Nach Verlust der Outdoor: Kandidaten sehen Messe in der Bringschuld

Lesedauer: 3 Min
ARCHIV - HANDOUT - Blick aus einem Helikopter am 25.04.2013 während der Luftfahrtmesse Aero über das Messegelände in Friedrichsh
ARCHIV - HANDOUT - Blick aus einem Helikopter am 25.04.2013 während der Luftfahrtmesse Aero über das Messegelände in Friedrichshafen (Baden-Württemberg) am Bodensee. (zu dpa: „Internationale Schauen bescheren Messe Friedrichshafen gute Zahlen“ vom 06.07.2017) (Foto: Felix Kästle)
Digitalredakteur

Auf der Facebookseite Schwäbische Bodensee hat Jens Lindenmüller am Sonntag die „Frage des Tages“ zur Gemeinderatswahl gestellt. Er wollte wissen, ob der Verlust der Messe Outdoor ein Warnsignal für den Messestandort sei. Hier ein Ausschnitt der Antworten.

Auf großes Interesse stieß die Frage vor allem bei Kandidaten der Grünen. Fünf der neun Antworten stammen von ihnen. Einige fordern von der Messe große Änderungen - ansonsten stehe der gesamte Standort auf der Kippe.

Kandidaten bedauern Wegfall der Outdoor

Dagmar Hoehne, auf Listenplatz eins bei den Freien Wählern, bedauert den Wegfall der Outdoor: „Es tat weh, sie ziehen lassen zu müssen.“ Deshalb könne man aber nicht den Messestandort in Frage stellen. Die Messe habe den Auftrag, die Lücke zu füllen. Dazu brauche es allerdings Zeit und Geduld.

Parteikollege Franz Christoph Lißner (Listenplatz 23) sieht die Sicherung von Arbeitsplätzen und die nachhaltige Entwicklung des Standorts für zentral. Es gelte, „auf den Erfolgen der vergangenen Jahre aufzubauen und die bestehenden Formate weiterzuentwickeln.“ Schließlich sei die Messe ein „äußerst positives Beispiel für eine solide Wirtschaftsführung".

Gaby Lamparsky, Listenplatz eins der FDP, hält den Verlust der Outdoor für einen derben Rückschlag. Im Messegeschäft herrsche seit Jahren ein harter Wettbewerb. Sie ist zuversichtlich: „Bisher war die Geschäftsleitung der Messe immer sehr kreativ und erfolgreich beim Entwickeln neuer Formate und Veranstaltungen. Ich traue der Messeleitung zu, auch diese Lücke wieder auszufüllen.“

Anna Hochmuth von den Grünen (Listenplatz eins) hält eine „gemeinwohlbilanzierte Kosten- und Nutzenanalyse der Messe“ für unabdingbar. Daraus müssten dann entsprechende Schlussfolgerungen gezogen werden. Sinnvoll sei etwa eine Fokussierung auf wenige Messen im Jahr.

Parteikollege Frank Heimpel-Labitzke (Listenplatz 40) möchte hinterfragen, inwieweit „ein Messestandort Friedrichshafen ohne Subventionen weiter bestehen“ könne. Er fordert einen Jahresbericht, der auch Negativwirkungen einschließt. Als Beispiel nennt er etwa Auswirkungen auf Verkehr, Flächenverbrauch oder Wohnraumverknappung. Der Wegfall der Outdoor sei nicht das erste Warnsignal, „sondern ein erneutes deutliches Zeichen für eine sich immer schneller verändernde Geschäftswelt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen