Nächster Termin für Folter-Schiff auf dem See steht fest

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Regionaler Online-Redakteur

Das „SM“-Schiff, auch Folter- oder Tortureship genannt, wird auch 2018 wieder von Friedrichshafen aus in See stechen. Jedes Jahr wird es zum Treffpunkt Hunderter SM-Fans – und meist noch mehr Zuschauern.

Wie Thomas Siegmund von der Agentur Zip-Zone, Veranstalter der Ausfahrt, Schwäbische.de bestätigte, verkehrt das Schiff dieses Jahr am Samstag, 23. Juni, wieder zwischen Friedrichshafen und Konstanz.

Wie in den Vorjahren werden erneut rund 600 Menschen in ausgefallen Kostümen der Sado-Maso- und Fetischszene erwartet, die mehrere Stunden auf der „MS München“ auf dem Bodensee feiern und ihrem Hobby nachgehen wollen.

„Wie die Haftlmacher“

Die Veranstaltung, vor allem das Boarding des Schiffs, dürfte in Friedrichshafen und Konstanz aber ebenso wieder Hunderte Zuschauer anlocken, die die Parade der Fetischfans am Hafen von Friedrichshafen jährlich verfolgen. Das Geschehen erinnert dann an Veranstaltungen wie den „Christopher Street Day“ der Schwulen- und Lesbenszene – allerdings sind nicht alle Gäste des SM-Schiffs Fans des Schaulaufens vor Publikum.

Auch in Konstanz sorgt die Veranstaltung beim Anlegen des Schiffs im dortigen Hafen stets für Aufmerksamkeit. Feuerschlucker und andere Showeinlagen sollen den Besuch dort für Mitfahrer und Zuschauer besonders sehenswert machen.

Fetisch-Feier: Das SM-Schiff 2016 legt ab
Menschen mit Pferdeköpfen, Latexmasken, Peitschen – das und mehr gab es am Samstagabend beim Boarding des Lack- und Lederschiffs „Torture Ship“ in Friedrichshafen zu bestaunen. Hunderte Zuschauer ließen sich die Parade der extravaganten Art nicht entgehen.

Veranstalter Siegmund erwartet 2018 eine Fahrt ohne Zwischenfälle für das Schiff. Vergessen seien demnach die Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre.

So wurde 2014 ein Verbot des Schiffs gefordert. Anders als das sogenannte „Swingerschiff“, bei dem es explizit um eine Sexparty an Bord ging, konnte sich das „SM-Schiff“ allerdings gegen Kritik, es sei eine unmoralische Veranstaltung, erfolgreich wehren: „Bei uns stehen sexuelle Handlungen nicht im Zenit“, sagt Siegmund. Das SM-Schiff sei vielmehr eine Art „Maskenball“.

Trotzdem wird die Veranstaltung streng kontrolliert. Vor allem ein Verbot „gesonderter Einrichtungen für sexuelle Handlungen" an Bord, das seit 2014 gilt, steht dabei im Mittelpunkt: „Die passen auf wie die Haftlmacher, dass wir gegen keine Auflagen verstoßen“, sagt der aus Bayern stammende Siegmund dazu.

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