24 ausverkauft, 12 830 verkaufte Tickets, das sind über 2000 Eintrittskarten mehr, als im Vorjahr.

Das Wetter hat in diesem Jahr mitgespielt und auch das ausgesprochen gute Programm, das sowohl das Spielehaus auf der Aktionswiese, das Jugendzentrum Molke, das Kulturbüro mit den Zeltveranstaltungen geboten haben, als auch Straßenkünstler und Markt seien gut angekommen und auch angenommen worden.

Eine Befragung der Händler habe ergeben, dass sie in diesem Jahr ausgesprochen gut zufrieden gewesen seien. Und die beste Nachricht: „Nach Anfrage der Polizei haben wir zur Antwort bekommen: Wir wurden nicht gebraucht“, sagt Petra Schömer, stellvertretende Amtsleiterin des Amtes Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung.

Guter Start

Ein Ergebnis, auf das die Verantwortlichen stolz sein können, denn schließlich haben sie im Vorfeld beraten, vorbereitet, engagiert, organisiert und koordiniert. „Sicherlich hat das Wetter dazu beitragen, das die Angebote so gut angenommen wurden“, sagt Winfried Neumann, Leiter des Kulturbüros. Im vergangenen Jahr hätten die enorm hohen Temperaturen viele davon abgehalten, die Zeltveranstaltungen zu besuchen. „Aber das Programm kam in diesem Jahr auch ausgesprochen gut an“, betonte er und das von Anfang an. Schon die Auftaktveranstaltungen mit Familie Flöz im großen Zelt und Volksdampf im Kleinen Zelt bescherten dem Kulturbüro ausverkaufte Häuser. „Erfahrungsgemäß ist der erste Freitag nicht so gut besucht, da läuft das Kulturufer erst an“, erklärt Franz Hoben vom Kulturbüro. Aber das war in diesem Jahr komplett anders.

„Mir ist selten so häufig gesagt worden, dass wir ein tolles Programm haben“, sagt Hoben, und Winfried Neumann betont die Vielfalt der kulturellen Veranstaltungen. Auch Kabarettist Florian Schroeder, Jan Josef Liefers mit seiner Band Radio Doria, das N.N. Theater oder die grandiose Abschlussveranstaltung im Großen Zelt mit der Peridance Company sowie der Compagnie Bodecker und Neander zeitgleich im Kleinen Zelt waren ausverkauft und rissen das Publikum zu Standing Ovations hin.

Erstmalig hat es ein im Vorfeld koordiniertes Programm der Straßenkünstler gegeben. „Auch hier haben wir ausgesprochen gute Rückmeldungen erhalten“. Auch wenn die Kritik der Schwäbischen Zeitung berechtigt gewesen sei, dass es am Tag zu viele Wiederholungen gegeben hätte, könnte man künftig schauen, wie man das anders regeln könne. „Letztendlich machen wir das Festival für alle“, schließt Neumann und Franz Hoben fügt an: „Sommer ist dann, wenn Kulturufer ist“. Über Superlativen können auch die weiteren Beteiligten reden. Das Open-Air-Kino war von fünf Vorstellungen dreimal ausverkauft – das habe es bisher noch nicht gegeben. „Und nicht nur das. Wir hatten noch nie so viele Zaungäste, wie in diesem Jahr“, sagt Regine Ankermann.

Auch Margret Beck, Leiterin des Spielhauses, berichtet nur Positives. Ihre Mission habe gelautet: „Wir wollen etwas bewegen für Kinder und Eltern“ – und das sei gut angenommen worden. Sowohl die Angebote für das freie und selbstbestimmte Spiel für die Kinder, die Werkstätten, die Theateraktionen und die Upcling-Angebote seien ausgesprochen erfolgreich gewesen. „Ein Highlight war die neue 18 Meter lange Turbo-Rutsche“, sagt Beck. Auch hier kann von Rekordzahlen gesprochen werden. Bis zu 1500 Besucher hatte die Spielewiese pro Tag und selbst an dem verregneten Samstag waren 600 Gäste auf der Aktionswiese. Die Gäste werden gezählt.

Molke und Markt

Bei der Molke hat es 20 Musikveranstaltungen gegeben, darunter eine Open-stage mit Jam-Session und an sechs Abenden das Sound-Sofa. Die Anzahl der Besucher wird auf 6000 geschätzt. 1000 Jugendliche besuchten die Angebote des „Ideenreich“ mit den Schwerpunktthemen Klimaschutz und UN-Kinderrechtskonventionen. Dazu gab es Kreativangebote im Bereich des Re- und Up-Cycling.

Auch die befragten Händler des Kunsthandwerkermarktes haben eine positive Bilanz gezogen und sämtliche Macher des Kulturufers betonten, das eine ausgesprochen schöne und friedvolle Atmosphäre das Festival bestimmt habe.

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