Ohne ehrenamtliche Helfer geht es im Hospiz nicht

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 Im Häfler Hospiz wird auch mal herzhaft gelacht: hier die ehrenamtliche Hospizmitarbeiterin Elfi Schawaller (rechts) mit einem
Im Häfler Hospiz wird auch mal herzhaft gelacht: hier die ehrenamtliche Hospizmitarbeiterin Elfi Schawaller (rechts) mit einem Hospizgast. (Foto: Brigitte Geiselhart)
Brigitte Geiselhart

Wer sich vorstellen könnte, als Hospizmitarbeiter im ambulanten oder stationären Dienst ehrenamtlich tätig zu werden, ist vom Hospizverein St. Josef e.V. zum Informationsabend am Dienstag, 13. November, um 19 Uhr ins Franziskuszentrum, Raum 039, eingeladen. Der nächste Einführungskurs für ehrenamtliche Hospizmitarbeiter startet am Samstag, 19. Januar 2019, mit einer Übersicht und einem ersten Kennenlernen und umfasst insgesamt 20 Abendveranstaltungen und vier Samstagsveranstaltungen. Kursinhalte sind unter anderem Aspekte der Palliativmedizin, Kommunikation und Gesprächsführung, Wege spiritueller Begleitung, auch rechtliche und ethische Fragestellungen. Weitere Information und Anmeldung bei Birgitta Radau, Koordinatorin ambulanter und stationären Hospizdienst, Telefon 0173 / 371 12 26 oder bei Hospiz-Seelsorgerin Brigitte Tauscher-Bährle, Telefon 0151 / 14 83 86 43.

„Ein Rasthaus am Lebensweg, um das letzte Stück würdevoll gehen zu können“. So hat es Diakon Bernd Strohmaier als damaliger Vorsitzender des Hospizvereins St. Josef vor Jahren formuliert. Die Rede ist von der Hospizstation im Franziskuszentrum. Ein Ort, an dem Schwerstkranke und Sterbende unabhängig von ihrer religiösen, ethischen oder politischen Weltanschauung aufgenommen und rund um die Uhr individuell betreut und begleitet werden – von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften.

Hier haben in den vergangenen 20 Jahren etwa 1700 Menschen aus dem Bodenseekreis, aber auch aus den umliegenden Landkreisen, ihren letzten Lebensabschnitt verbracht. Manchmal waren es Monate, manchmal nur Wochen oder sogar nur einzelne Tage. Die allermeisten Gäste waren Menschen mit unheilbaren Krebserkrankungen. Erwachsene aller Altersstufen, die ältesten waren sogar 100 Jahre alt.

„Niemand alleine lassen“

Dass der Bedarf für Hospizpflege – sowohl im stationären, besonders aber auch im ambulanten Bereich – steigend ist, davon berichtet Birgitta Radau, die den Hospizdienst der ehrenamtlichen Mitarbeiter koordiniert. „Ohne Ehrenamtliche wäre vieles nicht möglich. Sie sind für uns eine nicht wegzudenkende Hilfe.

Durch ihre Unterstützung ist es auch möglich, individueller auf die Wünsche und Befindlichkeiten unserer Gäste einzugehen“, betont auch Pflegefachkraft Gabi Vogel. „Nicht zuletzt können wir auch Sitzwachen halten, um gerade in der Sterbephase niemand alleine lassen zu müssen.“

Derzeit sind es rund 40 Frauen und Männer, die – ergänzend zum professionellen Dienst – Zeit und Empathie mitbringen, die zuhören können, fürs Gespräch bereit sind und einfach da sind – und sei es manchmal nur dafür, die Hand eines schwerstkranken Menschen zu halten. Und natürlich entsprechend geschult sind. Menschen wie Elfi Schawaller.

Der Dienst im Hospiz ist zum Teil des Lebens geworden

„Ich habe die ersten Erfahrungen mit dem Hospiz gemacht, als mein Lebensgefährte im Jahr 2004 und Anfang 2010 mein Bruder hier als Gast war. Auch als Angehörige habe ich mich gut aufgenommen und bereut gefühlt“, sagt sie. Schon damals sei der Gedanke in ihr gewachsen, sich ehrenamtlich fürs Hospiz zu engagieren. „Allerdings war ich in der Zeit noch voll berufstätig“, sagt die heute 69-Jährige. Vor zwei Jahren habe sie sich dann entschlossen, einen Einführungskurs für ehrenamtliche Hospizhelfer zu belegen – seither sei der Dienst im Hospiz zu einem Teil ihres Lebens geworden.

Ein unschätzbares Vertrauensverhältnis

„Ich kann mich hier als Mensch einbringen – so wie ich bin“, zieht Elfi Schawaller eine zufriedene Zwischenbilanz und lobt auch das pflegliche Miteinander zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen. „Es ist eine sehr interessante Tätigkeit“, sagt sie. Man komme mit Menschen in ganz persönliche Gespräche, die es sonst nicht geben würde. Als Hospizmitarbeiter sei man ganz nah an seinem Gegenüber und es käme nicht selten zu unschätzbaren Vertrauensverhältnissen.

„Außenstehende können sich kaum vorstellen, dass im Hospiz ein ganz normales Leben stattfindet“, ergänzt Birgitta Radau. Gerade auch deswegen sei die Unterstützung durch Ehrenamtliche so wichtig. „Sie bringen Normalität und das äußere Leben mit in die Station“, sagt sie – während bei den Fachkräften naturgemäß die medizinische pflegerische Versorgung im Vordergrund stünde.

Dadurch kommt man raus aus dem Teufelskreis der Gedanken“

Ehrenamtskoordinatorin Birgitta Radau

Im Gespräch zwischen Ehrenamtlichen und Gästen würden auch mal gemeinsam Erinnerungen ausgetauscht oder über ganz alltägliche Dinge geredet. „Dadurch kommt man auch raus aus dem Teufelskreis der Gedanken“, sagt Birgitta Radau.

Dass ihr Engagement als ehrenamtliche Hospizmitarbeiterin für sie eine Bereicherung ist, das steht für Elfi Schawaller außer Frage. „Man wird auch selber ruhiger“, sagt sie. „Und man erkennt, dass man im Alltag nicht alles so wichtig nehmen muss.“

 

Wer sich vorstellen könnte, als Hospizmitarbeiter im ambulanten oder stationären Dienst ehrenamtlich tätig zu werden, ist vom Hospizverein St. Josef e.V. zum Informationsabend am Dienstag, 13. November, um 19 Uhr ins Franziskuszentrum, Raum 039, eingeladen. Der nächste Einführungskurs für ehrenamtliche Hospizmitarbeiter startet am Samstag, 19. Januar 2019, mit einer Übersicht und einem ersten Kennenlernen und umfasst insgesamt 20 Abendveranstaltungen und vier Samstagsveranstaltungen. Kursinhalte sind unter anderem Aspekte der Palliativmedizin, Kommunikation und Gesprächsführung, Wege spiritueller Begleitung, auch rechtliche und ethische Fragestellungen. Weitere Information und Anmeldung bei Birgitta Radau, Koordinatorin ambulanter und stationären Hospizdienst, Telefon 0173 / 371 12 26 oder bei Hospiz-Seelsorgerin Brigitte Tauscher-Bährle, Telefon 0151 / 14 83 86 43.

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