Kapitän Simon Tischer bedankte sich nach dem Ausscheiden des VfB in der Champions League bei den Zuschauern in der ZF-Arena, die
Kapitän Simon Tischer bedankte sich nach dem Ausscheiden des VfB in der Champions League bei den Zuschauern in der ZF-Arena, die die Häfler Mannschaft trotz der Niederlage bis zum Ende unterstützten. (Foto: Kram)
Schwäbische Zeitung

Die Volleyballer des VfB Friedrichshafen fahren nicht nach Kasan zum Final Four der Champions League. Nach der 0:3-Niederlage gegen den polnischen Meister Zaksa (19:25, 18:25, 13:25) am Dienstagabend schied der Deutsche Pokalsieger aus. Bereits in der Vorwoche unterlag der VfB im Hinspiel knapp mit 2:3. 3270 Zuschauer verfolgten das hochklassige Spiel in der ZF-Arena.

Symptomatisch für das Spiel des VfB Friedrichshafen war der Matchball. Nach einem Aufschlag von Mateusz Bienek drosch David Sossenheimer den Ball ins Aus. VfB-Trainer Vital Heynen brauchte den Videobeweis nicht zu bemühen. Es lag aber nicht an Sossenheimer, dass die Partie nach etwas mehr als 72 Minuten vorbei war. Der polnische Meister spielte vor allem im Angriff ein unglaubliches Spiel.

94 Prozent Quote

Im ersten Durchgang lag die Quote bei 94 Prozent. „Ich kann mich nicht erinnern, wann wir so ein perfektes Spiel gezeigt haben. Ich muss aber auch sagen, dass die Annahme sehr gut war“, sagte Benjamin Toniutti, Zuspieler der Gäste. Der dritte Satz wurde zu einer Demonstration. Zaksa ließ nicht locker, schlug weiter gut auf und ließ den VfB kaum durchatmen. „Ich muss sagen, dass Zaksa einfach perfekt gespielt hat“, meinte Sossenheimer. „Ich habe das Spiel trotzdem genossen. Wann spielen wir wieder gegen so eine starke Mannschaft?“

Simon Tischer, Bartolomiej Boladz, David Sossenheimer, Athanasios Protopsaltis, Philipp Collin, Andreas Takvam und Libero Markus Steuerwald zeigten eine gute Leistung. Doch die reichte nicht, um gegen einen solchen Angriff zu bestehen. „Wenn eine Mannschaft im Angriff eine solche Effektivität an den Tag legt, dann musst du ähnlich dagegenhalten, sonst gehst du unter“, sagte Vital Heynen.

Von Beginn an machte der polnische Meister mächtig Druck, ließ nicht viel zu und bereitete dem VfB sehr viele Probleme. Bis zum 4:6 spielte der VfB auf Augenhöhe, dann war es vorbei. 8:5, 12:6, 16:9 – und am Ende hieß es 25:19 aus Sicht der Gäste. Alles was die Polen machten, gelang. „Das war der Grundstein zum Sieg“, sagte Zaska-Trainer Andrea Gardini.

Die Zuschauer in der ZF-Arena gaben ihr Bestes, waren lauter als die etwa 50 polnischen Fans. Nur die Spieler von Zaksa blieben unbeeindruckt. Im zweiten Durchgang durfte der VfB bis zum 5:7 mitspielen. Und als es so aussah, als ob der VfB Paroli bieten konnte, machten die Häfler einfache Fehler und halfen so den Gästen, wieder davonzuziehen. „Gegen so einen Gegner darfst du dir nichts erlauben“, meinte Heynen. Zaska war im zweiten Durchgang zwar von den Prozenten her schlechter als der VfB (57/55), die Gäste machten jedoch mehr Punkte.

Toniutti überragt

Der VfB versuchte viel, variierte im Aufschlag, Zuspieler Simon Tischer probierte alles, um seine Angreifer gut in Szene zu setzen, es half nichts. Der polnische Meister wusste auf alles eine Antwort. Manchmal hatte man den Eindruck, dass Toniutti, der eine überragende Leistung zeigte, sich einen Spaß machte, den VfB-Block ins Leere laufen zu lassen. Nach einem Ass von Lukasz Wisniewski war auch der zweite Durchgang Geschichte (25:18).

Was bleibt: Der VfB Friedrichshafen hat eine starke Champions League gespielt und ist gegen einen sehr starken Gegner ausgeschieden.

Zurecht klatschten die Zuschauer nach dem Schlusspfiff anhaltend Beifall.

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