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Schnell mit dem Zweirad zur Post und direkt nebenan am Stadtbahnhof parken? In Friedrichshafen ist das nicht möglich. Mopedfahrer Manfred Schneider hat sich deshalb bei der Stadt beschwert und fordert Motorradstellplätze am Bahnhof. Die sieht aber keinen Bedarf.

Manfred Schneider ist verärgert. Schon mehrere Male hat er am Bahnhof sein Mofa neben den Autoparkplätzen abgestellt, um bei der Post schnell einen Brief abzugeben. Jedes Mal hat er einen Strafzettel dafür bekommen. Der Grund: Der Abschnitt, auf dem er geparkt hatte, gehört zum Gehweg. „In jeder Stadt gibt es in Bahnhofsnähe ausgewiesene Roller- und Motorradparkplätze. Nur in Friedrichshafen nicht“, sagt Manfred Schneider. Der Friedrichshafener will die Stadt deswegen dazu bringen, auch Motorradparkplätze am Bahnhof einzurichten.

Der nächste Zweirad-Parkplatz ist ihm zu weit weg: „Wenn man zur Post am Bahnhof will und mit dem Moped unterwegs ist, muss man sein Zweirad in der Karlstraße parken, um dann zur Post zu laufen. Vor allem für Motorrad-Fahrer ist das in voller Montur ein Problem.“

Die Stadt hat ihm vorgeschlagen, sein Moped auf einem der Pkw-Parkplätze am Bahnhof zu parken. Manfred Schneider entgegnet: „Die Parkplatzanzahl neben der Post ist schon sehr begrenzt. Wenn ich da meinen Roller noch auf den Pkw-Parkplatz stelle, wird der dort nicht lang stehen bleiben.“ Außerdem müsse er dafür eine Parkscheibe nutzen, die er nur schwer an seinem Moped anbringen könne.

Die Stadt sieht jedoch keine Notwendigkeit für Motorradstellplätze. Pressesprecherin Monika Blank erklärt, dass es kaum Pendler gebe, die mit dem Motorrad in Kombination mit Bus und Bahn fahren würden. „Wegen des geringen Bedarfs wurden am Bahnhof keine separaten Motorradstellplätze ausgewiesen.“

Pendler und Touristen haben laut Stadt die Möglichkeit, ihre Motorräder nicht nur in der Karlstraße, sondern auch am Parkplatz am Hinteren Hafen abzustellen. Monika Blank sagt: „Die Nachfrage nach weiteren Motorradparkplätzen ist unserer Ansicht nach eher gering.“

Manfred Schneider vermutet, dass es den Verkehr in Friedrichshafen erleichtern würde, wenn mehr Motorräder und Mopeds statt Autos fahren würden. Verkehrsexperte Alexander Eisenkopf, Professor für Wirtschaft und Verkehrspolitik an der Zeppelin-Universität, kann diese Vermutung nicht bestätigen. „Ich kenne keinerlei wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass sich der Verkehr durch mehr Motorräder verändern würde. Ganz abgesehen davon, dass Pkw nicht durch Motorräder ersetzt werden können“, sagt Alexander Eisenkopf. Sicher sei dagegen: „Fahrräder würden den Verkehr in Friedrichshafen entlasten.“

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