Neue Verkehrsregeln sollen Radler schützen

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Der Radverkehrskoordinator des Bodenseekreises Stefan Haufs freut sich über die neuen Verkehrsregeln zugunsten von Radlern.
Der Radverkehrskoordinator des Bodenseekreises Stefan Haufs freut sich über die neuen Verkehrsregeln zugunsten von Radlern. (Foto: Landratsamt Bodenseekreis)
Schwäbische Zeitung

Eine Plakataktion entlang stark befahrener Straßen in 20 Städten und Gemeinden des Bodenseekreises macht nun auf die neue Abstandsregel aufmerksam. Die grünen Plakate sollen bei Autofahrern ein Bewusstsein fürs Abstandhalten schaffen.

Anderthalb Meter Abstand – gut, dass sich daran schon viele gewöhnt haben. Denn dieser Sicherheitsabstand gilt seit Ende April auch für Kraftfahrzeuge, wenn sie innerorts Radfahrende, Personen zu Fuß sowie beispielsweise Tretrollerfahrer überholen. Die neue Regel soll dem gefährlichen Nahekommen durch Sogwirkung oder plötzliche Schlenker vorbeugen. Außerorts müssen sogar zwei Meter Abstand eingehalten werden, heißt es in der Pressemitteilung des Landratsamtes.

„Vor der Neuerung schrieb die Straßenverkehrsordnung (StVO) lediglich einen ausreichenden Seitenabstand vor, was immer wieder zu sehr engen und gefährlichen Überholvorgängen führte“, erklärt Radverkehrskoordinator des Bodenseekreises Stefan Haufs. Er erhofft sich von der neuen Regel spürbar mehr Sicherheit im Verkehrsalltag. Die grünen Plakate sollen helfen, diese im Bewusstsein der Autofahrerinnen und Autofahrer zu verankern, so Haufs.

Die Novelle der StVO enthält noch weitere Änderungen, die das Miteinander der Verkehrsteilnehmer mit Rädern, Kraftfahrzeugen oder zu Fuß sicherer gestalten sollen: So gilt jetzt ein absolutes Halteverbot auf Rad-Schutzstreifen sowie Schrittgeschwindigkeit beim Rechtsabbiegen für alle Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen.

Mit einem Grünpfeil ausschließlich für Radfahrende ist es jetzt auch möglich, an einer roten Ampel rechts abzubiegen. Analog zu Tempo-30-Zonen können nun unter bestimmten Voraussetzungen auch Fahrradzonen eingerichtet werden. Ähnlich den Regeln einer Fahrradstraße dürfen Autofahrer in einer Fahrradzone maximal 30 Kilometer in der Stunde fahren und den Radverkehr nicht behindern oder gefährden. Um die Sichtbarkeit von Radfahrenden an Kreuzungen und Straßeneinmündungen zu erhöhen, schreibt die StVO-Novelle eine Ausweitung des Parkverbots von fünf auf acht Meter vor Kreuzungen und Einmündungen vor, wenn parallel zur Fahrbahn ein straßenbegleitender Radweg vorhanden ist, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Das neue Verkehrszeichen „Überholverbot einspuriger Fahrzeuge“ ermöglicht es den Straßenverkehrsbehörden, ein Überholverbot für mehrspurige Fahrzeuge beispielsweise von Fahrrädern oder Motorrollern anzuordnen. Besonders an Engstellen kann dies sinnvoll sein.

Es gibt nun auch neue Verkehrszeichen für Radschnellverbindungen und auch für Lastenräder. Das Nebeneinanderfahren ist künftig erlaubt, wenn tatsächlich keine anderen Verkehrsteilnehmenden behindert werden, erklärt das Landratsamt weiter in der Pressemitteilung.

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