Technikunterricht mal anders: Die Schüler der Jahrgangsstufe neun im Wahlfach Technik bauen für den Waldkindergarten Friedrichsh
Technikunterricht mal anders: Die Schüler der Jahrgangsstufe neun im Wahlfach Technik bauen für den Waldkindergarten Friedrichshafen Aussichtspalttformen mit Bewegungselementen. (Foto: Lydia Schaefer)
Lydia Schäfer

Der Borkenkäfer hat es dem Wald rund um den Waldkindergarten Friedrichshafen schwer gemacht. Die Bäume mussten gefällt werden und im Frühjahr soll neu aufgeforstet werden. Michael Hager, Techniklehrer an der Realschule in Ailingen hat diesen Umstand genutzt, um mit seinen Schülern der Jahrgangsstufe neun Aussichts- und Bewegungsplattformen für die Kinder des Waldkindergartens zu bauen. Die Schüler haben die zwei Anlagen selbst entworfen und sind jetzt dabei, sie in die Tat umzusetzen.

„Ein Bereich im Fach Technik ist die Bautechnik“, erklärt Michael Hager. Zumeist würden Modelle geplant und gebaut, „aber die landen höchstwahrscheinlich irgendwann im Lagerfeuer“. Jetzt sei die Möglichkeit, ein nachhaltiges Projekt in die Tat umzusetzen. Die beiden Lichtungen, die durch die Rodung der vom Borkenkäfer befallenen Bäume entstanden sind, sollen im Frühjahr wieder mit heimischen Baumarten bepflanzt werden. Damit die 20 Kindergartenkinder und acht Krippenkinder, dies von der Nähe aus beobachten können, haben die Schüler für jede Lichtung Aussichtsplattformen, verbunden mit Abenteuerstegen, die aus Kletter- und Balanceeinheiten bestehen sowie einem großen Aussichtsturm, entworfen und bauen diese zurzeit im Waldkindergarten auf. Und das mit Begeisterung. „Das ist viel, viel besser, als alles andere, was wir im Technikunterricht bisher gemacht haben“, sagt Schüler Max Traitteur und David Terschansky findet es besonders toll, „dass das für Kinder ist und irgendwie haben wir unter uns Schülern auch mehr Zusammenhalt“. Das Projekt fördert den Teamgeist, an vielen Stellen kann nur zu mehreren gearbeitet werden und jeder müsse sich auf den anderen verlassen können. Zwei Mädchen und acht Jungen tauschen gerne den Füllhalten gegen Hammer und Akkuschrauber. „Das hat schon bei der Planung Spaß gemacht“, sagt Schülerin Kim Neurohr. Besser noch, wenn man erlebt und sieht wie aus der Theorie auf dem Papier eine echte, begehbare Anlage für die Kinder wird. „Da ist toll, wenn man selbstständig größere Sachen machen kann“, sind sich die Schüler Artum Filiz, Marvin Kuci und Yan Amoretti einig. Und alle Schüler betonen, dass sie es besonders gut finden, dass sie an einem Projekt arbeiten, das von dauerhaften Bestand ist. Als Material haben sie Rubinienholz gewählt, das besonders robust ist, aber auch nicht schnurgerade wächst. Sondern mit seine natürlichen Windungen den Aufbauten noch einen ganz eigenen Charme verleiht.

Auch Kindergartenleiterin Christiane Zeller-Mayer ist begeistert: „Unsere Kinder können von den Plattformen aus beobachten und gleichzeitig aber auch klettern und balancieren“. Für die Kindergartenkinder sei das im Moment spannend zu sehen, wie die Aufbauten voranschreiten, „und sie wollen die Schüler unbedingt mal kennen lernen. Wir müssen mal arrangieren, dass sich alle gemeinsam treffen“. Nach dem Aufbau, der vor den Weihnachtsferien fertiggestellt sein soll, muss die Anlage noch vom TÜV abgenommen werden. „Die Zusammenarbeit mit der Schule ist einfach großartig“, lobt die Kindergartenleiterin die Umsetzung vorgeht es erst mall in die Winterpause und im Frühjahr, „nach der Winterfeuchte“, wie Michael Hager erklärt, würden dann ungefähr 50 Bäume gepflanzt, damit wieder ein neuer Wald entsteht. „Ein Teil davon in Hege und ein weiterer Teil soll verwildern“, sagt der Lehrer. Die Schüler haben damit begonnen, um noch vor der Winterpause damit abzuschließen, und das obwohl die Finanzierung noch nicht ganz geklärt ist. „Aber wir konnten nicht länger damit warten, da ja im Frühjahr aufgeforstet wird“, sagt Hager. Einen Sponsor habe man gefunden und hofft jetzt noch auf weitere Unterstützer. Interessenten können sich beim Waldkindergarten Friedrichshafen melden.

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