Raumnot der Dualen Hochschule hat ein Ende

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2400 Quadratmeter Fläche gewinnt die DHBW Ravensburg durch den Neubau im Fallenbrunnen. Die Einweihung findet erst am 23. Oktober statt, aber im Rahmen des Sommerfests der DHBW-Mitarbeiter fanden am Freitag bereits Festreden und Führungen statt.

Der zweigeschossige Bau befindet sich gegenüber des DHBW-Hauptgebäudes und beendet fürs Erste die Raumnot der Dualen Hochschule. Seit Jahren steigen die Studentenzahlen kontinuierlich an. Wurden im vergangenen Jahr noch 446 Studienanfänger begrüßt, sind es 2018 bereits 528. Zehn Millionen hat das Gebäude gekostet, acht davon stammen vom Land Baden-Württemberg. Die fehlenden zwei haben Sponsoren beigesteuert, darunter auch die Stadt Friedrichshafen mittels der Zeppelin-Stiftung, sowie ZF. Diesem Unternehmen ist am Gedeihen der „Ingenieursschmiede“ DHBW freilich gelegen. Der Dank von Heinz-Leo Dudek, Prorektor und Dekan der Fakultät Technik am Campus Friedrichshafen, gilt denn auch besonders den zehn Sponsoren. Von den ersten Gesprächen über den Neubau bis zu seiner baldigen Eröffnung vergingen sechs Jahre. Bis 2020 soll die DHBW im Fallenbrunnen weiter wachsen. Zentral dabei ist das Regionale Innovations- und Technologiezentrum (RITZ), das direkt neben dem aktuellen Neubau entstehen soll. Der Anteil der DHBW daran ist ein Motorenprüfstand und ein EMV-Labor. In diesem Labor werden elektronische Geräte auf ihre elektromagnetische Verträglichkeit überprüft. Ziel ist es, dass die Geräte einander nicht stören.

Nur zehn Monate dauerte die Bauphase des in Modulbauweise errichteten Gebäudes. Einfach war die Realisierung trotzdem nicht: „Sie können das Gebäude mit Venedig vergleichen. Es steht nämlich auf 300 Gründungspfählen aus Beton. Jeder steckt neun Meter tief im Boden“, erklärte Dudek. 50 Jahre soll der Neubau seine Dienste tun. Die Raumgrößen sind durch versetzbare Zwischenwande variabel. Das zeigt sich im großen Vorlesungssal im Erdgeschoss, der sich in vier Seminarräume aufteilen lässt. „Große Räume sind bei der DHBW noch kein Standard. Aber wir brauchen sie, um Hochschule zu sein“, bemerkte DHBW-Kanzler Wolf-Dieter Heinbach. Auf zwei Geschossen finden sich verschiedene technische Labore und Vorlesungsräume. Im Erdgeschoss beeindruckt vor allem das ZF-Technology-Lab – eine große Halle mit einem Flugsimulator und einem Hubschraubersimulator. Um den Hubschraubersimulator soll eine Kugel gebaut werden, in welcher die Flugszenarien projiziert werden. An der Decke des Technology-Labs befindet sich ein Kran mit einer Traglast von fünf Tonnen, zum Transport der technischen Exponate.

„Warum steigt die Zahl der Studenten bei der DHBW? Nicht, weil es hier langweilig wäre“, sagte Bürgermeister Andreas Köster. Das zeigt sich auch in den anderen Laboren: Im 3D-Labor wird mit 3D-Druckern gearbeitet, im Werkstoffprüflabor werden Belastungstests durchgeführt und im Leichtbau-Labor liegen federleichte Originalteile der Trägerrakete Ariane 5. Im Elektromobilitätslabor wurde ein Kawasaki Mule vom Verbrennungsmotor auf E-Mobilität umgerüstet. „Das Ziel ist, das Fahrzeug irgendwann elektrisch und autonom fahren zu lassen“, so Heinz-Leo Dudek beim Rundgang. Im Obergeschoss befinden sich vor allem Vorlesungsräume für 30 bis 40 Personen, aber auch ein PC-Labor mit 30 Arbeitsplätzen.

Herbert Dreher, Rektor der DHBW Ravensburg, schaut bereits ins Jahr 2020. Er ist zuversichtlich, dass im Fallenbrunnen dann eine richtige Campus-Atmosphäre herrscht.

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