Mogli, Balu & Co. vermitteln Werte und Tugenden

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Mogli ist ob des Verhaltens der Affen im Dschungel aber auch ob seiner Herkunft reichlich verwirrt.
Mogli ist ob des Verhaltens der Affen im Dschungel aber auch ob seiner Herkunft reichlich verwirrt. (Foto: Andy Heinrich)
Freier Mitarbeiter

Mit dem Musical „Dschungelbuch“ haben die Darsteller vom Liberi Theater am Sonntag im Graf-Zeppelin-Haus ihr Publikum verzaubert. Im ausverkauften Saal präsentierte das Ensemble die weltbekannte Geschichte des Menschenjungen Mogli, der im Dschungel mit wilden Tieren aufwächst und mit der Zeit an seiner Identität zweifelt – „Bin ich Tier oder Mensch?“

Seit mehr als 120 Jahren fasziniert die Geschichte vom Findelkind Mogli, das von Wölfen im Dschungel aufgezogen wird, ganze Generationen. Um in der menschenfeindlichen grünen Hölle Indiens überleben zu können, stehen dem kleinen Menschenjungen neben seinem Wolfsrudel mit Oberhaupt Akela seine besten Freunde Balu und der weise Panther Baghira zur Seite. Während Baghira um seinen jungen Schützling stets besorgt ist, versteht sich Balu als Gute-Laune-Bär und Lehrer, dessen wirkliches Talent sich jedoch mehr im Ausruhen, Faulenzen, Tanzen, Singen und Essen zeigt. Aufregende Abenteuer mit einer wilden Affenbande, ulkigen Geiern und der heuchlerischen Schlange Kaa gilt es für Mogli und seine Freunde zu bestehen, wäre da nicht auch noch der scheinbare König des Dschungels, der Tiger Schir Khan, der in Mogli als Menschen den größten Feind sieht und diesen vernichten möchte. Als Mogli am Ende ein hübsches Mädchen trifft, stellt er sich die alles entscheidende Frage: „Bin ich Tier oder bin ich Mensch?“.

Mensch bleibt Mensch

Die Darsteller Brix Schaumburg (Mogli), Stefan Peters (Balu), Alina Schaumburg (Baghira), Viktor Silvester Wendtner (Shir Khan), Sandra Evans (Mädchen) und Hannah Zieziula (Kaa) präsentieren die unterhaltsame und lehrreiche Geschichte des britischen Autors Rudyard Kipling mit viel Spielwitz, unbedarfter Leichtigkeit und vor allem mit reichlich Freude, was sich von der ersten Minute auf das begeisterte Publikum überträgt. „Das Dschungelbuch ist für die Kinder nicht nur ein aufregendes Erlebnis. Die Geschichte vermittelt Werte und Tugenden wie Freundschaft, Treue, Stärke und Mut, zeigt aber auch auf, wie man mit Einsamkeit, Verletzlichkeit oder Hoffnungslosigkeit umgehen kann. Am Ende gewinnt das Gute über das Böse, durchaus eine Botschaft“, sagt Besucherin Anja Boll-Schuster aus Friedrichshafen. Tatsächlich zeigt das Dschungelbuch den durchaus bunten Beziehungsreigen zwischen Menschen und Tieren auf, überträgt auf überzeugende und erfrischende Art Eigenschaften, Charaktere und Wesenszüge auf die Protagonisten, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu heben. Schließlich haben die Tiere stets Angst vor den Menschen, verstehen sich jedoch gleichzeitig untereinander nicht.

Und somit ist es genau dieser subjektive Blickwinkel, der die Zuschauer, vor allem die Jüngsten, in ihren Bann ziehen dürfte. Mensch bleibt Mensch und Tier bleibt Tier, lautet das Motto des Dschungelbuchs. Interessanterweise hält nicht der Mensch an dieser Einstellung fest, sondern die weitaus intelligenteren Tiere…

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