Bei der „Motorworld Classics Bodensee“, die von Freitag bis Sonntag auf dem Häfler Messegelände stattfindet, gibt es im Foyer W
Bei der „Motorworld Classics Bodensee“, die von Freitag bis Sonntag auf dem Häfler Messegelände stattfindet, gibt es im Foyer West eine Sonderschau „British Classic Cars & Bikes“. (Foto: Siegfried Großkopf)
Siegfried Großkopf

Mittelpunkt des Geschehens weit über Friedrichshafen hinaus ist von Freitag bis einschließlich Sonntag das Thema klassische Mobilität zu Land, zu Wasser und in der Luft. Die 12. „Motorworld Classics“ zeigt Flagge und wartet mit einem Programm auf, das alle faszinieren könnte, die Fans jeglicher Art von Mobilität sind. Allen Unkenrufen zum Trotz wächst das Interesse an Oldtimern. Die mitveranstaltende „Motorworld Group“, die das Thema auf Messen in ganz Deutschland bespielt, hat im vergangenen Jahr fünf Millionen Besucher registriert.

„Wunderschöne Autos“, kündigte am Donnerstag Messechef Klaus Wellmann vor der Presse an, und Projektleiter Roland Bosch weiß, dass die Messe exakt das Klientel bedient, das der Markt fordert. Zehn Hallen sind komplett belegt mit „sehr, sehr vielen Highlights“, wie er es ausdrückte. Das Konzept der Motorworld bezeichnete er als einzigartig in Deutschland. Fachleute sind sich einig, dass keine andere Oldtimermesse das Thema klassische Mobilität so perfekt abbildet. Geschäftsführerin Sibylle Bayer von der „Motorworld Group“ gestand, unter den vielen Messen, die das Thema bedienen, sei die in Friedrichshafen die, zu der sie am liebsten komme. „Autos muss man sehen, hören und erleben“, sagte sie. Hierfür sei die Plattform in Friedrichshafen optimal.

Zahl der H-Kennzeichen wächst

Wie Bayer bestätigten auch Jan Hennen, Vizepräsident des Bundesverbands für Clubs klassischer Fahrzeuge (Deuvet) in Berlin, und Fritz Cirener vom Verband der Automobilindustrie (VDA) in Frankfurt die von Bayer genannten Zuwachsraten. Sowohl das Interesse an Oldtimern als auch die Zahl der Fahrzeuge steige, sagte Hennen. Der VW-Käfer ist unter den zugelassen Oldtimern übrigens Spitzenreiter.

Im vergangenen Jahr ist der Bestand an Fahrzeugen mit dem H-Kennzeichen um 12,4 Prozent auf insgesamt 536 515 gestiegen. In den vergangenen zehn Jahren erhöhte sich die Zahl um 155,5 Prozent. Der Bestand an Autos mit einem Alter von mehr als 30 Jahren ist 2018 auf einen neuen Höchststand von 756 598 gewachsen. Dabei tragen nur 62,7 Prozent dieser Fahrzeuge das H-Kennzeichen. Am Gesamtbestand der Autos in Deutschland ist der von Fahrzeugen mit dem H mit 1,01 Prozent sehr niedrig. Gemessen mit deren geringen jährlichen Fahrleistungen seien die Emissionen der Oldtimer völlig unbedeutend, sagte der Bundesverbandssprecher. Und: Durch gute Pflege und Wartung trügen die Besitzer von Oldtimern mit H-Kennzeichen ihren Beitrag zur Verkehrssicherheit.

Rund 800 Aussteller aus 14 Ländern, darunter 100 Marken-Clubs, sind auf 85 000 Quadratmetern präsent. Unter den vielen Schmankerln gibt es im Foyer West eine Sonderschau „British Classic Cars & Bikes“, unter anderem mit einem Rolls Royce von Boxerlegende Muhammad Ali. Ein weiteres Thema ist „50 Jahre Woodstock – die Autos der Hippies“. Vom Boxenstop Museum in Tübingen wird „The Norton Motorcyles Collection“ geboten und nicht nur Autos, auch 20 Klassiker der Luftfahrt und auf dem Wasser sind dabei. So neben anderen „Riva, die schwimmende Legende“. Spannend könnte es bei der Auktion am Messesamstag ab 14 Uhr in der Halle B1 zugehen, denn es darf auch ersteigert und gekauft werden. Das Auktionshaus Rosenkranz begutachtet und bewertet in Zusammenarbeit mit Sachverständigen die Einlieferungen und stellt einen Katalog mit ausgesuchten Teilen für die Auktion zusammen. Außerdem gibt es im Freigelände West eine Oldtimer-Parkarena und eine „Flower-Power-Nacht“ ist am Samstagabend auf der „Sonnenkönigin“ gebucht.

Neben dem Angebot renommierter Fahrzeughändler und von Privatpersonen bietet die „Motorworld Classics“ bei einem Teilemarkt Ersatzteile samt Zubehör. Dabei erstreckt sich das Angebot von automobilen Raritäten über Motorräder und Riva-Boote bis hin zu klassischen Accessoires für Oldtimerfahrer. Weil die Clubs wichtigste Informationsquelle für ratsuchende Besitzer sind („die machen richtig Spaß“, sagt Roland Bosch), sind sie auf der Messe eine unverzichtbare Schatzgrube rund um die Restaurierung.

Da Friedrichshafen die Wiege der Luftfahrt ist, gibt es eine Sonderschau mit 20 historischen Flugzeugen in Halle A3. Täglich ab 14.30 Uhr beginnt die Airshow mit den besten Piloten Deutschlands. Ein besonderes Highlight ist der 1,5 Kilometer lange Messerundkurs. Hier können die Besucher die Atmosphäre glorreicher Rennsportepochen hautnah erleben. Die wachsende Zahl der Classic-Racing-Szene zeigt Rennfahrzeuge aus der Vorkriegszeit bis hin zu den DTM-Rennautos der 80er Jahre in Aktion. Im Fahrerlager der Halle A6 und 7 darf man den Mechanikern live beim Schrauben an ihren Boliden zuschauen. Übrigens: Wer standesgemäß mit seinem Oldtimer anreist, für den stehen kostenlose Oldtimer-Parkplätze auf dem inneren Messefreigelände bereit.

Erstmals ist auch die Ravensburger AG bei der „Motorworld Classics“ dabei. Mit dem Ravensburger 3D-Puzzle „VW T1 Hippie Edition“ aus 162 Teilen werden Erinnerungen aus den 60ern und 70ern wach. Der VE-Bus T1, im Volksmund Bulli genannt, war damals das Kultfahrzeug der Hippies.

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