Nikoläuse beklagen Konkurrenz durch den Weihnachtsmann

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Mit weißen Rauschebärten und roten Mänteln sitzen die Männer in der katholischen Messe und warten auf ihre Entsendung — am Sonntag sind sechs Nikoläuse am Bodensee in die Weihnachtszeit gestartet. „Unser Konkurrent ist dieser Weihnachtsmann“, erklärt Berthold Erich Schwarz, Gründer der Nikolausgilde in Friedrichshafen.

Andenken an Bischof Nikolaus von Myra 

Er und die anderen Mitglieder verkörpern Bischof Nikolaus von Myra und wollen dessen Andenken hochhalten. „Der Bischof hat wirklich gelebt, er ist keine zusammengeschusterte Märchenfigur wie der Weihnachtsmann. Aber Kinder und Eltern wissen den Unterschied gar nicht mehr.“

Statt mit Zipfelmützen ziehen Schwarz und die anderen Nikoläuse mit geweihten Kopfbedeckungen, gedrechselten Holzstäben und goldenen Büchern los.

Begleitet von Knecht Ruprecht besuchen sie Familien, Kindergärten und Vereine. Wie ihr Vorbild wollten auch sie Gutes tun, erklärt Schwarz. Geld, das sie für ihre Auftritte bekommen, werde für wohltätige Zwecke gespendet.

Auch an anderen Orten gibt es solche Gilden. In Friedrichshafen sorgt sich Schwarz um den Nikolaus-Nachwuchs. „Wir haben die Befürchtung, dass das langsam ausstirbt.“

Zwar ist der 68-Jährige für diese Saison schon komplett ausgebucht. Doch vor allem der Nachwuchs scheint den ehrenamtlichen Nikoläusen zu fehlen - wie Schwarz auch in diesem Interview aus dem Jahr 2017 einräumt:

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