Nicht nur in der Natur, auch beim „Radio Scouting“ bärenstark

Lesedauer: 4 Min
Richtige Funker sind auch gute Tüftler - wie diese Pfadfindergruppe aus Tuttlingen eindeutig demonstriert.
Richtige Funker sind auch gute Tüftler - wie diese Pfadfindergruppe aus Tuttlingen eindeutig demonstriert. (Foto: Brigitte Geiselhart)
Brigitte Geiselhart

Pfadfinder sind tolle Naturburschen und -mädchen, die gern draußen an der frischen Luft, bei der Schnitzeljagd und am Lagerfeuer ganz vorne dabei sind – und die sich jeden Tag Zeit für eine gute Tat nehmen. Vielleicht stimmen diese Klischees. Pfadfinder sind aber auch durchaus technikbegeistert und in Sachen Funk bärenstark aufgestellt. Das zeigte sich eindrücklich bei der 43. Auflage der Ham Radio, die unter dem Motto „Radio Scouting – Abenteuer Jugend-Amateur-Funk“ stand – und vor allem die genannte weltweite Jugendorganisation in den Fokus nahm.

Was hat es zum Beispiel mit „Jota“ (Jamboree on the air) – dem jährlichen Treffen funkinteressierter Pfadfinder auf bestimmten Amateurfunkfrequenzen auf sich, das jährlich am dritten Oktoberwochenende stattfindet? Darüber weiß Heinz Keller von der Schweizer Pfadi-Gruppe aus St. Gallen und Appenzell bestens Bescheid. Nicht umsonst wird er von den Jugendlichen „Mr. Jota“ genannt. „Das Internet hat heute jeder in der Hosentasche. Aber Amateurfunk ist schon eine ganz andere Nummer und eine technische Herausforderung für die Jugendlichen“, sagt er und berichtet davon, dass es mit Radio Scouting beim letztjährigen Bundeslager in Mecklenburg-Vorpommern gelungen sei, die Internationale Raumstation ISS anzufunken und mit Astronauten zu sprechen. „Radio Scouting ist wie ein Virus, den man nicht mehr los wird“, sagt Mr. Jota.

Mit Funkexperten fachsimpeln

Viele Produkte, Trends und Neuheiten sieht man an den Ständen der rund 180 Aussteller aus 30 Ländern. Auf Interesse stoßen auch die Vorträge rund ums Funken, zu denen der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) eingeladen hat. „Funk begleitet mich seit meiner Kinderzeit“, erzählt Marco Fischli aus Sulgen in der Schweiz, der inzwischen der Generation Ü40 angehört. „Die Händler sind mittlerweile rarer geworden“, sagt er. Deshalb nutzt er den Messerundgang wie immer auch dazu, sich an den Ständen umzusehen, um sich mit diversen Steckern und Spezialkabeln einzudecken.

Die Ham Radio ist aber immer auch der richtige Ort, um mit gleichgesinnten Funkexperten zu fachsimpeln und sich darüber zu informieren, was namhafte Aussteller wie Hilberling, Icom, JVCKenwood oder Yaesu zu bieten haben. Jan Hauschild, Ernst Steinhauser und Markus Steiner, DARC-Mitglieder aus Ravensburg, sind von der „perfektem Empfängerperformance“ einzelner Geräte beeindruckt und davon, wie sich die Technik in den vergangenen Jahren verfeinert habe. Und sie sind begeistert, vielerorts das Label „Made in Germany“ zu entdecken. „Gut, dass es nicht nur in Fernost, sondern auch in Deutschland das nötige Knowhow für den High-End-Bereich gibt“, sind sie zufrieden und freuen sich darauf, in den Messehallen noch vieles zu entdecken.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen