Momo und Akrobatik beenden Jugendtheatertage

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Momo weiß nicht, was sie mit Bibi-Girl anfangen soll, der graue Herr will ihr auf die Sprünge helfen (von links): Carina Batisti
Momo weiß nicht, was sie mit Bibi-Girl anfangen soll, der graue Herr will ihr auf die Sprünge helfen (von links): Carina Batisti als Momo, Dennis Bisevac als grauer Herr ud Schalin Muhamad als Bibi-Girl. (Foto: Lydia Schäfer)
Lydia Schäfer

Die Jugendtheatertage (JustSEE) sind zu Ende. Die Akteure wurden verabschiedet und die „wir…hier“-Projekte, ein interkulturelles Angebot der Theatertage am See für Schulen und Theatergruppen, haben sich vorgestellt. Am Mittwoch haben bereits die Schüler der Ludwig-Dürr-Schule (LDS) gezeigt, was sie in sieben Tagen mit professioneller Begleitung erarbeitet hatten. Zum gestrigen Abschluss zeigte eine weitere Schülergruppe der LDS ihr Können am Reifen und Vertikaltuch. Sie haben zusammen mit Andrea Sprenger von der Zirkusakademie ihre akrobatischen Nummern gezeigt. Ein weiteres „wir…hier“-Projekt hat die Gemeinschaftsschule Graf-Soden wahrgenommen.

Die Schule bereitet sich auf das Seehasentheater in diesem Jahr vor. Sie haben sich für „Momo“ nach dem Buch von Michael Ende entschieden. Bei der Geschichte, um das junge Mädchen Momo, dreht sich alles um die Zeit. Zeit, die keiner mehr hat. Keine Zeit zum Zuhören, keine Zeit für andere, denn die haben die grauen Herren für sich gebunkert. Nur die schüchterne Momo kommt den Zeiträubern auf die Spur. „Wir haben in diesem Jahr an der szenischen Feinarbeit gearbeitet“, sagt Theaterpädagoge Volker Schubert. Er begleitete bereits im vergangenen Jahr die Schüler. Zu Beginn sei es in erster Linie um die Rollenfindung und die Rollenarbeit gegangen. Diesmal habe der Schwerpunkt auf dem Feinschliff gelegen. Volker Schuber ist Fortbildungsleiter des theaterpädagogischen Zentrums in Reutlingen, Dozent und Autor.

Jedes Jahr können sich Theatergruppen oder Schulklassen für ein „wir…hier“-Projekt bewerben. Die Organisatoren der Theatertage finanzieren einen Profi, der die jeweiligen Produktionen professionell begleitet. In ihrer Kurzpräsentation haben die Schüler bereits bewiesen, dass die Rollen sitzen und sie von der professionellen Begleitung profitieren. Im szenischen Spiel steht „Bibi-Girl, die perfekte Puppe“ vor Momo und „will mehr“. Sie will nicht spielen oder jemanden liebhaben, sondern mehr Kleider. Schließlich stapft noch der graue Herr um die Ecke und will Momo überzeugen, dass sie all ihre Zeit jetzt mit „Bibi-Girl“ verbringen soll.

An den drei Aufführungstagen des Seehasentheaters sind jeweils wechselnde Besetzungen zu sehen. Ausdruck und Spiel der Akteure sind sehr fein ausgearbeitet, so dass es jetzt schon Appetit auf das Seehasentheater im Juli macht.

Nicht weniger beeindruckend sind die akrobatischen Leistungen der LDS-Schüler, die wie die Profis, Figuren am Reifen und dem Vertikaltuch zeigen, sich verbiegen und klettern, als wäre es das Leichteste der Welt. Zum Abschluss gab es noch eine besondere Präsentation. Kurzfristig hatten die Organisatoren die teilnehmenden Jugendtheatergruppen aufgefordert eine Kurzperformance zum Thema „Fridays for future“ zu entwickeln. Die Jugendlichen hatten eine Stunde Zeit und ungeachtet aller Sprachbarrieren – zwei der Gruppen kommen aus Russland – ist eine beeindruckende Inszenierung entstanden und die Theatertage am See sind ihrem Anspruch des interkulturellen Austausches mit Erlebnischarakter wieder gerecht geworden.

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