„One Billion Rising“: Friedrichshafen protestiert gegen Gewalt an Frauen

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 Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen (von links): Brigitte Pfrommer-Telge (Gleichstellungsbeauftragte Stadt Friedrichshafen), Mara
Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen (von links): Brigitte Pfrommer-Telge (Gleichstellungsbeauftragte Stadt Friedrichshafen), Mara Klein (Frauen helfen Frauen Friedrichshafen), Traudl Schlegel (Frauen helfen Frauen Friedrichshafen), Veronika Wäscher-Göggerle (Frauen- und Familienbeauftragte Landratsamt Bodenseekreis), Stefanie Acker (AWO), Gabrielle Löffler (Beratungsstelle Frauen in Not- und Trennungssituationen Stadt Friedrichshafen), Anje Noack (Frauen helfen Frauen Friedrichshafen) und Gloria Tirapegui (GEA Interkultureller Frauenarbeitskreis). (Foto: Stadt Friedrichshafen)
Schwäbische Zeitung

Mit der Tanzaktion „One Billion Rising“ protestieren am Samstag, 16. Februar, um 10.30 Uhr Frauen und Männer vor der Musikmuschel im Uferpark gegen Gewalt an Frauen. Zur Aktion gibt es ein Rahmenprogramm am Donnerstag, 14. Februar. Die Schauspielerin Jutta Klawuhn liest um 20 Uhr aus dem Buch „Vagina Monologe“ von Eve Ensler in den Räumen von Ravensbuch in der Karlstraße 42 in Friedrichshafen. Dabei wird sie von der Jazzmusikerin Isolde Werner begleitet. Der Eintritt kostet zehn Euro, ermäßigter Eintritt acht Euro.

Zu den Veranstaltungen sind alle aufgerufen, die sich solidarisch mit den Opfern von Gewalt zeigen. Friedrichshafen beteiligt sich zum ersten Mal an der weltweiten Kampagne „Bewegen-erheben-leben“. Mit dem Protesttanz am Samstag, 16. Februar, wollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Kinder aufstehen.

Zum Protesttanz laden die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Friedrichshafen, die Frauen- und Familienbeauftragte des Landratsamtes Bodenseekreis, die Beratungsstelle für Frauen in Not- und Trennungssituationen der Stadt Friedrichshafen, das Frauen- und Kinderschutzhaus der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Frauen helfen Frauen, der interkulturelle Frauenarbeitskreis GEA, der katholische Deutsche Frauenbund Friedrichshafen (KDFB) und die Schule St. Elisabeth ein.

Weltweit erfährt jede dritte Frau erlebt laut Pressemitteilung der Stadt in ihrem Leben Gewalt, wird geschlagen, zu sexuellem Kontakt gezwungen, vergewaltigt oder in anderer Form misshandelt. Dies sind somit eine Milliarde Frauen, also „one billion“ (so die US-amerikanische Bezeichnung für „Milliarde“).

Ins Leben gerufen wurde die Aktion „One Billion Rising“ von der New Yorker Künstlerin Eve Enser. Mehr als 200 Länder weltweit machen mittlerweile mit. In Deutschlande folgten 2018 rund 60 000 Menschen an 180 Orten dem Aufruf.

Die Protestaktion richtet sich gegen jegliche Formen der Gewalt: sexuelle und körperliche Gewalt sowie psychische und strukturelle. Deshalb gehen weltweit Frauen – und auch solidarische Männer – auf die Straße und fordern: Schluss mit der Gewalt gegen Frauen. Dies mit Hilfe eines Tanzes zu tun, ist eine kreative, gewaltfreie und verbindende Aktionsform, im Wissen, dass überall auf der Welt Frauen und Männer protestieren.

„Wir zeigen der Welt unsere kollektive Stärke und unsere globale Solidarität über alle Grenzen hinweg. Damit sich möglichst viele Menschen aus dem gesamten Bodenseekreis an dieser Aktion beteiligen können, haben wir in Friedrichshafen den Samstagvormittag für den Protesttanz gewählt“, so die Veranstalterinnen. Der Protesttanz findet bei jeder Witterung statt.

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