Willi Thomsen (links) zeigt den Besuchern seinen Garten und kennt sich in allem bestens aus.
Willi Thomsen (links) zeigt den Besuchern seinen Garten und kennt sich in allem bestens aus. (Foto: Renate Habermaas)
Renate Habermaas

Schon zum zweiten Mal hat der Naturgarten am Rande von Fischbach seine Tore geöffnet. Besitzer Willi Thomsen zeigte interessierten Besuchern, welche kleinen Wunderwerke die Natur zu bieten hat. Die Aktion vom Netzwerk Bodenseegärten lud am Samstag in den Naturgarten Thomsen-Fischer, als auch zu dem Lernbiotop am Riedlewald und zum Schau- und Schulgarten im Zeppelindorf ein.

Zu der Führung von Willi Thomsen kamen Besucher, um die Vielfalt des Gartens zu bewundern und um sich praktische Tipps für den eigenen Garten vom Fachmann aus erster Hand zu holen. Thomsen, der den Garten vor acht Jahren bepflanzt hat, kommt ursprünglich von der Nordsee und hat hier am Bodensee geheiratet. Schnell stellte der naturbegeisterte Gärtner fest, dass die Politik mit den Versprechen in Sachen Natur und Umwelt nicht das hielt, was sie versprach. So entschloss sich Thomsen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Er legte einen Garten an, der durch seine Vielfalt auf engstem Raum besticht. „Ganz am Anfang musste ich alles mit der Grabgabel umgraben“, erzählte Thomsen vom mühsamen Start der Aktion. Nach und nach kamen Bäume, Blumen und ein Teil Nutzgarten hinzu. Inzwischen hängen an den Bäumen 20 Nistkästen für die Vögel und auf der einen Seite steht auch ein Bienenkasten für Wildbienen, die fleißig hin und her fliegen. „Auf dieses Bienenhotel bin ich stolz“, sagte Thomsen, als er die Besucher durch seinen Garten führte.

Eine Besucherin war gekommen, um sich für die anstehende Gartensaison zu inspirieren. „Man lernt immer etwas dazu“, sagte sie. Bücher seien ganz gut, aber die Praxis sei immer noch der beste Ratgeber, fügte sie hinzu und hörte gespannt zu, was Thomsen aus seinem großen Erfahrungsschatz berichtete. Er erzählte, dass Hornissen gut seien, weil sie die Läuse von den Blättern des Holunderbaums beseitigen oder dass Knoblauch gut gegen Wühlmäuse sei.

Die pinke Bio-Urmöhre gedeiht

In Thomsens Garten findet man Rosen, Nelken, Klatschmohn und viele andere einheimischen Blumen, die sich um den Nutzgarten herum ranken. Beim Bereich des Gemüsegartens hat der Gärtner auch mal Exotisches gepflanzt, wie ein paar Süßkartoffeln oder einen Kiwibaum. Mit dabei ist auch die aus Südostasien stammende Urmöhre, die nicht orange, sondern pink sei. „Alles hier ist bio“, erklärte Thomsen, der die Samen aus Katalogen bezieht oder nach Salem fährt, um dort bei der Samenbörse, die einmal im Jahr stattfindet, die nötigen Samen einzukaufen. Eine „Wilde Ecke“ habe der Garten auch, um Tieren wie Igeln ein Zuhause zu bieten und sein Werkstattraum hat ein Vespennest vorzuweisen, das er gerne den Besuchern zeigte. Auch bei seiner Familie, vor allem bei seinen Enkeln, die regelmäßig zu Besuch kämen, sei der Garten beliebt, erzählte Thomsen, der die Besucher nach der Führung zu Kaffee und Kuchen einlud.

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