Nicht gerade geordnet: Die Stadt will die Parksituation im Fallenbrunnen bewirtschaften und in den Griff bekommen.
Nicht gerade geordnet: Die Stadt will die Parksituation im Fallenbrunnen bewirtschaften und in den Griff bekommen. (Foto: Ralf Schäfer)
Ralf Schäfer

Der Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen hat in seiner Sitzung am Montag einstimmig beschlossen, das Gebiet Fallenbrunnen zur Campus-Parkzone zu machen. Die Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und der Zeppelin-Universität, die damit zur Kasse gebeten werden, sind sauer, dass sie bei den Beratungen nicht beteiligt wurden.

Jetzt sollen die Technischen Werke zwei Parkplätze für Dauerparker einrichten, an einigen Straßenabschnitten kostet das Parken bald einen Euro pro Stunde bei einer Höchstparkdauer von drei Stunden und einer Gültigkeitsdauer zwischen 8 und 18 Uhr. Nach zwei Jahren soll entschieden werden, ob ein Parkdeck südlich der Swiss International School gebaut wird. Die Studenten sollen mit einer Monatskarte für 20 Euro auf den Dauerparkplätzen parken können, für Mitarbeiter der Universitäten und anderen Einrichtungen brachte TWF-Geschäftsführer Manfred Foss die Monatskarte für 30 Euro zur Sprache.

Chaotisch geparkt

Hintergrund dieses Konzeptes war der Umstand, dass im Fallenbrunnen derzeit chaotisch geparkt werde. Feuerwehrzufahrten seien zugestellt und an unübersichtlichen Stellen stünden Fahrzeuge, die den Verkehr behindern würden. Seitens der Fraktionen, die am Wochenende einen offenen Brief der Studentenvertreter bekommen hatten, gab es daraufhin Rückfragen zur Taktung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Andere Vorschläge beinhalteten Leihfahrräder und Uni-interne Lösungen oder Fahrgemeinschaften. Die Ratsmitglieder drängten auch darauf, die Wege und die Beleuchtungssituation im Fallenbrunnen endlich zu verbessern.

Zu den Bus-Abfahrtszeiten argumentierte Stadtverkehr-Chef Manfred Foss, er könne es nicht allen Recht machen. Er betonte, dass erst seit dem vergangenen Jahr eine dritte Linie durch den Fallenbrunnen fahre. Gerhard Leiprecht (Grüne) verteidigte die Idee der Parkraumbewirtschaftung mit der Aussage: „Ein Parkplatz ist keine Sozialleistung. Wer sich den Luxus des eigenen Autos leistet, muss auch Parkgebühren zahlen können.“

Wenn der Bus fährt

Die Höhe des Monatstickets begründete Foss mit rund 110 Euro, die ein Halbjahres-Ticket für Studenten beim Verkehrsverbund Bodo kostet. Er rechnet damit, dass nach Einführung der Parkgebühren Anfang September rund zehn Prozent mehr Studenten mit dem Bus, statt dem eigenen Auto fahren würden.

Die Studenten, die auf der Zuschauertribüne die Sitzung verfolgten, sehen das anders. Nach der Sitzung erklärten sie ihr „Dilemma“, in dem sie stecken würden. Die Busfahrzeiten seien unabhängig von den Vorlesungszeiten. Viele Uni-Veranstaltungen dauerten bis 22 Uhr und länger, dann fahre kein Bus mehr. In anderen Städten seien die Parkplätze an der Uni kostenlos.

Vorher nicht gehört worden

Vor allen Dingen aber kritisierten sie, im Vorfeld zu dem Problem nicht gehört worden zu sein. Zu der Informationsveranstaltung, die Manfred Foss in der Ratssitzung „mit 17 Teilnehmern der Unis“ noch erwähnt hatte, seien keine Studenten, geschweige denn die offiziellen Studentenvertretungen eingeladen gewesen. Sie sahen sich auch gegenüber den Kulturstättenbesuchern im Nachteil, die abends ab 18 Uhr kostenlos parken dürfen.

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