Osterkonzert sorgt für eine volle Rotachhalle

Lesedauer: 5 Min
 Antonius Bittner (Bezirksvorstand vom Blasmusikverband) ehrt Alfred Pfeffer, der seit 40 Jahren im Verein ist. Laura Bolz, Vors
Antonius Bittner (Bezirksvorstand vom Blasmusikverband) ehrt Alfred Pfeffer, der seit 40 Jahren im Verein ist. Laura Bolz, Vorsitzende des Musikvereins, gratuliert. (Foto: Ruth Maria Schwamborn)
Schwäbische Zeitung
Ruth Maria Schwamborn

Zum traditionellen Osterkonzert hat der Musikverein Ailingen am Sonntagabend in die Rotachhalle eingeladen. Dass so viele Besucher der Einladung gefolgt waren, nahm die Vorsitzende Laura Bolz in ihrer Begrüßung wohlwollend und nicht ohne Stolz zur Kenntnis. Wie sich im Laufe des Abends heraus stellen sollte, war der Stolz angesichts der hochkarätigen Musikauswahl und der Virtuosität jedes einzelnen Musikers durchaus berechtigt.

Den Auftakt durfte die Jugendkapelle „ Dreierlei“, eine Zusammensetzung der Nachwuchstalente aus Berg, Jettenhausen und Ailingen unter der Leitung von Felix Olbricht, übernehmen. Ob es am Namen lag oder am zeitlich gesteckten Rahmen: Nach nur drei gelungenen Stücken (unter anderem „Music“ von John Miles) räumten die Jungen die Bühne.

Anschließend entführte der Musikverein unter der Leitung von Karl Hanspeter die Zuhörer auf eine musikalische Reise in die skandinavischen Länder. Beim ersten Stück „Voice of the Vikings“ von Michael Geisler fühlten sich die Besucher in die mystische Welt der Wikinger versetzt. Durch die markanten Trommelschläge und die tiefe monotone Gesangseinlage aller Musiker erblickte man vor dem geistigen Auge die wilden Wikinger beim Rudern einer ihrer Galeeren.

Solistische Höhepunkte

Auch der zweite Titel „How to train your Dragon“ von John Powell passte sich – durch die hervorragende instrumentelle Umsetzung – der Thematik wunderbar an. Wieviel Potenzial in jedem einzelnen Musiker steckte, zeigte sich im zweiten Teil des Konzertes. Da war jedes gespielte Musikstück ein Höhepunkt für sich und zeigte die solistischen Fähigkeiten verschiedener Instrumentalisten. So konnten bei einem spanischen Volkstanz mit dem Titel „ Malaguena“ von Ernesto Lecuona Casado-Helmut Neurohr an der Trompete und Franziska Weishaar am Saxophon brillieren und ernteten dafür vom Publikum Zwischenapplaus. Der Titel überzeugte mit so viel fulminanten Klangvolumen und faszinierender Rhythmen, dass die Musiker hierfür zu Recht die ersten Begeisterungsrufe und frenetischen Applaus erhielten. Dieses hohe Niveau wurde auch beim darauffolgenden Stück „Can’t Help Falling in Love“ von Elvis Presley beibehalten. Hierbei wechselte der Dirigent Karl Hanspeter den Taktstock gegen die Trompete ein und zeigte seine grandiosen Qualitäten als Solist. Wer nun der Meinung war, dies sei nicht mehr zu übertreffen, wurde eines Besseren belehrt. Im letzten Stück des Konzertprogrammes, „Englishman in New York“ von Sting, flogen Christian Brendle als Solist an der Klarinette die Sympathien der Konzertbesucher geradezu zu. Das Stück erforderte viel Fingerfertigkeit und Brendle meisterte dies mit Bravour.

Nach so viel exzellentem Hörgenuss hatte das begeisterte Publikum noch immer nicht genug und entlockte den Akteuren mit forderndem Klatschen und Rufen zwei weitere Zugaben. Nach dem Marsch „Kaiserin Sissi“ und dem „Steigermarsch“ endete ein kurzweiliger Konzertabend welcher selbst nicht eingefleischte Blasmusikfreunde überzeugte.

Antonius Bittner, Bezirksvorsitzender des Blasmusikverbandes und Ehrenmitglied des Musikvereins, hatte nach dem Konzert noch die Freude, Alfred Pfeffer für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft mit der goldenen Ehrennadel mit Diamant und Ehrenbrief auszuzeichnen. Er dankte ihm „für die Erhaltung des Kulturgutes der heimischen Blasmusik“.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen