„Schlaue Tipps für ÖPNV-Nutzer und Carsharer“ hatte die Bürgerliste Pro Kluftern für die interessierte Öffentlichkeit parat. Gan
„Schlaue Tipps für ÖPNV-Nutzer und Carsharer“ hatte die Bürgerliste Pro Kluftern für die interessierte Öffentlichkeit parat. Ganz links Matthias und Karin Klemm mit ihren Söhnnen Julian und Simon. Die vierköpfige Efrikzweiler Familie kommt weitgehend ohne Auto aus. (Foto: Brigitte Geiselhart)
Brigitte Geiselhart

Friedrichshafen - Eigenes Auto? Muss nicht sein. Sagen sich jedenfalls Katrin und Matthias Klemm, die zusammen mit ihren beiden Söhnen Julian und Simon in Efrizweiler wohnen. Dass man mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit Carsharing-Angeboten und natürlich auch mit dem eigenen Fahrrad gut klarkommt, das beweist die vierköpfige Familie jeden Tag.

Sich CO-freundlich und kostengünstig durch den Alltag zu bewegen, dafür wirbt auch die Bürgerliste „Pro Kluftern“ mit „Schlauen Tipps für ÖPNV-Nutzer und Carsharer“, die sie am Samstagnachmittag beim Informationsaustausch präsentierte. Zur Sprache kamen auch Bodotarife, das 1-Euro-Samstagsticket, Nachtfahrten mit dem RiA-Ruftaxi und die „BodenseeCard plus“.

Treffpunkt: Bushaltestelle am Schlossplatz in Efrizweiler. „Wir informieren über die Möglichkeiten mit dem Öffentlichen Personennahverkehr mobil zu sein, und setzen uns für einen Ausbau ein“, betont Nicole Schoernack-Zacke. „Es gibt noch Schwachstellen, die es zu verbessern gilt“, ergänzt Pro-Kluftern-Vorstandsmitglied Walter Zacke. Aus seiner Sicht sei vor allem die abendliche Verbindung zwischen Friedrichshafen und Markdorf unzureichend. Ab Friedrichshafen Stadtbahnhof starte der letzte Bus nach Markdorf bereits um 19.42 Uhr, in der Gegenrichtung um 20.15 Uhr. Ebenso mangelhaft sei die Verbindung der Nachtlinien A10, die ab Stadtbahnhof nur zweistündlich bis um 23.30 Uhr möglich seien und die bereits am Tannenriedweg in Lipbach endeten. „Grundsätzlich fahren abends leider zu wenig Busse. In dieser Hinsicht leben wir hier leider in der Provinz“, so das Fazit von Walter Zacke.

6000 Kilometer auf dem E-Bike

Zurück zum weitgehend autofreien Leben der Familie Klemm. „Ich habe im vergangenen Jahr 6000 Kilometer mit dem Elektro-Fahrrad zurückgelegt“, berichtet der Efrizweiler Matthias Klemm, der als Lehrer am Droste-Hülshoff-Gymnasium in Meersburg in der Regel auch mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt. Genauso wie Karin Klemm – sie ist Musiklehrerin an der Musikschule Friedrichshafen und an der Orchesterschule Bodensee. Kein Problem mit dem täglichen Radeln haben auch der 16-jährige Julian und sein 14-jähriger Bruder Simon. Für sie geht’s jeden Morgen in Richtung Karl-Maybach-Gymnasium oder Bodensee-Schule. Auch den Bus nimmt man in der Familie Klemm sehr gerne. „Natürlich ist es für uns von Vorteil, dass wir in unmittelbarer Nachbarschaft der Bushaltestelle wohnen“, räumt Matthias Klemm ein.

Und wenn man doch mal ein Auto braucht? Als Mitglied im Carsarhing-Verein „BodenseeMobil“, der auch einen Standort in Kluftern hat, könne man bei günstigen Tarifen auch viele Carsharing-Angebote in ganz Deutschland nutzen, erklärt Katrin Klemm.

Natürlich erfordere das weitgehend autofreie Leben schon ein gewisses „Organisationstalent“, wie man sich innerhalb der Familie einig ist. „Wir sind keine Moralisten. Mobilität ist ein wichtiges Gut. Deshalb können und wollen wir auf das Auto nicht ganz verzichten“, betont Matthias Klemm und verweist darauf, dass man mit Carsharing pro Monat rund 200 Kilometer zurücklege – und man mit dem Auto auch schon mal etwa nach Korsika in den Familienurlaub fahre.

Mobil zu sein ist auch für andere wichtig, wie sich im Gespräch schnell zeigt. „Ich wohne auch direkt neben der Bushaltestelle“, sagt Fritz Armann. „Aber meine Frau und ich sind schlecht zu Fuß. Deshalb ist der Bus für uns fast nicht machbar. Wir fahren mit dem Auto zum Einkaufen. Und so lange ich fahren kann, wird das wohl auch so bleiben.“

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