Die Mitglieder der preisgekrönten Gruppe auf der Bühne.
Die Mitglieder der preisgekrönten Gruppe auf der Bühne. (Foto: PR)
Schwäbische Zeitung

Einen großen Erfolg hat erreichte die Universitäts-Theatergruppe „ART“ der „Schule Nr. 18“ aus Polozk bei den Theatertagen am See. Neben einer Gruppe aus Südtirol erspielten sie sich mit ihrem Auftritt „Vorwärts Kätzchen“ den ersten Preis und setzten sich dabei gegen neun weitere Theatergruppen durch. Damit verbunden ist ein Preisgeld in Höhe von 800 Euro.

Bei der Entscheidung bewertete die Jury die Aktualität des Themas und das schauspielerische Können. Das Erwachsenenmärchen kam ganz ohne menschliche Charaktere aus und diente als Parabel. Es zeigte auf, wie einfach Menschen durch verschiedene Organisationen und Diktaturen zu beeinflussen sind und durch Angst und gezielte Informationsbeeinflussung klein beziehungsweise dumm gehalten werden können.

Von der Jury ausgewählt

Die zwölf Mitglieder der Theatergruppe freuten sich riesig über diesen Erfolg. Gegründet wurde die Spielgruppe 1999 von Anna Shelepova. 2010 wurde sie mit dem höchsten Titel bei den Amateurgruppen in Weißrussland „Verdientes Amateur Kollektiv der Republik Belarus“ ausgezeichnet.

Der Name „ART“ bestimmt das Repertoire des Theaters und steht für neue Arbeitsformen und verschiedene Stilrichtungen. Der Kontakt zu den Verantwortlichen der Theatertage am See knüpfte der Freundeskreis Polozk. Um mitspielen zu können, bewarb sich die Gruppe bei den Theatertagen und wurde von der Jury ausgewählt. Während des Aufenthalts betreuten der Freundeskreis Polozk und Helene Kohlöffel, Verantwortliche für die Partnerstadt Polozk bei der Stadt Friedrichshafen, die Schauspielerinnen und Schauspieler. Neben dem Auftritt bei den Theatertagen am See standen ein Treffen mit Bürgermeister Andreas Köster, der Austausch mit anderen Theatergruppen und ein Ausflug auf dem Programm.

Tiefgreifender Eindruck

Zu gleichen Teilen wie die Theatergruppe „ART“ wurde übrigens die Südtiroler Kunstwerkstatt Akzent aus Bruneck gewürdigt. Das Festival selbst fand in zwei Teilen statt. Die ersten drei Tage gehörten dem Jugend- und Schultheater, das erstmals unter dem Titel “justSEE„ veranstaltet wurde. Acht Produktionen fanden auf die Bühnen der Bodensee-Schule, Vorstellungen, die die Themen der Jugend wiederspiegeln und tiefgreifenden Eindruck beim Publikum hinterließen.

Gelöster waren dagegen einige Vorstellungen des sich anschließenden Festivals des internationalen Amateurtheaters. die nicht weniger Eindruck hinterließen, aber dennoch Spass und Humor transportieren. 17 Gruppen mit rund 300 aktiven Spielern aus Deutschland, Italien, Niederlande, Österreich, Schweiz, Ungarn und Weißrussland waren zu Gast und zeigten damit, dass das diesjährige Thema “Grenzenlos„ keine leere Formel blieb.

In den ersten Tagen des Festivals arbeiteten etwa 15 Theaterprädagogen in den Schulen der Region. Am Wochenende der Theatertage fanden zeitgleich 15 Theaterkurse statt, die von 220 Teilnehmern aus dem In- und Ausland wahrgenommen wurden. Von der Zirkusakademie, der theaterpädagogischen Ausbildung von Lehrern, interkulturellen Projekten mit den Schulen bis zum preisgekrönten Theater-Oberschwaben-Bodensee spannte sich ein Kaleidoskop des Amateurtheaters. Nicht umsonst gelten die Theatertage als größtes Amateurtheaterfestival Europas.

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