Musical „Das goldene Kalb“: Chöre von St. Columban überzeugen Publikum

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Das Kindermusical „Das goldene Kalb“, aufgeführt in St. Columban: Zu lange hat das Volk auf den unsichtbaren Gott gewartet, jetz
Das Kindermusical „Das goldene Kalb“, aufgeführt in St. Columban: Zu lange hat das Volk auf den unsichtbaren Gott gewartet, jetzt betet es das goldene Kalb an. (Foto: Helmut Voith)
hv und Helmut Voith

Zweimal haben Kinderchor, Schülersingkreis und Jugendvorchor von St. Columban zusammen mit einem Instrumentalensemble unter der Leitung von Marita Hasenmüller am Wochenende zur Freude der Zuschauer das Kindermusical „Das goldene Kalb“ von Gerd-Peter Münden und Brigitte Antes aufgeführt.

Im Gegensatz zur evangelischen Schlosskirche, die eine Woche zuvor das Kindermusical „Noah unterm Regenbogen“ aufgeführt hat, bietet der moderne Raum in St. Columban sehr viel mehr Platz für eine packende Gestaltung. Dynamik statt ortsbedingter Statik – hier tanzen die Kinder in großem Kreis um das „goldene Kalb“, das hoch oben auf einem Sockel aus Goldbrocken steht. Schon erstaunlich, was die Israeliten auf ihrem 40 Jahre währenden Zug durch die Wüste alles an Schätzen mit sich geführt haben. Fest hat Marita Hasenmüller das Ganze im Griff: den 60-köpfigen Chor und das Instrumentalensemble mit Querflöten, Saxofon, Violine, Cello und Klavier, welches die Musik von Gerd-Peter Münden, Domkantor am Braunschweiger Dom, spielt, die von barocken Klängen bis zur Moderne reicht und nicht nur bei den Kindern gut ankommt. Eingängige Melodien lassen das Stillsitzen gar nicht so leicht werden. Immer wieder sieht man Eltern ihre Kinder auf dem Arm wiegend durch die Kirche tragen oder an der Hand führen. Das passt in einem Event für junge Zuschauer und für stolze Eltern und Großeltern.

Gar nicht so selbstverständlich ist, wie gut die Kinder ihren Text beherrschen – besprochen ist die Zweitvorstellung am Sonntagmorgen. Einige Rollen wie die des Moses und seines Bruders Aaron sind ziemlich textreich. Die Verständlichkeit ist zwar nicht immer gegeben, aber das meiste erklärt sich von selbst. Imposant ist die stattliche Gruppe im Altarraum in ihren farbenprächtigen Kostümen. Ob sie stehen, lagern oder um das goldene Kalb tanzen, immer sind sie voller Leben.

Das Alte Testament ist reich an Geschichten, die geradezu nach einer szenischen Darstellung rufen. Wenn die frustrierten Israeliten genug haben von vierzig Jahren Manna-Ernährung und ihrem Unmut Luft machen, kann man das gut verstehen. Fast zu brav hat der Moses am Sonntagmorgen seine mitgebrachten Gesetzestafeln zertrümmert, umso wirksamer war seine Wutrede an sein Volk, welches bei seiner Rückkehr das goldene Kalb anbetet. Dennoch ringt er mit dem erzürnten Gott, um den Untergang seines Volkes abzuwenden. Moses schafft das und alle sind zufrieden, froh singen sie ein „Danket dem Herrn“.

Im Programm sind diesmal alle Namen der Mitwirkenden genannt. Marita Hasenmüller hat im Laufe der Jahre ein bewährtes Team aufgebaut und das Ganze immer weiter optimiert. Eine überzeugende Arbeit in Richtung einer modernen, zeitgemäßen Kirche, die Jung und Alt begeistert und Hoffnung gibt. „Ein Volk genau wie du und ich“ hat der Chor eingangs gesungen – die Parallele zu den goldenen Kälbern von heute wird deutlich – köstlich, wie immer wieder kleine Details aus dem Heute zum Schmunzeln reizen. Wie war das doch mit den geraubten Zündhölzern, die es zu Moses‘ Zeiten noch gar nicht gab?

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