Nach Schorndorf: So werden Feste in der Region geschützt

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In der Hindenburgstraße wurden sogenannte „Roadblocker“ gegen Terroranschläge aufgestellt.
In der Hindenburgstraße wurden sogenannte „Roadblocker“ gegen Terroranschläge aufgestellt. (Foto: Gerd Mägerle)
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Die Krawalle beim Volksfest in Schorndorf werfen einmal mehr die Frage auf, ob ausreichend für die Sicherheit von Festbesuchern gesorgt wird. Veranstalter in der Region setzen unter anderem auf "Roadblocker" und sogenannte "unsichtbare" Maßnahmen – der Überblick:

  • Tausende Besucher werden ab dem Wochenende wieder zum Ravensburger Rutenfest erwartet. Polizei und Veranstalter kündigen ein verschärftes Sicherheitskonzept an, das nach jedem „Ereignis“ aktualisiert und angepasst werde. Die Polizei setzt vor allem auf verstärkte Personenkontrollen und ruft die Besucher zu „Zivilcourage“ auf. Bei verdächtigen Beobachtungen sollen die Sicherheitskräfte informiert werden. Einzelheiten zum neuen Konzept sollen aber nicht öffentlich gemacht werden.
  • Für den Ravensburger Christkindlesmarkt erabschiedet der Gemeinderat am Montag ein neues (inhaltliches) Konzept, das vom Thema Sicherheit geprägt wird: Der südliche Marienplatz bekommt Durchfahrtssperren, um einen Anschlag mit einem Lkw zu verhindern. Dafür muss allerdings der Bus- und Taxiverkehr umgeleitet werden.

  • Beim Biberacher Schützenfest gibt es seit Jahren ein Sicherheitskonzept, das die Stiftung Schützendirektion zusammen mit der Stadt und den Blaulichtorganisationen regelmäßig an aktuelle Gegebenheiten anpasst. Die letzte Abstimmung hierzu erfolgte Anfang Juli, wenige Tage vor Festbeginn. Großen Wert wird dabei auch auf die Einhaltung des Jugendschutzes gelegt. Auf dem Festplatz Gigelberg gibt es einen eigenen Ordnerdienst. Erstmals zum Einsatz kommen in diesem Jahr in Biberach sogenannte "Roadblocker". Dabei handelt es sich um massive, zertifizierte Straßensperren, die Terroranschläge mit Fahrzeugen verhindern sollen. Diese werden vor allem bei "statischen Veranstaltungen" des Schützenfests eingesetzt, bei denen sich viele Menschen lange Zeit am selben Ort aufhalten. "Manche Besucher finden es zwar traurig, dass es das braucht", sagt Michael Mutschler, Geschäftsführer des Rettungsdiensts im Kreis Biberach. Die Maßnahme werde aber akzeptiert.

  • Auf für das derzeit laufende Seehasenfest und das Kulturufer Ende Juli in Friedrichshafen haben die Behörden vorgesorgt. Das Sicherheitskonzept umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen. Ein Teil richtet sich dabei gegen mögliche terroristische Anschläge. Wie bereits beim Narrensprung sollen auch für das Seehasenfest und das Kulturufer Barrieren aufgestellt werden, die verhindern, dass jemand mit einem Auto oder Lastwagen in Menschenmengen fahren kann. Neben den sichtbaren Maßnahmen gibt es auch unsichtbare. Speziell geschulte Beamte sollen beispielsweise darauf achten, dass kein Alkohol an Kinder und Jugendliche ausgeschenkt wird. Sollten Besucher verdächtige Gegenstände oder Personen bemerken, bittet die Polizei, sie sofort zu melden.
Am Rande des Volksfestes SchoWo ist es am Wochenende zu Ausschreitungen gegen die Polizei und zu sexuellen Belästigungen gekommen. Die Verantwortlichen blicken auf schockierende Stunden zurück.
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