Dieter Stauber wird von seinen SPD-Ämtern zurücktreten, um das Bürgermeisteramt mit der gebotenen Neutralität auszufüllen.
Dieter Stauber wird neuer Häfler Bürgermeister für das Dezernat II. Die Mitglieder des Gemeinderates wählten ihn am Montag mit 25 Stimmen. 14 Stimmen bekam sein Herausforderer Ole Kruse.

Dieter Stauber ist neuer Bürgermeister für das Dezernat II in der Stadtverwaltung. Der Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen hat ihn bei 39 Wahlberechtigten mit 25 Stimmen gewählt. Die Fraktionen beurteilen die Wahl unterschiedlich.

Vorgeschlagen wurde Dieter Stauber als bisheriger SPD-Fraktionsvorsitzender von der SPD. Nach der Gemeindeordnung hatte die SPD das Vorschlagsrecht, weil sie zum Zeitpunkt der Ausschreibung die drittgrößte Fraktion im Rat stellte. Der Erste Bürgermeister Stefan Köhler war seinerzeit von der CDU, Bürgermeister Andreas Köster von den Freien Wählern vorgeschlagen worden.

Dieter Stauber (links) ist zum Bürgermeister gewählt worden. Oberbürgermeister Andreas Brand freut sich auf die Zusammenarbeit. (Foto: Ralf Schäfer)

SPD: Fairer Partner

Wolfgang Sigg, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD, freut sich darüber, dass der Gemeinderat Dieter Stauber mit einem „überzeugenden Votum das Vertrauen ausgesprochen hat“. Er gratuliert Stauber und dankt den anderen Fraktionen für das Wahlergebnis.

„Ich bin überzeugt, dass er ein guter Bürgermeister wird und die Erwartungen erfüllt“, sagt Sigg. Stauber habe sich immer als fairer Partner kompetent und engagiert für konstruktive Lösungen bei kommunalen Fragen und Problemen erwiesen.

Dass er die Grenze zwischen seiner bisherigen SPD-Karriere und dem künftigen Amt als Bürgermeister ziehen kann, daran hat Wolfgang Sigg keinerlei Zweifel. „Ich wünsche ihm alles Gute, eine sichere Hand und das nötige Quentchen Glück, das man in solchen Ämtern braucht.“

CDU: Verdient durchgesetzt

Achim Brotzer, Fraktionsvorsitzender der CDU, beglückwünscht Dieter Stauber zur erfolgreichen Wahl. Er habe sich verdient in dem Verfahren gegen die anderen Bewerber durchgesetzt. Dass er die Arbeit in seinen SPD-Ämtern und im Stadtrat niederlegen wird, habe Stauber glaubwürdig klargemacht und er selbst habe auch keine Zweifel daran, dass Dieter Stauber das Amt des Bürgermeisters gut ausfüllen wird.

Entgegen aller Mutmaßungen im Vorfeld dieser Entscheidung habe es sich um eine klare demokratische Wahl und ein vollkommen korrektes Verfahren gehandelt. „Ich denke, Dieter Stauber wird das leisten, was ihm anvertraut wird.“

Achim Brotzer wünscht dem neugewählten Bürgermeister ein „gutes Händchen und Glück bei seinen Initiativen“, und er ist sich sicher, dass der er den Respekt verdient, für den er mit der Wahl einen Vorschuss erhalten hat.

FW: Er lebt Kommunalpolitik

Auch Eberhard Ortlieb, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, beginnt seine Stellungnahme mit der Gratulation an den neuen Bürgermeister. Das Verfahren sei durchweg transparent und demokratisch gewesen, und gewählt worden „ist der Kandidat, den die meisten Ratskollegen schon lange kennen. Dieter Stauber hat in seiner bisherigen Arbeit gezeigt, dass er Kommunalpolitik auch lebt“, sagt Eberhard Ortlieb. Er sei überzeugt, dass er diese Haltung als Bürgermeister auch fortführe.

Grüne: Messen, was er leistet

Die Grünen äußern sich bedeckter. Das Vorschlagsrecht der SPD akzeptiert Mathilde Gombert, Sprecherin der Fraktion. Die Grünen hätten sich aber auch die anderen Kandidaten, die ihre Kandidatur aufrecht hielten, sorgfältig angeschaut. Wählbar waren sie alle, sagt sie. „Das Ergebnis haben wir am Montag zur Kenntnis genommen“, sagt Mathilde Gombert, will sich aber ausdrücklich nicht zu ihrem eigenen Wahlverhalten äußern. Auch wie sich die Fraktion bei der Wahl verhalten habe, darüber habe man nachher nicht mehr gesprochen. „Wir werden ihn daran messen, was er in seinem Amt leistet.

Ole Kruse stellt sich im Gemeinderat vor. Der Verwaltungsmitarbeiter aus Würzburg ist neben Dieter Stauber eingeladen gewesen, im Rat aufzutreten. Wählbar waren sechs Kandídaten. (Foto: Ralf Schäfer)

ÖDP: Schwere Entscheidung

Zur Wahl hätten sich die beiden besten Kandidaten gestellt, sagt Sylvia Hiß-Petrowitz für die Gemeinschaft der ÖDP und fraktionslos. Die Entscheidung sei schwer gefallen, sie persönlich aber habe Dieter Stauber die Stimme gegeben, weil er letztlich die Strukturen und die Erwartungen, die in ihn gesteckt würden, kenne. „Es wird jetzt Veränderungen im Gemeinderat geben, bei der nächsten Kommunalwahl werden viele Stimmen frei, weil Dieter Stauber die meisten Wähler auf seine Seite ziehen konnte“, sagt Sylvia Hiß-Petrowitz.

Sie wünsche ihm den Drive, den er für das Amt brauche, auch wenn es sein könne, dass man ihn hin und wieder darauf hinweisen müsse, dass er jetzt Bürgermeister und nicht SPD-Politiker sei. Dass er diese Grenze wahren könne, bezweifelt sie nicht, das habe ja auch Monika Blank als ehemalige Fraktionssprecherin der Grünen und heutige Pressesprecherin der Stadt, hervorragend geschafft.

FDP: Wird sein Bestes gegen

Gaby Lamparsky, Sprecherin der FDP im Häfler Gemeinderat, gönnt Dieter Stauber das Wahlergebnis. es habe zwei vergleichbare Kandidaten gegeben, die sich dieser demokratischen Wahl gestellt haben. Dieter Stauber habe die Wahl mit einem ordentlichen Ergebnis für sich entscheiden können, „ich freue mich für ihn und er wird sein Bestes geben, die Aufgaben zu erledigen, die sich ihm stellen“, sagt die FDP-Ratsfrau. Auch die Wahrung der Grenze zwischen bisheriger Parteiarbeit und künftiger Verwaltungsarbeit, die in der Ratssitzung hinterfragt worden war, werde Stauber klar definieren und einhalten.

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