Mutmaßlicher Brandanschlag auf Stand mit schlafendem Mitarbeiter

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Der Verkaufsstand brannte komplett aus. (Foto: Stadtverwaltung Friedrichshafen)
Digitalredakteur
Deutsche Presse-Agentur
Schwäbische Zeitung

Brandanschlag auf dem Seehasenfest: In letzter Minute hat sich ein 41-jähriger Mitarbeiter eines Verkaufsstandes auf dem Markt in Sicherheit bringen können. Er war nach Angaben der Polizei wach geworden, weil eine Menschengruppe auf der Straße Krach machte. Danach hörte er einen lauten Knall und bemerkte, dass eine Zeltwand seines Standes in Flammen aufging.

Die Feuerwehr Friedrichshafen wurde um 1.12 Uhr alarmiert und rückte drei Minuten später mit einem Einsatzfahrzeug und drei Feuerwehrmännern an, die als Brandwache auf dem Seehasenfest stationiert waren. Um 1.16 Uhr wurde ein Löschzug mit drei Fahrzeugen und 18 Feuerwehrleuten angefordert. Die Feuerwehr konnte das Feuer innerhalb einer halben Stunde löschen und ein Übergreifen auf benachbarte Verkaufsstände verhindern. Nachdem die Polizei den abgebrannten Verkaufsstand, der Kunsthandwerk aus Südamerika im Angebot hatte, freigegeben hatte, wurde dieser noch in der Nacht von der Häfler Feuerwehr abgeräumt und abtransportiert.

Die Polizei geht von Brandstiftung aus, zumal es Spuren eines solchen Brandanschlages auch an einem benachbarten Stand gab, der jedoch nicht verbrannte. Der Stand des 41-Jährigen brannte komplett nieder, die Löschversuche eines Security-Mitarbeiters des Seehasenfestes blieben erfolglos.

An einer angrenzenden Glasüberdachung des Eingangsbereichs zu C&A entstand ebenfalls Sachschaden durch das Feuer. Insgesamt wird die Höhe des verursachten Schadens auf etwa 9000 Euro geschätzt.

„Wir sind schon glücklich, dass es nur das Vordach getroffen hat“, sagt C&A Filialleiterin Michaela Weber. „Der erste Anruf, den ich heute Morgen entgegen genommen habe, war der der Feuerwehr.“ Auch der Inhaber des Standes gegenüber ist froh, dass nicht mehr passiert ist. Lediglich eine Seitenplane wurde vom Feuer angegriffen.

Unklar ist momentan, ob die Standbesitzer auf dem entstandenen Schaden sitzenbleiben. Trotz laufender Betriebshaftpflichtversicherung sei nicht sicher, ob die Versicherung den Schaden zahlt, den das Feuer angerichet hat, sagen die Händler.

Die Polizei ermittelt jetzt wegen schwerer Brandstiftung. Und die Kriminalpolizei Friedrichshafen bittet daher mögliche Zeugen der Tat oder Personen, die Hinweise zu den Verursachern geben können, sich unter Telefon 07541 / 7010 zu melden.

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