Netze.BW vergibt Preisgeld
Schwäbische Zeitung
Kirsten Lichtinger

Eine besondere Schnitzeljagd hatte sich das Team der Netze BW aus Stuttgart, einer Tochtergesellschaft der EnBW, ausgedacht. Zehn markante Trafohäuschen, sogenannte historische Turmstationen, galt es im Bodenseekreis zu finden. „Wir wollten das 125-jährige Bestehen der Trafohäuschen in Deutschland entsprechend begehen“, sagte Geschäftsführer Christoph Müller bei der Preisverleihung im Landratsamt in Friedrichshafen.

„Eine tolle Idee“, wie Landrat Lothar Wölfle fand. Alle gemeinnützigen Vereine im Bodenseekreis waren aufgerufen, sich an der Suche zu beteiligen und einen der attraktiven Geldpreise zu gewinnen. Wer wollte, konnte mit moderner Technik und Geocaching oder ganz altmodisch mit Landkarten zu Fuß, mit dem Rad oder auch per Auto auf die Jagd gehen. Zwanzig Vereine schafften es, alle zehn Trafohäuschen zwischen Billafingen und Tettnang ausfindig zu machen. Sie kamen in einen Lostopf, aus dem Wölfle anschließend drei Gewinner zog. Der erste Preis in Höhe von 3000 Euro ging an die Jugendabteilung der Wassersportgemeinschaft Hagnau. Trainer Alexander Drexler freute sich über den symbolischen Scheck. „Die Jugend kann das Geld gut gebrauchen. Die Anschaffung eines Spinnakersegels für unsere Laserjolle 5000 ist damit erstmal gesichert“, sagte er. Den zweiten Preis in Höhe von 2000 Euro nahm der Vorsitzende Markus Hener von Solawi Bodensee zusammen mit Gärtnerin Katrin Fieberitz entgegen. Der Verein besteht erst seit einem Jahr und hat sich eine solidarische Landwirtschaft zur Aufgabe gemacht. „Das erste Jahr ist für das neue Netzwerk gut gelaufen. Leider spielte das Wetter nicht mit und so fiel die Ernte aufgrund des verregneten Frühjahrs nicht so gut aus. Da freuen wir uns besonders über den Gewinn“, erklärte Hener. Der dritte Preis in Höhe von 1000 Euro kam dem Verein „Brücke nach Ufa“ zugute, der sich nach dem Flugzeugabsturz bei Überlingen gegründet hat. „Manche Trafohäuschen waren gar nicht so einfach zu finden“, erklärte dessen Vorsitzende Jürgen Rädler bei der Preisverleihung. „Es gibt die Häuschen in jeder Stadt und in jeder Gemeinde. Sie sind unverzichtbar für die flächendeckende Verteilung des Stroms“, beschrieb Geschäftsführer Müller die Aufgabe der kleinen Gebäude. Als erster Verteilnetzbetreiber testet die Netze BW zurzeit rund hundert Öko-Trafos. Diese sind mit Pflanzen-, statt mit Mineralöl isoliert. Darüber hinaus experimentiert der Energieversorger mit innovativen Technologien wie sich selbst regelnden Trafos in seinen sogenannten Netzlaboren. „Ziel ist die kostengünstige Umstellung der Verteilnetze angesichts der großen Herausforderungen der Energiewende“, so Christoph Müller.

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