Niederländer baut legendäres Luftschiff nach - aus Legosteinen

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Das vom Niederländer Jeroen Ottens im Maßstab 1:100 aus Legosteinen nachgebaute Luftschiff „Hindenburg“. Das Luftschiff ist 245
Das vom Niederländer Jeroen Ottens im Maßstab 1:100 aus Legosteinen nachgebaute Luftschiff „Hindenburg“. Das Luftschiff ist 245 Zentimeter lang und 40 Zentimeter breit. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung
Heinz Kelvin Esser

Der Niederländer Jeroen Ottens aus Veldhoven hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Er baut in seiner Firma aus Legosteinen Miniaturmodelle von Autos, Flugzeugen und Baumaschinen. Jetzt ist ihm etwas ganz besonderes gelungen. Er hat das Luftschiff „Hindenburg“ (LZ 129) nachgebaut.

Die Zerstörung des Zeppelins bei der Landung in Lakehurst bei New Jersey am 6. Mai 1937, bei der 35 Menschen ums Leben kamen, gehört zu den berühmtesten Unfällen der Luftfahrtgeschichte. Das war für Jeroen Ottens auch ein Grund dafür, sich genau für dieses Modell eines Luftschiffs zu entscheiden.

„Ich habe es gebaut, weil die Hindenburg ein Höhepunkt menschlicher Ingenieurskunst war und mit ihr eine tragische Geschichte verbunden ist, die der Erinnerung an ihr mehr Emotionen verleiht als an jedes andere jemals gebaute Fluggerät“, sagt er im Gespräch mit Schwäbische.de. Das Interesse für Fragen der Luftfahrt war in Ottens’ Familie wohl schon immer sehr groß. Sein Vater arbeitete schließlich beim niederländischen Luft- und Raumfahrtlaboratorium.

Sein Traum-Arbeitgeber

Vor sieben Jahren verbrachte Ottens dann seinen Sommerurlaub mit seiner Familie am Bodensee. Damals sah er zum ersten Mal einen fliegenden Zeppelin. Als er dann nach Friedrichshafen kam, nutzte er sofort die Gelegenheit das Häfler Zeppelin-Museum zu besuchen.

In der Museumsausstellung faszinierte ihn vor allem die Größe der „Hindenburg“. „Sie war mit einer Länge von 245 Metern mehr als dreimal so lang wie der 73 Meter lange Airbus 380, das größte heute fliegende Passagierflugzeug“, erklärt er begeistert.

Seit frühesten Kindheitstagen hat Ottens außerdem Spaß beim Bauen von Modellen aus Lego gehabt. In der Zeit seines Maschinenbaustudium hörte er zwar auf, Lego-Modelle zu bauen. Doch nach dem Studium konnte er sich wieder seinem Hobby widmen, als er eine Stelle als Technik-Designer im dänischen Billund erhielt - natürlich bei seinem Traum-Arbeitgeber: Lego. Um seine Leidenschaft endgültig zum Beruf zu machen, gründete später sogar seine eigene Firma, die auf Anfrage Lego-Modelle verschiedener Verkehrsfahrzeuge produziert.Irgendwann nahm er dann den Bau des Zeppelin-Modells aus Legosteinen in Angriff. Zwei Bereiche am Luftschiff bereiteten Ottens besondere Schwierigkeiten: Bei der Konstruktion der Innenringe des Zeppelins musste er offenbar jeden einzelnen Ring separat entwerfen. Mit Hilfe einer Excel-Tabelle und der richtigen Formeln errechnete er dann die richtigen Kombinationen aus Bauteilen, um die jeweils passenden Durchmesser zu erhalten.

Am Heck des Modells gab es außerdem sehr wenig Platz, um die zentrale Säule des Zeppelins zu befestigen und vier Ruder zu verbinden. Am Ende gelang ihm trotz einiger Anfangsprobleme der Bau.

Das fertige Modell-Luftschiff besteht nun aus etwa 7000 Bausteinen. Es wiegt um die zehn Kilogramm und ist 2,45 Meter lang und 40 Zentimeter breit.

Ausstellung in Friedrichshafen

Jüngst hat Jeroen Ottens das Häfler Zeppelin-Museum gefragt, ob Interesse bestehe, das Modell in der Ausstellung zu zeigen. „Sie waren aber nicht interessiert, weil es keinen Platz dafür gebe“, erinnert er sich an die Anfrage. Er hofft nun, dass sich auch andere Menschen für das Modell einsetzen, damit es doch noch einen Platz in der Ausstellung des Zeppelin-Museums in Friedrichshafen finden kann.

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