Johanna Kemptner mit ihren Modellen aus indischen Saris in ihrem Stand auf dem Kulturufer.
Johanna Kemptner mit ihren Modellen aus indischen Saris in ihrem Stand auf dem Kulturufer. (Foto: Lydia Schäfer)
Lydia Schäfer

Johanna Kempter ist mit ihrem Modelabel „Akya“ auf dem Kunsthandwerkermarkt. Akya ist Sanskrit und bedeutet so viel wie: „Wir sind alle eins“. Eine Botschaft, die sie auch mit ihrer Marke vertreten möchte. Aus traditionellen indischen Kleidungsstücken, den Saris, fertigt sie neue Modelle. „Ich war viel auf Reisen und habe auch lange Zeit in Indien gelebt“, erzählt Johanna Kemptner. Von den traditionellen Wickelkleidern habe jede Inderin mehrere im Schrank und „irgendwann trennen sie sich mal von den einem oder anderen Stück“. So kam sie auf die Idee, den Frauen die Saris abzukaufen und daraus neue Modelle zu entwerfen.

Jacken, Beutel, Tücher, Tops und Kimonos sind an ihrem Stand zu finden. In unterschiedlichsten Mustern und Farben, die sie untereinander kombiniert. Das Viskose/Seide Gemisch ist leicht und „jedes Stück ist ein Unikat“, sagt die gebürtige Häflerin und heutige Wahl-Berlinerin. Dabei sei sie ein halbes Jahr immer in Indien, um wieder Saris einkaufen zu können und entsprechende Modelle zu entwerfen.

Johanna Kemptner ist hier geboren und zur Schule gegangen, daher kennt sie auch das Kulturufer. Schließlich hat es sie nach Berlin verschlagen und auch nach Indien, denn dort hat sie Verwandte. „Als ich dort gelebt habe und einen Sari-Shop gesehen habe, ist mir die Idee gekommen, gebrauchte Saris wieder zu verwenden“, sagt sie. Die farbenfrohen oder auch Ton in Ton gehaltenen Muster sprechen für sich. Manche Modelle hat sie selbst entworfen, andere wie beispielsweise die Blousonjacke, ist ein Entwurf einer Freundin.

Sie achte auch darauf, anfallende Stoffreste zu verwerten. Daraus entstehen dann Tücher oder Beutel. „Mir ist wichtig, dass alle Seiten etwas davon haben“, erklärt Johanna Kemptner. Die Saris wandern nicht in den Abfall und die neuen Trägerinnen haben ein Einzelstück erworben, dass es so nirgendwo anders zu kaufen gibt.

Auch das ist Kulturufer – nicht nur die Straßenkünstler und das geballte Kulturangebot, sondern auch der Kunsthandwerkermarkt mit seinen ausgefallenen Angeboten.

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