Weiterbildung ist nach wie vor im Aufwärtstrend: Niko Nimmerrichter (Leiter der vhs), Lothar Riebsamen (MdB), Thomas Michel (Ge
Weiterbildung ist nach wie vor im Aufwärtstrend: Niko Nimmerrichter (Leiter der vhs), Lothar Riebsamen (MdB), Thomas Michel (Ge (Foto: lys)
Lydia Schäfer

Dem europäischen Computerführerschein (European Computer Driving Licence - ECDL) ist ein vereinfachtes Lernpaket vorangestellt worden. Das „Intro zum EDCL“ ermöglicht Teilnehmer, sich Grundlagen der Computernutzung zu erarbeiten. Die VHS Friedrichshafen hat dieses Paket in seinen Kurs „Assistenz in Betreuung und Pflege“ miteingebaut und ist damit bundesweit Vorreiter.

Zehn Teilnehmerinnen aus sieben unterschiedlichen Nationen lassen sich seit April zur Assistenz in der Betreuung und Pflege an der VHS ausbilden. Für Frauen mit Migrationshintergrund bieten die VHS und das Deutsche Rote Kreuz Bodenseekreis in Kooperation mit dem Jobcenter erstmalig diesen Lehrgang an. Ziel der einjährigen Ausbildung, die neben Theorie auch Praktika beinhaltet, ist es, die Fachqualifizierung „Helferin in der Pflege“ zu erwerben. Es ist ein Einstieg in das Berufsfeld Betreuung und Pflege. Mit diesem Abschluss haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, direkt in den Beruf einzusteigen, beziehungsweise die Qualifikation erworben, sich an einer Pflegefachschule zu bewerben. Diesem Lehrgang ist nun ein weiteres Lernpaket hinzugefügt worden. Das sogenannte „Intro zum EDCL“ umfasst einen Wissengrundstock, „den man heutzutage in der Arbeitswelt vorrausetzen kann“, sagt Thomas Michel, Geschäftsführer der Dienstleistungsgesellschaft für Informatik (DLGI). Die DLGI ist mit der Umsetzung des Europäischen Computerführerscheins in Deutschland beauftragt. Mit dem Erwerb des ECDL erhalte man eine tiefgreifende digitale Kompetenz. Er ist international anerkannt und wird bundesweit an 1500 Trainingszentren angeboten. Eines davon ist die VHS Friedrichshafen.

Neu ist das Intro zum EDCL, das in Taiwan entwickelt wurde und insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund oder Langzeitarbeitslosen die Möglichkeit bieten soll, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Die Teilnehmerinnen müssen innerhalb ihrer Ausbildung zwei Prüfungen für das Intro EDCL ablegen, um das Zertifikat zu erhalten. „Computerkenntnisse sind auch im Pflegebereich ein wichtiges Thema“, betont Babette Reitz, Projektmanagerin der VHS.

Dokumentationen verfassen und bearbeiten zu können gehöre zum beruflichen Alltag einer Pflegerin. „Der EDCL ist relativ anspruchsvoll“, sagt Guido Heft, der an der VHS die Kursinhalte zum EDCL und zum Intro lehrt. Das Intro hingegen vermittle notwendiges Basiswissen mit der Arbeit am Computer und sei in einer vereinfachten Sprache verfasst. „Künftig ist vorstellbar, das Intro EDCL ebenfalls in andere Lehrgänge minteinfließen zu lassen“, sagt Dieter Walther, Leiter des Fachbereichs Weiterbildung Beruf der vhs.

Medienkompetenz ist wichtig

Das Intro EDCL vermittle an Zielgruppen angepasste Inhalte, sodass neben Berufen aus der Gesundheitsbranche auch andere Weiterbildungslehrgänge davon profitieren könnten. „Nur einen Kursus an der VHS, bei dem man das Zertifikat des Intro EDCL erhält, ist so nicht denkbar, das wird in dieser Form immer in einem Weiterbildungsprojekt miteingebunden sein“, im Gegensatz zum EDCL, für den es Kurse gebe. „Das Wichtigste in der Pflege ist die Empathie“, betont MdB Lothar Riebsamen (CDU), aber auch hier sei Medienkompetenz nicht mehr wegzudenken ist. Der Trend gehe in Richtung digitaler Patientendaten, auch wenn man noch am Anfang stehe.

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