Dirigent Joachim Trost (re.) wird von Kulturbürgermeister Peter Hauswald geehrt und beschenkt.
Dirigent Joachim Trost (re.) wird von Kulturbürgermeister Peter Hauswald geehrt und beschenkt. (Foto: Lena Reiner)
Schwäbische Zeitung
Lena Reiner

An dem Ort, wo er vor 25 Jahren sein Vorsprechen als neuer Dirigent hatte, hat am Dienstagabend Joachim Trost sein 25-jähriges Jubiläum als musikalischer Leiter des Philharmonischen Chors Friedrichshafen gefeiert – im Alfred-Colsmann-Saal. Er wurde aber nicht nur für seine Treue gefeiert, sondern vor allem für das, was er menschlich und musikalisch weitergibt.

Dass das, was er tut, etwas ganz Besonderes ist, wurde nicht zuletzt durch die vielen Ehrengäste deutlich: Bürgermeister Peter Hauswald, Musikschulleiterin Sabine Hermann, der erste Landesbeamte Joachim Kruschwitz, der Intendant der südwestdeutschen Philharmonie Konstanz Beat Fehlmann sowie Trosts Bruder Matthias und seine Tochter Tabea. Pianist Stéphane Bölingen sorgte für die musikalische Note.

„Ich bin ja nur ein Chordirigent“, ließ Trost wiederholt verlauten und betonte, dass man als solcher sich erst einmal den Respekt erarbeiten müsse, wenn man ein Orchester dirigiere, wie er es bei den gemeinsamen Konzerten mit der Konstanzer Philharmonie alljährlich tut. Doch außer ihm schien niemand auch nur im Entferntesten an ein „nur“ zu denken, wenn es um den Dirigenten geht. Die Grußworte waren voller Lob, der Geehrte hielt sie „teils für übertrieben“, doch die Lobenden waren sich einig: Dieser Mann ist menschlich und musikalisch ein Geschenk für die Stadt und den Chor. Manche gehen sogar so weit und bezeichnen ihn als „Geschenk des Himmels“ und damit nicht genug: Joachim Kruschwitz meinte, er fühle sich beim Lauschen dessen, was Trost dem Chor entlocke, „fast wie im Himmel“.

Und auch ein bisschen persönlicher wird es an dem Abend: Sabine Hermann, die den Dirigenten bereits aus Schulzeiten kennt, erinnerte sich, wie Trost vor dem Abitur das erste Mal beim Schulkonzert den Taktstock schwang. Bis heute wende sie manchmal seine Tipps von damals an, wenn sie ihre Musikschüler unterrichte, erklärte sie lächelnd.

Perfektionist Trost

Und wie alle anderen Redner betont auch sie seinen Perfektionismus. Der Vorsitzende des Philharmonischen Chors Friedrichshafen, Oskar Rapp, meinte etwa: „Immer, wenn wir voll von uns überzeugt waren, kam von dir ein 'Ja, aber...'“. Er betonte aber auch, dass genau das sie so erfolgreich gemacht habe, wie sie es heute sind. Sie seien von Anfang an „restlos von ihrem jungen Musiker überzeugt“ gewesen, erklärt er weiter, denn: „Noten braucht man bei dir nur als Spickzettel, da man von dir alles ablesen konnte, wenn man nur schaute.“

Der junge Musiker ist heute um ein Vierteljahrhundert gealtert, aber noch genau so beliebt wie damals. Er ist zu einer festen Institution geworden, könnte man sogar sagen. Einer so festen, dass die Termine für das gemeinsame Konzert mit der Südwestphilharmonie in Konstanz bereits bis ins Jahr 2019 im Kalender stehen, wie Intendant Beat Fehlmann verriet. Und „eine kleine Indiskretion“ hat er außerdem mitgebracht für sein Grußwort: „Es kommt immer wieder vor, dass ein Musiker herkommt und meint: Mit dem Herrn Trost, da wäre das nochmal ganz was Anderes!“ Dieses Zitat spiegle für ihn die große Anerkennung am Treffendsten wieder.

Mit einem Gutschein für einen zweitägigen Urlaub in den Bergen bedankte sich der Chor bei ihrem Leiter. Mit dem Bildband „Seeberge“ und einer Flasche Wein für ihn und einem Scheck für den Chor bedankte sich Bürgermeister Hauswald.

Der Philharmonische Chor Friedrichshafen singt am Sonntag, 23. November, 17 Uhr, im GZH Max Bruchs „Das Lied von der Glocke“. Solisten sind Simone Nold (Sopran), Stefanie Iranyi (Mezzosopran), Martin Nyvall (Tenor) und Holger Ohlmann (Bariton).Der Vorverkauf läuft im Graf-Zeppelin-Haus.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen