Norbert Schippelbein zeigt Bilder von Dolores Gregoric und Michel Bober. Er gibt in seiner Kunschdgalerie gerne Leuten ein For
Norbert Schippelbein zeigt Bilder von Dolores Gregoric und Michel Bober. Er gibt in seiner "Kunschdgalerie" gerne Leuten ein Forum, die anderswo nicht ausstellen.
Gudrun Schäfer-Burmeister

Bilder von Dolores Gregoric und Michael Bober zeigt Norbert Schippelbein in seiner „Kunschdgalerie.“ Seit Januar öffnet der Häfler Grafiker und Künstler die Räume in den beiden unteren Stockwerken des Gebäudes mit der Adresse Wolfgangstraße 1 zweimal die Woche für alle, die in Wohnzimmeratmosphäre zwischen antiquarischen Bodenseebüchern farbfrischen Kunstwerken begegnen wollen.

Arbeiten von Antonia Korbmacher, Brigitte Meßmer, Gabor Racsmany, Karin Gostner, Michael Schäfler und Norbert Schippelbein gehören derzeit zu den ständig gezeigten. Die „Zeichnungen, Illustrationen, Comics, Cartoons und Monstermädchen“, so lautet die Ausstellungsankündigung, von Gregoric und Bober sind nur für kurze Zeit, nämlich bis Freitag, 25. Oktober, zu sehen.

Mit Finelinern und Kreiden erschafft Gregoric Figuren und Landschaften zwischen mädchenhaften Fantasyträumen und in schmerzhafte Tiefen blickenden morbiden Visionen. Eine Entscheidung ist nicht erforderlich, die gezeichnete Welt ist vorwiegend schwarz-weiß, eben weder das eine noch das andere. Kombiniert mit blutigem Rot reimt sich visuell Herz auf Schmerz, je nach Motiv. Sie heißen „Mutantenstadel“, „Erschöpfung“, „Mathilda goes wild“, „Mutausbruch“ oder „Winterspaziergang.“ Andere Bilder setzen ganz auf Farbe, sind bunte abstrakte Explosionen, „Bunt 1“ und „Bunt 2“ spielen mit Farben und Formen. Auf dem Tisch mit den Merchandising-Artikeln finden sich Postkarten, die Figuren und Tierchen darstellen, wie sie in Kinderbüchern locken könnten.

Dolores Gregoric ist Häflerin. Auf ihrem Instagram-Auftritt „doloresdarkblue“ nennt sie sich „life-artist“, wünscht urheberrechtlich fairen Umgang mit ihren Werken „be fair, don't use my art without asking“, ist Tierfreundin und spricht ansonsten durch ihre Bilder. Seit fast 20 Jahren ist sie mit Michael Bober befreundet. Die beiden verbindet laut Bober die Liebe zur Musik von Nick Cave und die Zeichenkunst. „Auch künstlerisch haben wir einige Gemeinsamkeiten, auf den ersten Blick wirken unsere Zeichnungen kindlich naiv, auf den zweiten wird unser Hang zu düsteren Themen sichtbar. Inhaltlich lasse ich mich von Manga, Metal Musik und Videospielen Inspirieren, bei Dolores sind es düster melancholische Märchenwelten und starke Emotionen.“

Fast ein Vierteljahrhundert lebte und arbeitete der Grafikdesigner und Bildjournalist in Friedrichshafen, bevor es ihn 2012 aus beruflichen Gründen in die Schweiz zog. Seine Laufbahn in der Comic-Kunst nahm ihren Anfang in Friedrichshafen, im „Seetroll“, dem Comic- und Spieleladen und Treffpunkt für Gleichgesinnte. Legendär ist der Zeichnerstammtisch „ZuZ – Zeichnen und Zechen“, dem neben persönlichen Freundschaften Comic-Publikationen und Ausstellungen bei Messen entsprungen sind. Bobers Zeichnungen wirken, als hätte George Grosz an Sailor Moon genippt – gewürzt mit deftigem Humor und Satire gleichermaßen. Er erschafft „Wurststernzeichen“, einen „Bier-Reaktor“ und – frei nach Jean-Auguste-Dominique Ingres –„Das türkische Bad.“ Wer mehr über seine Publikationen wissen möchte, findet ihn unter „blogrovic“ in diversen Netzwerken.

Die Bilder von Dolores Gregoric und Michael Bober sind bis 25. Oktober noch an sechs Tagen in der Kunschdgalerie zu sehen und zu haben; die hat nämlich nur donnerstags und freitags von 15 bis 19 Uhr geöffnet – nicht an Feiertagen.

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