Hoffen auf die Spendenbereitschaft der Häfler für Mitbürger in Polozk (von links): Hubert Weiß (Freundeskreis Polozk), Marianna
Hoffen auf die Spendenbereitschaft der Häfler für Mitbürger in Polozk (von links): Hubert Weiß (Freundeskreis Polozk), Marianna Dreßler (MEFP), Gerlinde Ajiboye-Aimes (MEFP), Elvira Müller (Freundeskreis Polozk), Pfarrer Bernd Herbinger, Helene Koh (Foto: Lydia Schäfer)
Schwäbische Zeitung
Lydia Schäfer

Der Arbeitskreis Polozk, der Freundschaftskreis Polozk, die katholische Gesamtkirchengemeinde, der Arbeitskreis Mission-Entwicklung-Frieden-Polozk (MEFP) und die Stadt Friedrichshafen bitten die Häfler Bürger für die Partnerstadt Polozk in Weißrussland zu spenden. „Es hat sich in den vergangenen Jahren schon viel getan, aber die Bürger Polozks sind nach wie vor auf Hilfe angewiesen“, sagt Uwe Lenz, Vorsitzender des Arbeitskreises (AK) Polozk.

Die einzelnen Vereine unterstützen unterschiedliche soziale Projekte in Polozk. Gemeinsam haben siedafür gesorgt, dass das gespendete Geld zu hundert Prozent vor Ort ankommt und nicht durch Verwaltungsgebühren gemindert werde, sagen die Verantwortlichen Uwe Lenz vom AK, Marianne Dreßler und Gerlinde Ajiboye-Aimes von MEFP, Pfarrer Bernd Herbinger als Vorsitzender der katholischen Gesamtkirchengemeinde, Hubert Weiß und Elvira Müller vom Freundeskreis Polozk und Helene Kohlöffel von der Stadt Friedrichshafen, Ansprechpartnerin für die Städtepartnerschaft mit der weißrussischen Stadt.

Viele Freundschaften aufgebaut

Jeder Verein hat unterschiedliche Projekte, die sie unterstützen. Der Freundeskreis unterstützt hilfebedürftige Familien, die von Partnerschaftsvereinen in Polozk vor Ort betreut werden. Hierzu zählen die „Union Belarussischer Frauen“, „Strumok“ – ein Verein von Eltern mit Kindern mit geistiger und/oder körperlichen Behinderungen und dem „Tschernobyl-Echo“, der Kinder und Enkelkinder mit Geld für benötigte Medikament versorgt. „Viele müssen trotz steigender Lebensmittelpreise mit kleinen Renten und Löhnen auskommen“, sagen Elvira Müller und Hubert Weiß. In den 22 Jahren des Freundeskreises seien viele Freundschaften aufgebaut worden und „manche haben nicht das Geld für nötige Winterkleidung oder können für ihre Liebsten ein Weihnachtsgeschenk kaufen“. Auch hier möchte der Freundeskreis unterstützen.

Der Arbeitskreis MEFP der katholischen Gesamtkirchengemeinde unterstützt die Sozialstationen „St. Babola“ in Polozk und „Herz Jesu“ in Novo Polozk. Die Stationen werden von Schwestern betrieben, die wiederum von ehrenamtlichen Helfern aus der Bevölkerung unterstützt werden. „Diese Helfer arbeiten für die Sozialstation kostenfrei“, berichtet Mariann Dreßler. Lediglich die Fahrkarten für die Busse würden ersetzt werden, „denn schließlich werden die Menschen zu Hause gepflegt und die Ehrenamtlichen müssen da auch irgendwie hinkommen“. Auch die Mitarbeiter des MEFP bestätigen, dass sich die Situation insgesamt verbessert habe, aber „alte, kranke oder auch Menschen mit Behinderungen fallen da immer noch durch das Netz und leben dort völlig isoliert“, erzählt Pfarrer Herbinger. Die Spendengelder werden zum Kauf von Medikamenten, Hilfsmitteln wie Windeln oder Lebensmitteln oder auch um den Tank für den Transportbus, der für Menschen mit Gehbehinderungen und Kranke gebraucht wird, zu füllen.

Auch die Hilfe vor Ort kostet was und die Stadt Friedrichshafen unterstützt auch hier finanziell. Helene Kohlöffel lobt insbesondere die gute Zusammenarbeit mit den Häfler Vereinen, die auch von der Stadt unterstützt werden. Uwe Lenz fährt Ende kommender Woche in die weißrussische Partnerstadt und wird beispielsweise die medizinischen Geräte in den Krankenhäusern warten und gegebenenfalls reparieren. Dafür stelle die Stadt Geld zu Verfügung. Desweiteren bietet der erste Vorsitzende des Arbeitskreises an, Briefe mitzunehmen. „Allerdings wirklich nur Briefe und keine Päckchen oder Pakete“, sagt er. Wer einen Brief mitgeben möchte, kann diesen bis einschließlich Mittwoch, 29. November, im Rathaus an der Info oder bei Helen Kohlöffel abgeben.

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