Neues Bildungshaus in Berg feierlich eröffnet

Lesedauer: 6 Min
 Das zweigeschossige barrierefreie Gebäude in Holzbauweise fügt sich harmonisch in die Landschaft ein. Investiert wurden insgesa
Das zweigeschossige barrierefreie Gebäude in Holzbauweise fügt sich harmonisch in die Landschaft ein. Investiert wurden insgesamt 5,5 Millionen Euro. (Foto: Brigitte Geiselhart)
Brigitte Geiselhart

Auf diesen Tag hat man in Berg lange gewartet. Umso größer war jetzt die Freude, dass das neue Bildungshaus am Samstag offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde. Nach dem Festakt - der von einer Abordnung des Musikvereins Berg musikalisch gestaltet wurde - konnten sich viele Besucher beim Tag der offenen Tür davon überzeugen, dass sich das zweigeschossige barrierefreie Gebäude harmonisch in die Landschaft einfügt und reichlich Platz zum Toben für die Kindergartenkinder und zum Lernen für die Grundschüler bietet.

„Ein Haus, auf das Architekt, Ortschaft und Stadt zurecht stolz sein dürfen.“ Diese Worte gingen Ailingens Ortsvorsteher Georg Schellinger in seiner Ansprache leicht von den Lippen. Die Anspannung der vergangenen Monate – bedingt auch durch den zwischenzeitlichen Baustopp aufgrund der Insolvenz einer beauftragten Firma und den dadurch entstanden zeitlichen Verzug von etwa einem Jahr – sei endlich gewichen, betonte er. Stattdessen überwiege nun das Gefühl der Dankbarkeit: für das Bekenntnis der Stadt zum Bildungsstandort Berg und für die Architektur des Bildungshauses, die durch Funktionalität, Ästhetik und kindgerechte Gestaltung überzeuge, so Schellinger.

„Es ist ein Musterbeispiel dafür, wie Kindergarten und Schule aussehen sollten“, bescheinigte Erster Bürgermeister Stefan Köhler dem Bildungshaus Berg. Er blickte noch einmal auf die Eckpunkte bei Planung und Erstellung des Neubaus zurück. „Gut Ding will Weile haben“, so sein Fazit auch mit Blick auf die zeitlichen Verzögerungen. Froh könne man insbesondere darüber sein, dass sich die vor zehn Jahren abwärts zeigenden Prognosen des Statistischen Landesamtes hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung in Friedrichshafen mittlerweile komplett gedreht hätten. „Wir haben das rechtzeitig erkannt und begonnen, deutlich mehr Kindergartenplätze zu schaffen“, betonte er. Ein glücklicher Tag auch für Architekt Manuel Plösser und sein Team. „Es ist ein Haus, das jetzt mit Leben gefüllt ist“, konstatierte er dankbar und überreichte nicht den sonst üblichen symbolischen Schlüssel, sondern ein hölzernes Logo der Seitenansicht des Bildungshauses. Das Geschenk war angesichts der nahenden Adventszeit bewusst gewählt. An ihm sind nämlich nicht nur 24 Türchen, sondern auch genügend Säckchen angebracht, so dass von jedem Kindergartenkind und jedem Schüler eins davon geöffnet werden kann.

Kindergarten hat noch Plätze frei

Sehr zufrieden mit der warmen Ausstrahlung des Gebäudes, der optimalen Raumakustik, auch mit den räumlichen Möglichkeiten, zeigte sich Kindergartenleiterin Angelika Lochmüller. „Das Bildungshauskonzept hat sich ohnehin bewährt. Das setzen wir bereits seit fast zehn Jahren um“, sagte sie. Der Kindergarten mit einer Kapazität von 83 Plätzen für Kinder im Alter von 1,5 bis sechs Jahren startete Ende August mit 53 Mädchen und Jungs – hat also noch Luft nach oben.

Enger wird es schon in der Grundschule. Erst- und Zweitklässler lernen gemeinsam, genauso wie Dritt- und Viertklässler. In zwei Klassen gibt es maximal 50 Plätze, davon sind aktuell 49 belegt. „Das Konzept ist wohltuend, auch die Schüler fühlen sich wohl. Wir dürfen sehr froh sein, dass die Stadt das Geld für das Bildungshaus in die Hand genommen hat“, betonte Sarah Fesca, Rektorin der Grundschule Ailingen / Berg. „Das Leben und Arbeiten in diesen Räumen ist ein Genuss“, sagte sie und bescheinigt Architekt Manuel Plösser „Liebe zum Detail“ – auch mit Hinblick auf die „nachhaltige und sehr bewusst gewählte geerdete Holzbauweise“.

Im Anschluss an den kirchlichen Segen durch Pfarrer Rudolf Bauer und Pfarrer Volker Kühn herrschte auch beim Tag der offenen Tür gute Stimmung und reger Betrieb. Viele Kinder ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, Eltern oder Großeltern durch „ihr“ neues Reich zu führen. So zum Beispiel die siebenjährige Amelie und ihr fünfjähriger Bruder Leonard, die ihrem Vater Martin Titz natürlich alles ausführlich zeigten. „Die Betreuung ist klasse, der Spielplatz auch. Und die Mensa ist super“, sind sich die beiden Kids einig. „Wirklich alles sehr gelungen – gerade auch wenn man bedenkt in welch marodem Zustand sich die alte Schule und auch der vorherige Kindergarten befunden haben“, so auch der erste Eindruck von Martin Titz. „Am besten gefällt mir, dass das Bildungshausprinzip prima umgesetzt ist.“

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen